UZH Magazin, 2/21

Brabbeln und bellen

Sprache ist unser mächtigstes Werkzeug. Entwickelt hat sie sich im Lauf der Evolutionsgeschichte zusammen mit dem modernen Menschen. Wie, erforscht der Nationale Forschungsschwerpunkt «Evolving Language», der von der UZH geleitet wird. Das Dossier im neuen UZH Magazin beleuchtet, welche Formen von Sprache es bei Tieren gibt, wie die menschliche Sprache entstanden ist und wie sie sich über den Globus ausgebreitet hat.

Thomas Gull, Roger Nickl

Kind und Hund
Kind und Hund
Wie haben sich die heute rund 7000 Sprachen entwickelt und wie kommen Kinder zu ihrer Sprache? (Illustration: Anne Sommer)

 

Wir leben heute in modernen, komplexen, technologisierten Gesellschaften. Sie sind das Produkt unserer kumulativen Kultur – unserer Fähigkeit, Wissen zu schaffen und von Generation zu Generation anzureichern. Das alles wäre ohne unsere flexible, hoch differenzierte Sprachfähigkeit nicht möglich. Doch wie ist unsere Sprache entstanden? Das ist eine der fundamentalen Fragen der Menschheit. Lange Zeit galt sie als zu komplex und deshalb unbeantwortbar.

Das ändert sich gerade. Auch dank dem Nationalen Forschungsschwerpunkt «Evolving Language» unter der Leitung von UZH-Linguist Balthasar Bickel. Der NFS hat sich zum Ziel gesetzt, den Ursprung und die Evolution der Sprache(n) zu klären. Dazu ist ein beispielloses interdisziplinäres Netzwerk von Forschenden aus der ganzen Schweiz geknüpft worden: Sprachwissenschaftler, Anthropologinnen, Verhaltensforscher, Evolutionsbiologinnen, Genetikerinnen, Neurowisschaftlerinnen, Geografen und Philosophen arbeiten Hand in Hand an der Beantwortung grosser Fragen wie: Wie ist die menschliche Sprache entstanden? Wie haben sich die heute rund 7000 Sprachen entwickelt und wie kommen Kinder zu ihrer Sprache?

Und es wird der Blick in die Zukunft gewagt: Wie wird sich unsere Sprache weiterentwickeln im Zusammenspiel mit Neurotechnologien, die es künftig möglich machen könnten, unsere Gedanken zu lesen und allenfalls sogar zu übertragen, ohne sie aussprechen zu müssen? Eine Grundlage für den NFS «Evolving Language» war der jahrelange Aufbau einer fächerübergreifenden Zusammenarbeit an der UZH im Rahmen der Universitären Forschungsschwerpunkte «Evolution in Action» und «Language & Space».

Weitere Themen im Heft: Damenwahl: der Biologe Stefan Lüpold erforscht was Männchen bei der sexuellen Selektion im Tierreich erfolgreich macht – Wo Gott hockt: Kunsthistorikerin Sabine Sommerer untersucht wie mit Sitzgelegenheiten Macht inszeniert wird – Effektiv Gutes tun: ein Gespräch mit dem Ethiker Stefan Riedener über moralisch vertretbares Verhalten und Verzicht, der glücklich machen kann.

Thomas Gull, Roger Nickl, Redaktoren UZH Magazin

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