Die AIDS-Forschung voranbringen

Seit 1990 sucht sie nach Antikörpern, die das HI-Virus hemmen. Für ihre Forschung erhält Alexandra Trkola, Förderprofessorin an der Universität Zürich und am Universitätsspital, den diesjährigen Scientist Award der Elizabeth Glaser Pediatric Aids Foundation.

Adrian Ritter

Erhält für ihre Forschung zum Einsatz von Antikörpern gegen das HI-Virus den Scientist Award der Elizabeth Glaser Pediatric Aids Foundation: Prof. Alexandra Trkola. (Bild: Adrian Ritter)

Weltweit sind rund 40 Millionen Menschen mit HIV infiziert. Bisherige Medikamente helfen im besten Falle, die Infektion für eine gewisse Zeit unter Kontrolle zu halten. Die Medikamente haben jedoch Nebenwirkungen und das HI-Virus entwickelt Resistenzen gegenüber den eingesetzten Wirkstoffen. Zeit also für neue Wege und Wirkstoffe.

Die studierte Lebensmittel- und Biotechnologin Alexandra Trkola ist seit 1990 in der AIDS-Forschung tätig. Schon in ihrer Dissertation interessierte sich die Österreicherin für die Frage: Wie gelangt das Virus in die menschlichen Zellen und wie kann das verhindert werden?

Den Antikörpern auf der Spur

Seit 2000 ist sie an der Klinik für Infektionskrankheiten und Spitalhygiene am Universitätsspital Zürich auf der Suche nach Antworten darauf. «Wir untersuchen, wie das Immunsystem auf das Virus reagiert. Es gibt im menschlichen Körper eine natürliche Antikörperbildung, die mehr oder weniger erfolgreich sein kann. Wir versuchen, diesen erfolgreichen, so genannten neutralisierenden Antikörpern auf die Spur zu kommen.»

Solche Antikörper richten sich spezifisch gegen Eiweisse in der Hülle des HI-Virus. Sie hemmen das Virus, indem sie dessen Eintritt in die menschliche Zelle behindern. In einer klinischen Studie am Universitätsspital konnten Trkola und ihr Kollege Huldrych Günthard zeigen, dass verabreichte Antikörper die Vermehrung des HI-Virus verlangsamen. Allerdings trat diese Wirkung hauptsächlich bei Personen ein, die sich erst vor kurzer Zeit mit HIV infiziert hatten.

Prof. Trkola untersucht am Universitätsspital Zürich, wie das menschliche Immunsystem auf das HI-Virus reagiert. (Bild: Adrian Ritter)

Impfung als Ziel

Für diese 2005 in der Zeitschrift «Nature Medicine» publizierte Forschung erhält Trkola am 8. Februar in Denver eine der bedeutendsten Auszeichnungen auf dem Gebiet der HIV- und AIDS-Forschung: den mit 682`500 Dollar dotierten «Scientist Award» der Elizabeth Glaser Pediatric Aids Foundation.

Das Preisgeld wird es Trkola erlauben, ihre Forschung weiterzuführen, um mehr über die Antikörper-Antwort im Körper zu erfahren. Ziel der Forschung wird es sein, die Grundlagen zu liefern, um präventive und therapeutische Impfungen gegen AIDS zu entwickeln. «Seit ich in der AIDS-Forschung tätig bin, ist davon die Rede, dass in zehn Jahren eine Impfung möglich sein wird. Zumindest für die präventive Impfung hoffe ich, dass das Ziel diesmal realistisch ist», so Trkola.

Elizabeth Glaser Pediatric Aids FoundationDie Elizabeth Glaser Pediatric Aids Foundation setzt sich weltweit im Kampf gegen HIV-Infektionen im Kindesalter ein. Die Stiftung ist benannt nach Elizabeth Glaser, die sich 1981 bei einer Bluttransfusion mit dem HI-Virus infiziert hatte. Ohne es zu wissen, übertrug sie das HI-Virus auf ihre beiden Kinder. Nach dem Tod ihrer Tochter gründete sie im Jahr 1989 die Elizabeth Glaser Pediatric Aids Foundation. Seit 1996 hat die Stiftung an 33 Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler den Scientist Award verliehen.

Adrian Ritter ist Redaktor von unipublic.

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