Zürich meets London – Tag 1

Vom Russell Square zum Oxford Circus

Das Festival «Zürich meets London» ist in vollem Gang. Gestern Dienstag ging es los. Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler der Universität Zürich berichteten gemeinsam mit ihren Kooperationspartnern von Londoner Hochschulen über Trauma-Forschung und Tissue Engineering. Ein Tagesbericht.

Adrian Ritter

Zürich meets London: Im Video erzählt UZH-Psychologieprofessor Andreas Maercker, Gastprofessor am University College London, von seiner Arbeit.

10 Uhr

Die Zürcher Delegation trifft im Hotel beim Russell Square ein. Mit dabei: Stadtpräsidentin Corine Mauch, Regierungsrätin Carmen Walker Späh, UZH-Rektor Michael Hengartner sowie Vertretende von Zürich Tourismus und der Wirtschafts- und Standortförderung im Raum Zürich. Sie alle haben ein dichtgedrängtes Programm vor sich: Kontakte knüpfen, Neues erfahren, das Potenzial für Kooperationen zwischen Zürich und London eruieren. Das Festival «Zürich meets London» will das Beste der beiden Städte feiern.

Regierungsrätin Carmen Walker Späh, UZH-Rektor Michael Hengartner
Die Zürcher Delegation von Stadt und Kanton Zürich sowie der UZH trifft im Hotel beim Russell Square ein. Mit dabei unter anderem Regierungsrätin Carmen Walker Späh, UZH-Rektor Michael Hengartner. (Bild: Adrian Ritter)

Eine grosse Rolle spielt dabei das 100-Jahre-Jubiläum der Dada-Bewegung. Zu diesem Thema werden in den nächsten Tagen zahlreiche Veranstaltungen stattfinden. Wer sich für diesen kulturellen Teil des Festivals interessiert, der schalte Radio GDS.Fm ein – es berichtet direkt aus London. Wer sich auch für Wissenschaft interessiert lese bitte hier weiter.

11 Uhr

Die Ausgangslage ist gut. Vom Hotel der Zürcher Delegation ist es nur ein Katzensprung zu den zahlreichen Instituten und Gebäuden des University College London (UCL), eine der renommiertesten Hochschulen überhaupt. (Rang 7 im QS World Ranking, Rang 14  im THE-Ranking und Rang 18 im Shanghai-Ranking). Wenn das keine interessanter Kooperationspartner für die UZH ist! Schauen wir uns das genauer an.

12 Uhr

Auf dem UCL-Campus geht es beschaulich zu und her. Das Wetter ist gut, auf Treppen und Bänken sitzen überall Studierende, sie lesen, hören Musik, essen ihren Lunch. Ein mehrheitlich aus asiatischen Studierenden bestehendes Grüppchen hat es sich auf der Grasfläche vor dem Hauptgebäude der Universität gemütlich gemacht.

UZH-Psychologe Andreas Maercker (links)  mit Chris Brewin vom University College London (UCL).
UZH-Psychologe Andreas Maercker (links) mit Chris Brewin vom University College London (UCL). (Bild: Adrian Ritter)

Auch Andreas Maercker fühlt sich heimisch auf dem Campus. Der UZH-Psychologieprofessor verbringt gerade einen dreimonatigen Gastaufenthalt am UCL. Er arbeitet hier vor allem mit Professor Chris Brewin  zusammen, einem renommierten Psychotraumatologen. Gemeinsam verbessern sie derzeit im Auftrag der Weltgesundheitsorganisation die wissenschaftliche Basis von Diagnoserichtlinien im Bereich psychische Traumafolgestörungen.

Ich begleite ihn zu seiner öffentlichen Vorlesung im Rahmen von «Zürich meets London». Ein Thema, das berührt: Verdingkinder. Im Rahmen des Universitären Forschungsschwerpunktes «Dynamik Gesunden Alterns» untersucht Maercker, inwiefern ehemalige Verdingkinder auch im höheren Alter noch unter den oftmals traumatischen Erlebnissen leiden.

Der Vortrag von Maercker scheint insbesondere Berufstätige aus dem Bereich Psychologie und Gesundheitswesen anzuziehen. Im Publikum sitzt zum Beispiel die psychologische Beraterin Anna. Sie erzählt mir, sie arbeite mit jungen Gewaltopfern. Auf den Vortrag von Andreas Maercker ist sie auf Facebook gestossen.

16 Uhr

Weiter geht's vom beschaulichen UCL-Campus per U-Bahn nach Oxford Circus – zum Sitz der Royal Society of Medicine. Hier findet die nächste Veranstaltung mit UZH-Beteiligung statt. Angereist aus Zürich sind Simon Hoerstrup und Michael Stucky vom Wyss Translational Center Zurich. Das gemeinsame Zentrum der  UZH und der ETH Zürich will die Kluft zwischen der Wissenschaft einerseits und der medizinischen Klinik und Industrie andererseits überbrücken helfen, wie Geschäftsführer Michael Stucky erklärt.

 

Simon Hoerstrup (links) und Michael Stucky (rechts) von Wyss Zurich präsentieren das Projekt. Die Forschung findet in Kooperation mit Sir Magdi Yacoub (Mitte) vom Imperial College statt.
Simon Hoerstrup (links) und Michael Stucky (rechts) von Wyss Zurich präsentieren das Projekt. Die Forschung findet in Kooperation mit Sir Magdi Yacoub (Mitte) vom Imperial College statt. (Bild: Adrian Ritter)

UZH-Medizinprofessor Simon Hoerstrup stellt das Projekt LifeMatrix vor. Seine Forschungsgruppe will dabei mittels Tissue Engineering künstliche Gewebe wie Blutgefässe und Herzklappen entwickeln, die im Körper mitwachsen. Dies würde beispielsweise Kindern mit angeborenen Herzfehlern nützen. In seiner Forschung arbeitet Simon Hoerstrup schon lange mit dem renommierten ägyptisch-britischen Herzchirurgen Sir Magdi Yacoub zusammen, der an der Veranstaltung auch anwesend ist. Der Professor am Imperial College London verfolgt am Harefield Heart Science Center (Magdi Yacoub Institute) etwas ausserhalb von London dasselbe Ziel wie die Forschenden um Simon Hoerstrup.

18 Uhr

«Die Zusammenarbeit mit den exzellenten Forschenden in Zürich ist für mich sehr wichtig. Wir ergänzen uns in unseren Forschungsansätzen sehr gut», erklärt Herzchirurg und Institutsleiter Sir Magdi Yacoub beim Apéro nach der Veranstaltung. Dann geht es für die geladenen Gäste aus Zürich und London weiter zum Opening Dada Gala Dinner.

Adrian Ritter, Redaktor UZH News

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