Internationale Beziehungen

Allianz mit australischer Spitzenuniversität

Die Universität Zürich und die University of Queensland haben gestern eine strategische Partnerschaft geschlossen. Damit erhalten langjährige Kollaborationen in Forschung und Lehre einen formellen Rahmen. Zusätzlich wird die Basis für neue gemeinsame Projekte gelegt.

Marita Fuchs

University of Queensland
University of Queensland
Die University of Queensland ist eine der forschungsstärksten Universitäten Australiens. (Bild: Sedination, Wikimedia Commons)

 

Die Universität Queensland (UQ) in Brisbane ist allein schon architektonisch beeindruckend: Das stattliche Universitätsgebäude liegt idyllisch in der Schlaufe des Brisbane Rivers. Der von grossen Rasenflächen umgebene Campus glänzt in der australischen Sonne. Doch nicht nur das macht diese Universität für Studierende und Dozierende attraktiv. Die UQ ist eine der weltweit führenden Forschungs- und Lehrinstitutionen. Im Studienjahr 2019/20 belegte die UQ den 47. Platz des QS World University Rankings.

Als Mitglied in der Group of Eight, einem Zusammenschluss der forschungsstärksten Universitäten Australiens, ist die UQ innerhalb des Kontinents gut vernetzt. Aber auch nach Übersee reichen die Beziehungen, als Mitglied des internationalen Hochschulnetzwerks Universitas 21 ist sie bereits mit der Universität Zürich (UZH) verbunden.

Nun gehen UZH und UQ eine noch engere Beziehung ein. Am 22. Februar unterzeichneten UQ-Präsidentin Deborah Terry und UZH-Rektor Michael Schaepman einen Plan für die weitere Vertiefung der Zusammenarbeit im Rahmen einer strategischen Partnerschaft.

Rektor Michael Schaepman bei der Unterzeichnung des Abkommens.
Rektor Michael Schaepman bei der Unterzeichnung des Abkommens.
Rektor Michael Schaepman bei der Unterzeichnung des Abkommens: «Wir wollen die gemeinsame Forschung vorantreiben.» (Bild: Nathalie Huber)

 

«Durch die strategische Partnerschaft mit der University of Queensland bietet sich uns die Gelegenheit, die Zusammenarbeit mit einer forschungsstarken Universität in Australien voranzutreiben und in diversen, vielversprechenden Gebieten zu vertiefen», erklärte Rektor Michael Schaepman nach der Unterzeichnung.

Angesichts der offensichtlichen Breite und Relevanz der gemeinsamen Forschung und Lehre der UQ und der UZH sind beide Universitäten davon überzeugt, dass die Zusammenarbeit eine bedeutende globale Wirkung erzielen wird. Das zeigt sich auch an bereits etablierten Projekten zwischen UZH und UQ.

Illegalen Handel bekämpfen

So zum Beispiel in der Rechtswissenschaft. UZH-Prorektor Christian Schwarzenegger arbeitet seit 2012 mit Andreas Schloenhardt von der UQ-Law School zusammen. Sie haben ein internationales Forschungsseminar für Master-Studierende aufgebaut. Thematisch ging es dabei im Jahr 2019 zum Beispiel um den illegalen Handel mit geschützten Tier- und Pflanzenarten. Ungeklärte rechtliche Rahmenbedingungen, schwache Strafverfolgung und mangelhafte Gerichtspraxis tragen weltweit dazu bei, dass geschützte Arten in ihrer Existenz bedroht sind. Es existieren derzeit keine globalen Vorgaben, um diese Form der Kriminalität vorzubeugen und zu unterdrücken.

Die Masterstudierenden befassten sich mit Ursachen, Charakteristiken und Akteuren des illegalen Handels mit geschützten Tier- und Pflanzenarten, analysieren Entdeckungsmassnahmen sowie verschiedene internationale und nationale rechtliche Rahmenbedingungen zur Bekämpfung des Phänomens.

«Die beteiligten Studierenden erhalten die Möglichkeit, sich fundiert mit einem aktuellen Thema auseinander zu setzen und internationale Kontakte zu knüpfen», sagt Christian Schwarzenegger. «Sie werden gezielt an das Projekt herangeführt, indem gesonderte Schulungen zur wissenschaftlichen Recherche, zum akademischen Schreiben, zur Präsentation und zur Publikation wissenschaftlicher Studien durchgeführt werden.» Ziel sei es, so Schwarzenegger, dass die Studierenden ihre erste wissenschaftliche Publikation veröffentlichen können.

Gesundes Altern und ertragreiche Pflanzensorten

Auch in den Forschungsbereichen «Gesunde Langlebigkeit» und «Gesundes Altern» ergänzen sich beide Universitäten ideal, sagt UZH-Gerontopsychologe Mike Martin. Die UZH gewinne einen starken Partner für das von ihr in Zusammenarbeit mit der WHO koordinierte globale Netzwerk zu Healthy Aging. Die UQ ist als «Age-Friendly-University» zertifiziert. Davon profitiere die UZH, so Mike Martin. Umgekehrt könnten Forschende der UQ von der Expertise der UZH im Bereich digital unterstützter kontext-sensitiver Gesundheitsmessung bei älteren Personen und neuropsychologischer Längsschnittforschung des gesunden Alterns profitieren.

Seit längerem arbeiten die UQ und die UZH auch im Bereich der Agrar- und Pflanzenwissenschaften zusammen. Von Seiten der UZH ist Entwicklungsgenetiker Ueli Grossniklaus beteiligt. Im Rahmen des «Hy-Gain-Projekts» beschreiten die Forschenden gemeinsam nun neue Wege bei der schnellen Züchtung ertragreicherer und nachhaltiger anbaubarer Pflanzensorten – zum Nutzen von Kleinbauern im subsaharischen Afrika. Zu diesem Zweck versucht ein internationales Team, die in ca. 500 Arten natürlich vorkommenden Fähigkeit, klonale Samen zu produzieren, in die für Afrika wichtigen Kulturpflanzen Sorghumhirse und Augenbohne einzuführen.

Weitere gemeinsame Projekte sind in den Bereichen Pädiatrische Intensivpflege, Big Data, Neurowissenschaften sowie Bildgebung und Spektroskopie geplant.

Strategische Partnerschaften

Partnerschaften
Partnerschaften
Mit der Partnerschaft zur University of Queensland öffnet sich die UZH Richtung Down Under (Bild: Melanie Lindner)

 

Die UZH pflegt bereits strategische Partnerschaften mit der FU und der HU Berlin, der Charité Universitätsmedizin Berlin, der Prager Karls-Universität, der Universität Kyoto und der Universität Genf. Strategische Partnerschaften sind ein wichtiger Bestandteil der Internationalisierungsstrategie der Universität Zürich. Sie dienen dazu, die Zusammenarbeit mit vergleichbaren Institutionen im Ausland zu vertiefen. Die Pflege gemeinsamer Forschungsprojekte, die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses und die Schaffung von attraktiven Lehrangeboten für Studierende stehen im Zentrum der Bemühungen.

Marita Fuchs, Redaktorin UZH News

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