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UZH Magazin

Kinder heilen

Vielen krebskranken Kindern kann heute geholfen werden. Der neue Nationale Forschungsschwerpunkt «Children & Cancer» soll dazu beitragen, Behandlungen noch gezielter, schonender und erfolgreicher zu machen. Wie, zeigt das Dossier im aktuellen UZH Magazin.
Autor: UZH Kommunikation
Glücklich, dass es Kilian nach der erfolgreichen Krebstherapie heute so gut geht: die Schwestern Leana und Melinda mit ihrem Bruder auf dem Hühnerstall. (Bild: Diana Ulrich)

Krebs ist immer noch die häufigste krankheitsbedingte Todesursache im Kinder- und Jugendalter. Doch vielen krebskranken Kindern kann heute geholfen werden. Die Kinderonkologie, insbesondere die Behandlung von Leukämie, ist eine Erfolgsgeschichte. «Noch vor einigen Jahrzehnten war die Diagnose Leukämie fast ein Todesurteil», sagt der Kinderonkologe Jean-Pierre Bourquin, «heute können wir 90 Prozent der Kinder mit Blutkrebs erfolgreich behandeln.» Bourquin trägt mit seiner Forschung zu diesem Erfolg bei. Und er leitet den neuen Nationalen Forschungsschwerpunkt (NFS) «Children & Cancer» der Universitäten Zürich und Lausanne.

Mit diesem wissenschaftlichen Grossprojekt wollen die Forschenden der UZH und des Universitäts­Kinderspitals Zürich in den nächsten zwölf Jahren die Krebsbehandlung bei Kindern noch einmal einen grossen Schritt weiterbringen. Dazu gehört, neue Therapien zu entwickeln, die einerseits jenen Kindern helfen sollen, die an besonders aggressiven Krebsformen leiden, andererseits sollen die Therapien individueller und schonender werden, um die teilweise gravierenden Folgen einer Behandlung zu vermindern und langfristige Beeinträchtigungen zu vermeiden.

Kilians Kampf

Das Dossier im aktuellen UZH Magazin erzählt die Geschichte des kleinen Kilian, der mit dem Krebs gekämpft hat, und es gibt Einblicke in die innovative Forschung an der UZH und am Universitäts-Kinderspital Zürich. Dabei zeigen sich die Herausforderungen und die Forschungserfolge in wichtigen Bereichen der Kinderonkologie wie Leukämie, Hirntumoren und Knochensarkomen. Einen neuen Ansatz zur Krebsbehandlung verfolgt der Arzt und Molekularbiologe Raphael Morscher. Er analysiert die Stoffwechselprozesse in Krebszellen und versucht, diese präzise zu blockieren. Damit soll das Wachstum von Tumoren schonend gestoppt werden.

Die Neuroonkologin Ana Guerreiro Stücklin behandelt Kinder mit Hirntumoren und erforscht Genfusionen, die zur Entstehung von aggres­­siven Proteinen führen, die das Wachstum von Tumorzellen antreiben. Diese sogenannten Fusionsproteine sind ein ideales Angriffsziel für eine Thera­pie, so Guerreiro Stücklin: «Wenn es gelingt, sie zu blockieren, kann man den Tumor bekämpfen, ohne gesunde Zellen zu beschädigen.»

Gamechanger für die Kinderkrebsforschung

Mit dem NFS «Children & Cancer», an dem Bourquin, Morscher und Guerreiro Stücklin beteiligt sind, sind grosse Hoffnungen und Ambitionen verbunden: «Es ist der erste Nationale Forschungsschwerpunkt, der sich ausschliesslich den gesundheitlichen Bedürfnissen von Kindern widmet», sagt Jean-Pierre Bourquin. Mit dem NFS werden die nationalen Kompetenzen in der Krebsforschung gebündelt. Damit soll allen Kindern in der Schweiz die optimale Behandlung ermöglicht werden. Gleichzeitig soll die Kinderkrebsforschung international besser positio­niert und vernetzt werden. «Der NFS ist ein Gamechanger für die Kinderkrebsforschung in der Schweiz», sagt Bourquin.