Ökologie

Die Natur sichtbar machen

Magerwiesen, Feuchtgebiete oder Wald: Der Irchelpark ist reich an Ökosystemen und ist Lebensraum vieler Pflanzen und Tiere. Ein neuer Lehrpfad lädt dazu ein, die Natur auf dem Campus Irchel zu entdecken. Der Irchel Nature Trail wird heute, am internationalen Tag der biologischen Vielfalt, eröffnet.

Nathalie Huber1 Kommentar

Wissenstafel auf dem Irchel Nature Trail
Blick auf eine der 20 Wissenstafeln des Irchel Nature Trail. (Bild: Nathalie Huber)


Spielende Kinder, flanierende Rentner, lernende Studentinnen oder Forschende auf dem Weg ins Labor – viele Menschen frequentieren den Irchelpark. «Wissen sie auch, dass er ein lebendiges Ökosystem voll wunderbarer Dinge ist?», fragten sich die UZH-Doktorandinnen Alejandra Parreño und Katie Horgan. Für die Ökologinnen ist es selbstverständlich, bestäubte Blumen, Flechten an Bäumen oder balzende Vögel zu beobachten. «Doch es ist uns bewusst, dass die Natur in unserem hektischen Alltag manchmal leicht übersehen wird», erklärt Parreño. So entstand die Idee, die Naturphänomene des Irchelparks in einem Lehrpfad zu beschreiben. «Nach mehr als einem Jahr Projektarbeit sind wir jetzt bereit, den Irchel Nature Trail zu eröffnen», sagt Parreño.

Der Naturlehrpfad führt auf einer Strecke von rund drei Kilometern durch die Wiesen-, Wald- und Auenlandschaft auf dem Campus Irchel. 20 Wissenstafeln laden Interessierte ein, das Ökosystem des Irchelparks näher kennenzulernen. «Obwohl er als Stadtpark konzipiert ist, ist seine biologische Vielfalt erstaunlich gross», erklärt Morana Mihaljević, Projektmanagerin des Irchel Nature Trails und Leiterin des Science Lab UZH.

Von Mikroben bis zur Gebirgsökologie

Die Infotafeln stellen etwa die Vögel rund um den See, die Amphibien in den Teichen und die Mikroorganismen in den Bachläufen anhand von Bildern und Kurztexten vor. Interessierte erfahren, wie Bäume mit Pilzen interagieren, was Feuchtgebiete kennzeichnet oder welche Mikrohabitate totes Holz beherbergt. Der Park ist auch Lebensraum von Säugetieren wie Füchsen und Dachsen oder Insekten wie Bienen, Libellen, Schmetterlingen und Nachtfaltern, deren Eigenschaften auf den Tafeln beschrieben werden. Was erzählen die Gesteine auf dem Irchel oder wie unterscheidet sich die Ökologie von Hügeln und Bergen sind weitere Themen des Lehrpfads. Nicht zuletzt können sich die Besucherinnen und Besucher an einer Station auch über die Forschung am Campus Irchel informieren.

 

Die Koordinatorinnen des Projekts
Die Koordinatorinnen des Projekts
Nach einem Jahr Projektarbeit, freuen sie sich, den Irchel Nature Trail zu eröffnen: Alejandra Parreño (l.) und Morana Mihaljević (r.). (Bild: Nathalie Huber)

Ein Lehrpfad für Gross und Klein

Der Trail ist für ein breites Publikum mit unterschiedlichem Wissensstand konzipiert. «Unser Ziel war es, die Themen möglichst einfach zu erklären sowie Kinder und Erwachsene anzusprechen, sagt Morana Mihaljević. Rezente Begriffe wie etwa «ökologische Widerstandsfähigkeit» oder «Mikroben» werden speziell erläutert. Die Infotafeln enthalten auch Quizfragen, die sich eher an Kinder richten oder Do-it-yourself-Tipps. Für Wissbegierige führt ein QR-Code auf jeder Infotafel zu weiteren Informationen zum Thema, zu aktueller Forschung oder entsprechenden Events an der UZH. «Aus einer Idee ist ein Wissenstransfer zwischen der UZH und der Öffentlichkeit entstanden», erklärt Alejandra Parreño. Für die Projektinitiantinnen ist mit dem Irchel Nature Trail ein Traum wahr geworden.

Irchel Nature Trail

Die Idee für den Naturlehrpfad stammt von den Doktorandinnen Alejandra Parreño und Katie Horgan. Inhaltlich erarbeitet und umgesetzt haben sie den Lehrpfad mit anderen UZH-Doktoranden sowie den Teams des Science Lab UZH und des Agora-Projekts «Biodiversity Means Life». Ausserdem wurde der Irchel Nature Trail vom Universitären Forschungsschwerpunkt «Globaler Wandel und Biodiversität» sowie der Mathematisch-naturwissenschaftliche Fakultät der UZH unterstützt.

Nathalie Huber ist Redaktorin UZH News

1 Leserkommentar

Beatrice Käser schrieb am Selbst die Stadt bietet natürliche Räume Ich staune immer wieder, wie viel Natur trotz allem immer noch in der Stadt verblieben ist - so etwa in Zürich! In diesem Zusammenhang ist mir ein tolles "Projekt" am Bodensee aufgefallen: nämlich Vogelschau-Fahrten mit dem Schiff zur Zeit der Brut im Frühling (Mai/Juni) sowie im Herbst (September/Oktober), wenn viele Vögel auf dem Weg in den Süden die Gegend als Rastplatz nutzen. Eindrücklich und emotional! https://www.teddy-b.ch/videos/vogelschau-am-bodensee-tg-d-volle-fahrt/

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