Zentrum für Zahnmedizin

Ein ökologischer Neubau für die Zahnmedizin

Die UZH plant einen Neubau für das Zentrum für Zahnmedizin. Nun steht das Siegerprojekt des Architekturwettbewerbs fest: Es überzeugt durch seine ökologische sowie funktionale Bauweise und besticht durch seine Ästhetik.

Nathalie Huber

Bildergalerie Bildergalerie
Die folgenden Visualisierungen geben einen Einblick in den Neubau des Zentrums für Zahnmedizin. (Bild: ARGE Boltshauser Architekten AG / Drees & Sommer AG)

 

Im Auftrag der UZH hat die Baudirektion Kanton Zürich, vertreten durch das Hochbauamt, einen Projektwettbewerb für die Realisierung des neuen Zentrums für Zahnmedizin (ZZM) veranstaltet. Insgesamt haben sich 46 Teams beworben, wovon 15 Teams zum Wettbewerb zugelassen worden sind. Nun hat die Jury entschieden: Gewonnen hat das Projekt «Light Rack» der ARGE Boltshauser Architekten AG / Drees & Sommer AG aus Zürich.

Der Neubau des ZZM wird das renovationsbedürftige Gebäude am derzeitigen Standort an der Plattenstrasse im Hochschulgebiet Zürich Zentrum ersetzen. Er kommt auf dem heutigen Areal des Kinderspitals Zürich in Hottingen zu stehen. Das Kispi zieht voraussichtlich im Jahr 2022 in einen Neubau nach Lengg.

Gut ins Quartier integriert

Das neue Gebäude für das ZZM wird nahe der Pestalozzistrasse errichtet. Dank dieser kompakten Setzung kann ein grosszügiger neuer öffentlicher Parkraum Richtung Spiegelhofstrasse erschlossen werden. Die auf dem Areal bestehenden Baukörper, das denkmalgeschützte Kinderspital von Rudolf Salvisberg, die Beobachtungsstation und das Infektionshaus, bleiben erhalten und werden weitestgehend belassen. Ein Wegsystem verbindet den Neubau mit den bestehenden Gebäuden und macht das gesamte Quartier durchlässiger. «Gemeinsam mit den bestehenden Gebäuden leistet der Neubau einen wertvollen Beitrag zum belebten Stadtkreis Hottingen und integriert sich aufgrund des grosszügig angelegten Grünraums in das umliegende Wohnquartier», sagt François Chapuis, Direktor Immobilien und Betrieb der UZH.

Filigrane Fassade

Der fünfgeschossige Neubau überzeugt durch seine einfache und kompakte Form sowie durch seine Fassadenästhetik: Die Fassade ist durch horizontal verlaufende Holzbrüstungselemente und bandartig artikulierte Fenster strukturiert. Verglaste und opake Fassadenteile wechseln sich ab und erzeugen dadurch eine transparente Optik, sodass der Neubau in einer lichtdurchflutenden Leichtigkeit daherkommt.

Das Gebäude ist als Hybridbau konzipiert. Ein Holzbau ist ab dem Erdgeschoss auf einem Betonkörper platziert. Der oberirdische Holzbau umfasst in einer regelmässigen Rasterung einen bepflanzten Innenhof, der von den oberen Stockwerken mit direkten Treppen verbunden ist. Diese grüne Oase ist das Herzstück des neuen ZZM. Mit seiner kühlenden Begrünung fungiert der Innenhof einerseits als Klimapuffer und lädt andererseits auch zum Verschnaufen, Verweilen sowie zum Austausch ein. An den Innenhof angeschlossen ist ein Atrium. Innenhof und Atrium sind mit einem Sheddach aus Glas überspannt, das Tageslicht ins Gebäude lässt.

Effiziente Nutzung

Das Atrium im Erdgeschoss bildet den zentralen Empfangsbereich. Es erschliesst die drei Nutzungsbereiche Forschung, Ausbildung und Klinik, die im Gebäude übereinander angeordnet sind. Dies gewährleistet eine gute Übersicht und einfache Orientierung. In den fünf oberirdischen Geschossen befinden sich die Forschungslabore, die Studierendenklinik, Vorlesungssäle, Seminar-, Gruppen- und Simulationsräume, eine Cafeteria sowie die Zahnkliniken für die Patientinnen und Patienten. Durch die Zusammenführung von Lehre, Forschung und Betrieb in einem Haus, verkürzen sich die Wege für die Zahnärztinnen und -ärzte für den gegenseitigen Austausch. Ebenso sind die Wege für die Patientinnen und Patienten, die Zahnärztinnen und -ärzte und die Waren getrennt geführt. «Dies wird die betriebliche Effizienz weiter steigern sowie die Forschungsmöglichkeiten verstärken. Ausserdem wird der Neubau durch seine übersichtliche Gebäudestruktur und das helle Ambiente auch für die Patientinnen und Patienten zu einem attraktiven und angenehmen Gebäude», sagt Thomas Attin, Vorsteher des Zentrums für Zahnmedizin.

