Forschungspreis 2004 der Schweizerischen Alzheimer Vereinigung

Im Kampf gegen den Gedächtnisschwund

Prof. Christoph Hock von der Universität Zürich hat international beachtete Forschungsresultate im Bereich der ursächlichen Alzheimer-Therapie erzielt. Für diese Arbeiten wird Christoph Hock mit dem Forschungspreis 2004 der Schweizerischen Alzheimervereinigung ausgezeichnet.

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Professor Christoph Hock, Psychiatrische Universitätsklinik der Universität Zürich. (Bild: zVg.)

Die Alzheimer'sche Krankheit ist eine der häufigsten Erkrankungen des höheren Lebensalters. Sie ist mit schweren Belastungen der Patienten und der pflegenden Angehörigen verbunden. Fortschreitender Gedächtnisverlust charakterisiert diese Krankheit.

Die stetig wachsende Lebenserwartung und die damit verbundenen Überalterung unserer Gesellschaft führt dazu, dass die Zahl von Demenzkranken stetig zunimmt. Bis zu 20-30 Prozent der über 85-Jährigen (90’000 Menschen in der Schweiz, weltweit etwa 15 Millionen Menschen) sind betroffen. Damit ist diese Krankheit eine der grössten medizinischen und sozioökonomischen Herausforderungen dieses Jahrhunderts. Nach ursächlichen Therapiemöglichkeiten wird dringend gesucht.

Frühdiagnose und Therapie

Die Ursache der Alzheimer’schen Krankheit liegt in der Ablagerung von Beta-Amyloid-Plaques im Gehirn. Prof. Christoph Hock erforscht in enger Zusammenarbeit mit Prof. Roger M. Nitsch und einem Team von Wissenschaftlern an der Psychiatrischen Universitätsklinik Zürich die Möglichkeiten der Frühdiagnose und der ursächlichen Therapie dieser bedrohlichen Erkrankung. Dabei stehen Ansätze zur Reduktion der Amyloid-Ablagerung im Vordergrund.

Für jüngste, international stark beachtete Forschungsresultate bezüglich einer auf Antikörpern basierenden Therapiestrategie erhält Hock nun den Forschungspreis der Schweizerischen Alzheimervereinigung. «Die Auszeichnung durch die Alzheimervereinigung bedeutet eine wichtige Motivation und Unterstützung auf diesem langwierigen und schwierigen Weg», sagt Hock. Die seit 1988 bestehende Schweizerische Alzheimervereinigung hat das Ziel, die Interessen der Patienten mit Demenz wahrzunehmen und Angehörige, fachliche Betreuer und Ärzte bei ihrer schweren Aufgabe zu unterstützen.

Erste positive Ergebnisse

Christoph Hock hat in München Medizin studiert. Nach mehrjähriger Forschungstätigkeit und Facharztausbildung am Max-Planck-Institut in Martinsried und an den Universitäten in München und Basel wurde er im Jahr 2001 an die Universität Zürich berufen. Die jetzt prämierte Arbeit über spezifische Antikörper gegen Amyloid-Plaques wurde 2002 in Nature Medicine publiziert.

Christoph Hock arbeitet intensiv an einer Therapie, die mehr bewirkt als nur eine vorübergehende Stabilisierung. «Das Ziel ist, eine nachhaltige Verzögerung, im Idealfall eine Prävention der Demenz zu erreichen», sagt er. Eine Therapie in Form aktiver Immunisierung zeige erste positive Ergebnisse. Allerdings müsse die Verträglichkeit verbessert werden. Es seien noch viele schwierige Entwicklungsschritte zu meistern. Dies werde noch einige Jahre dauern. «Vor verfrühten Hoffnungen ist deshalb zu warnen», sagt Christoph Hock.

Sein grosser Dank gilt Roger M. Nitsch, für die jahrelange, stimulierende, freundschaftliche Zusammenarbeit und dem klinischen Forschungsteam, das Study Nurses, Ärzte, Neuropsychologen, EDV-Fachleute sowie Molekular- und Zellbiologen vereint.