Die grösste Scientifica aller Zeiten
Noch nie war die Scientifica so gross wie dieses Jahr: Rund 200 unterschiedliche Veranstaltungen finden vom 22. bis 30. August an verschiedenen Standorten auf dem Hochschulgelände, in Dübendorf und in der Stadt Zürich statt. Darunter rund 50 Kurzvorlesungen, Führungen oder Rundgänge in über 40 Labors und Einrichtungen, in denen Mitarbeitende von Universität Zürich und ETH Zürich ihre Forschungsfelder erklären, unermüdlich Fragen von Besuchenden beantworten, Experimente durchführen oder Kindern erklären, wie Wissenschaft funktioniert.
Alle Fäden in der Hand halten
Damit dieses gigantische Festival der Wissenschaft überhaupt funktioniert, muss generalstabsmässig geplant werden – eine Aufgabe, der sich ein rund 20-köpfiges Projektteam bereits seit Monaten widmet. Die Fäden hält Projektleiter Martin Rohr zusammen, der schon bei der ersten Scientifica 2011 mit dabei war. Ebenfalls so lange machen auch Roland Baumann von der ETH und Theo von Däniken von der UZH mit, die innerhalb der beiden Hochschulen die beteiligten Projekte koordinieren und die Gesamtkonzeption verantworten.
Neben diesem bestens eingespielten Team engagieren sich hunderte von Forschenden, Studierenden und Helfer:innen für das Festival. «Wir sind mittlerweile das mit Abstand innovativste und grösste Wissenschaftsfestival der Schweiz, dank dem riesigen Engagement aller Beteiligten», sagt Martin Rohr. Man versuche immer wieder, neue Impulse zu setzen und noch mehr Menschen für die Wissenschaft zu begeistern.
Fulminanter Auftakt in Dübendorf
Roland Baumann freut sich besonders über das vielseitige Programm am Innovationspark Zürich in Dübendorf, wo die Scientifica am Samstag, dem 22. August, startet. «Zum ersten Mal öffnen sich die Tore zu Hangars, wo Studierendengruppen Flugzeuge und Raketen konstruieren, und auch schon einen Beschleunigungsrekord mit Rennwagen aufstellten.»
Für Elisabeth Stark, die als Prorektorin Forschung an der Universität Zürich zusammen mit Annette Oxenius, Vizepräsidentin für Forschung an der ETH Zürich, die Scientifica verantwortet, ist der Auftakt ebenfalls ein Highlight: «Ich freue mich sehr, dass wir die Scientifica im Innovationspark Zürich beginnen dürfen, dem Ort, wo unser Innovationscluster UZH Space Hub beheimatet ist.» Dank einer Partnerschaft mit dem Innovationspark präsentieren auch Spin-off-Firmen, die auf dem Areal arbeiten, ihre Zukunftsprojekte für die Luft- und Raumfahrt oder ihre schlauen Robotersysteme, die beim effizienten Bauen unterstützen.
Zudem können Besucherinnen und Besucher in ein Forschungsflugzeug zur Vermessung der Erde einsteigen, sich ultrasensible Sensoren zur Bestimmung der Biodiversität ganzer Landstriche erklären lassen und die schnellsten autonomen Flugdrohnen in Aktion erleben. EMPA-Einheiten informieren über Klima- und Umweltthemen und auf einem Parcours der Startbahn 29 durch die Welt der Ingenieurwissenschaften kann die ganze Familie selbst Hand anlegen.
Begeisterung der Forschenden vermitteln
«Es ist die grösste Scientifica seit dem Start des Wissenschaftsfestivals, die dieses Jahr über die Bühne geht», sagt Annette Oxenius, Vizepräsidentin für Forschung an der ETH Zürich, ganz erfreut. Darin komme die Begeisterung der Forschenden zum Ausdruck, der Öffentlichkeit ihre Arbeit zu zeigen.
Denn nach dem Auftak in Dübendorf geht das Festival am Sonntag auf den Aussencampus der UZH und ETH mit Führungen durch sonst nicht zugängliche Labors und Einrichtungen weiter. Auf dem Hönggerberg öffnen zum Beispiel das Labor für Wasserbau oder dasjenige für Ionenstrahlen ihre Türen, um das Alter von Objekten zu bestimmen. Und auf dem UZH-Campus Irchel kann das Erdmännchen-Gehege des Instituts für Verhaltensbiologie besucht oder der Detektor für Dunkle Materie erkundet werden.
Unter der Woche finden zahlreiche Anlässe in der Stadt Zürich statt, die als Partnerin bei der Scientifica aufzeigen will, was es braucht, damit Zürich funktionieren kann. Von Montag bis Freitag erhält man Einblicke in Orte, die normalerweise nicht für die Öffentlichkeit offen sind. Zum Beispiel kann man neue Technologien zur Wasseraufbereitung entdecken, Games für die Wissenschaft ausprobieren oder auf einem Demenz-Parcours erfahren, wie sich ein Leben mit Demenz anfühlt. Die Klinik Balgrist bietet Einblick in ihren digitalen Operationsraum, wo künftige Chirurginnen und Chirurgen mit Augmented Reality und KI trainiert werden, und Familien können sich im Cabaret Voltaire selber als Dada-Dichter:innen versuchen.
Familienprogramm an allen Scientifica-Standorten
Am Wochenende vom 29. und 30. August findet die Scientifica in den Hauptgebäuden von UZH und ETH ihren Abschluss: Mit über 70 Ständen decken Ausstellungen zu aktuellen Forschungsprojekten Themen wie Gesundheit, Klimawandel und Nachhaltigkeit, KI und Robotik, Sprache oder Kunst ab.
In den vergangenen Ausgaben haben jeweils 20'000 bis 25'000 Besuchende die Scientifica besucht. «Darunter sind stets ein grosser Teil Familien, auch viele, die selber keinen akademischen Hintergrund haben», sagt Mitorganisator Theo von Däniken. «Auch dieses Jahr bieten wir wieder viele Veranstaltungen für Familien, Kinder und Jugendliche an, um die Neugier für die Wissenschaft schon bei den Jüngsten zu wecken.» Damit die nächste Generation von Forschenden und Fachkräften diese Begeisterung für die Wissenschaft weiterträgt.