Neues UZH Magazin

Klimawandel, Kriege und Datenkraken

Die Weltgemeinschaft ist existenziell herausgefordert: Klimakrise, Kriege, Armut und Ungleichheit, die Digitalisierung und eine neue politische Weltordnung. Im Dossier des neuen UZH Magazins werden diese Probleme mit UZH Forschenden analysiert und mögliche Lösungen aufgezeigt.

UZH Kommunikation

Rosen in der Wüste
Das UZH Magazin beschäftigt sich mit globalen Herausforderungen wie dem Klimawandel. Im Bild: Angestellter einer Rosenfarm in Abu Dhabi. (Foto Meinrad Schade)

 

Vor dreissig Jahren hat der US-amerikanische Politologe Francis Fukuyama seine These vom Ende der Geschichte formuliert. Nach der Auflösung der Sowjetunion prognostizierte er den endgültigen Sieg von Demokratie und Liberalismus. Wie wir wissen, ist nichts geworden aus dem goldenen Zeitalter von Freiheit und freier Marktwirtschaft. Heute stehen wir vielmehr existenziellen Herausforderungen gegenüber, die die Weltgemeinschaft nur gemeinsam meistern kann, wie dem Klimawandel, Armut und Ungleichheit, der Digitalisierung mit ihren Folgen für Gesellschaft und Wirtschaft, den Angriffen auf die Demokratie und dem aggressiven Neoimperialismus von totalitären Staaten wie Russland und China.

Erfolgreiche Kinder

Die Ökonomen der UZH haben fünf grosse Herausforderungen formuliert, denen wir uns stellen müssen: die Wirtschaft nachhaltig gestalten, Armut und Ungleichheit bekämpfen, die digitale Revolution bewältigen, eine wirksame Politik entwickeln und die Krise der Globalisierung überwinden. Die To-do-Liste des Department of Economics inspiriert das Dossier dieses Hefts: Wir haben UZH-Wissenschaftlerinnen und -Wissenschaftler getroffen, mit ihnen über die Herausforderungen gesprochen und gefragt, was getan werden kann.

In diesem Heft analysieren wird die Probleme und zeigen Lösungen auf. Etwa was Kinder in Afrika und bei uns erfolgreicher in der Schule macht; wie wir die Hoheit über unsere persönlichen Daten zurückerhalten können und angemessen entschädigt werden für ihre Verwendung; wie nachhaltig investiert werden kann; weshalb wir bereit sind, für faire Produkte einen fairen Preis zu bezahlen; wie vermieden werden kann, dass der Strukturwandel ganze Bevölkerungsschichten in die Armut abgleiten lässt; wie wir die Demokratie retten und China in Schach halten können.

Vom Holozän zum Anthropozän

Das grosse Interview in diesem Heft beschäftigt sich ebenfalls mit dem Klimawandel und seinen Folgen. Dabei geht es um die Frage, ob wir in einem neuen Erdzeitalter leben, dem Anthropozän. Dieses unterscheidet sich vom vorhergehenden Holozän dadurch, dass der Mensch zu einem entscheidenden Faktor geworden ist, der seine Umwelt nachhaltig verändert. Und es stellt sich die Frage, was dies für uns und die Erde bedeutet.

Weitere Themen: Kerstin Noëlle Vokinger bringt vieles unter einen Hut: Die junge Professorin für Recht, Medizin und Technologie arbeitet daran, den Zugang zu neuen medizinischen Therapien und Produkten für Patientinnen und Patienten zu verbessern.

Psychologin Birgit Kleim erforscht, was Menschen widerstandsfähig gegen Stress macht. Von ihren Erkenntnissen sollen vor allem diejenigen profitieren, die Mühe haben, mit psychischen Belastungen umzugehen.

Klima vor Gericht: Am Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte in Strassburg nehmen Klimaklagen zu. Die Rechtswissenschaftlerinnen Helen Keller und Carolin Heri analysieren, wie Richterinnen und Richter in solchen Fällen gerechte Urteile fällen können.