Klimafreundlicher Bau

Ein wesentliches Merkmal des Neubaus ist seine konsequente Ressourcenschonung – sowohl in der Erstellung wie im Betrieb. Der kompakt gestaltete Baukörper benötigt wenig Fläche auf dem Areal. Dank der Holzbauweise kann zudem CO2 gespart werden. «Die Bautätigkeit ist ein wichtiger Faktor in der Nachhaltigkeitsbilanz der Universität Zürich. Die UZH setzt bewusst auf Holzhybridbauten, um die CO2-Bilanz zu verbessern. Das ZZM wird – nach dem FORUM UZH – das zweite Gebäude, das wir auf diese ressourcenschonende Weise realisieren», sagt François Chapuis.

Die Fassaden und das Dach des Neubaus werden mit Photovoltaik-Elementen bestückt. Sämtliche Photovoltaik-Module sind nebst Stromproduzenten auch Schattenspender – für die Fassadenfenster schützen sie als Brise-Soleil die Innenräume vor Hitze. Das Dach wird artenreich bepflanzt. Die Pflanzen sorgen für Kühlung und speichern das Regenwasser. Ausserdem fliesst das Dachwasser kontrolliert über einen Fallstrang zu den Pflanzen im Innenhof ab. «Mithilfe der gebäudeintegrierten Photovoltaikanlage und dem Energiegründach kann ein grosser Anteil des Energieverbrauchs des Neubaus mit erneuerbaren Energien abgedeckt werden», so François Chapuis.

Bezug voraussichtlich 2029

Bis die sieben Kliniken und Institute des Zentrums für Zahnmedizin in den Neubau einziehen können, dauert es allerdings noch etwas: «Wenn alles wie geplant verläuft, können die Zahnmedizinnerinnen und -mediziner voraussichtlich im Jahr 2029 in den Neubau einziehen», hält François Chapuis fest. Vorderhand wird das Siegerprojekt unter der Leitung der Universität Zürich gemeinsam mit dem Hochbauamt weiterentwickelt. Dazu gehört die detaillierte Ausarbeitung der Kosten und Termine. Ziel ist es, dem Regierungs- und Kantonsrat bis im Jahr 2023 ein bewilligungsfähiges Vorprojekt vorzulegen.

 

Gestaltungsplan Irchel festgesetzt

Ein weiterer Meilenstein in der baulichen Entwicklung der UZH ist erreicht: Am 5. Februar wurde der kantonale Gestaltungsplan «Campus Irchel» festgesetzt, mit dem grundeigentümerverbindliches Planungsrecht geschaffen wird. Vorbehältlich allfälliger Rekurse tritt der Gestaltungsplan Mitte März 2021 in Kraft.  

Der kantonale Gestaltungsplan gewährleistet, dass das Areal etappenweise in hoher Qualität weiterentwickelt wird. Nebst Angaben zur Bebauung und zum Freiraum beinhaltet er auch Aussagen zur Erschliessung, Parkierung und Umwelt. Die Bebauung wird im Bereich der heutigen Bauten konzentriert und verdichtet. Dadurch kann der Irchelpark langfristig für die Erholung sowie für Natur- und Landschaftsschutz gesichert werden. Zudem bildet der Gestaltungsplan die Basis, um einen Teil der Universitätsbauten am Irchel zeitlich begrenzt als Rochade für die Instandsetzungen der Kantonsschulen in der Stadt Zürich zu nutzen.

Der Gestaltungsplan sowie der Bericht im Sinne von Art. 47 RPV sind verfügbar auf der folgenden Website

Nathalie Huber, Redaktorin UZH News

Kommentar schreiben

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Unberücksichtigt bleiben insbesondere anonyme, ehrverletzende, rassistische, sexistische, unsachliche oder themenfremde Kommentare sowie Beiträge mit Werbeinhalten.

Anzahl verbleibender Zeichen: 1000