Nachwuchsförderung

Neue Karrierechancen

Die UZH schafft 2023 im Rahmen von «Next Generation @ UZH» neu unbefristete Stellen in Lehre und Forschung: «Lecturers» und «Senior Lecturers» mit Schwerpunkten entweder in Lehre oder Forschung. Damit eröffnet sie gut qualifizierten Nachwuchsforschenden neue, attraktive Karriereperspektiven. Mit einem einheitlich geregelten Minimal-Zeitpensum für die eigene Forschung werden ausserdem die Bedingungen für Assistierende und Doktorierende verbessert.

Roger Nickl

Mit neuen Stellen für Lecturers schafft die UZH attraktive alternative Karrieremöglichkeiten für gut qualifizierte Postdoktorierende. (Bild: Meinrad Schade)


In ihrem 2018 veröffentlichten Bericht «Next Generation. Für eine wirksame Nachwuchsförderung» stellt die Schweizerische Akademie der Geistes- und Sozialwissenschaften fest, dass die Schweizer Hochschulen dem akademischen Nachwuchs gegenwärtig keine ausreichenden und vor allem zu wenig langfristige Perspektiven bieten. Es sei deshalb ein Kulturwandel nötig. «Wir müssen vielfältigere Karrierewege für den Nachwuchs ermöglichen, und er muss ausreichend Zeit für seine wissenschaftliche Qualifikation haben», sagt auch Elisabeth Stark, Prorektorin Forschung an der UZH. Denn die klassische akademische Laufbahn führt meist immer noch vom Doktorat über die Postdoc-Phase zur Professur. Gerade auf der letzten Stufe der Karriereleiter sind die Stellen rar. Abgesehen davon wollen viele hervorragende junge Forschende zwar in der Wissenschaft und an der Universität arbeiten, streben aber gar keine Professur an.

Mit neuen Stellen für «Lecturers» und «Senior Lecturers» schafft die UZH nun ab 2023 im Rahmen von «Next Generation @ UZH» attraktive alternative Karrieremöglichkeiten für gut qualifizierte Postdoktorierende. Vorgesehen ist eine eher beschränkte Anzahl (je nach Bedarf in Lehr- und Forschungsunterstützung der Institute) von gut ausgestatteten, unbefristeten und unabhängigen Stellen mit einem klaren Fokus auf die Lehre («Lecturers - Teaching») oder die Forschung («Lecturers - Research»). Geschaffen und finanziert werden die Stellen von den Instituten.

Bereichernde Lehre, kontinuierliche Forschung

Die «Lecturers» sollen in Zukunft die akademische Lehre und Forschung mit ihrem Knowhow bereichern, aber auch die grosse Lehrbelastung in einigen stark frequentierten Fächern mittragen und so für bessere Betreuungsverhältnisse sorgen. In den experimentellen Bereichen wiederum sollen sie zum nachhaltigen Forschungssupport beitragen. Damit die Lehre forschungsnah bleibt, sollen die «Lecturers - Teaching» auch weiterhin zu einem kleinen Anteil in der Forschung tätig bleiben; umgekehrt sollen die «Lecturers - Research» immer auch zu einem kleinen Anteil lehren.

Die UZH meistert so die Herausforderung, dass mit dem Ende einer befristeten Assistenz oder Oberassistenz meist wertvolles Wissen verloren geht. Oft verlieren Hochschulen wie die UZH Nachwuchsforschende an Unternehmen, die ähnliche Forschungsmöglichkeiten, aber auch langfristige berufliche Perspektiven bieten. Mit den neu geschaffenen «Lecturer - Research»-Stellen will die UZH nun für mehr Kontinuität und Nachhaltigkeit in der Forschung sorgen und das Abwandern von exzellenten Köpfen verhindern.

Geschützte Zeit

Verbessern will die UZH auch die Forschungsbedingungen für Assistierende und Doktorierende. So wird ihre Anstellung künftig transparenter und universitätsweit einheitlich geregelt. Dies betrifft insbesondere die «Protected Time», die geschützte Zeit, die der akademische Nachwuchs für die eigene Forschung nutzen kann. «Assistierende sollten nicht ausschliesslich ihren Professorinnen und Professoren zuarbeiten müssen», sagt Elisabeth Stark, «denn letztlich steht die wissenschaftliche Qualifikation im Zentrum von Stellen auf der Stufe der Assistierenden und Doktorierenden – der Nachwuchs sollte sich optimal weiterentwickeln können und die UZH eine attraktive Ausbildungsstätte für Personen sein, die ein Doktorat anstreben.»

Konkret wird für die «Protected Time» nun ein absolutes Minimum festgelegt. Dieses beträgt 30 Prozent einer Vollzeitäquivalenz bei Assistierenden und 70 Prozent einer Vollzeitstelle bei Doktorierenden – analog zu den Bestimmungen der ETH Zürich. Dadurch wird die Nachwuchsförderung, die mit strukturierten Doktoratsprogrammen, Beratungen und Employability-Trainings sowie kompetitiven Fördermitteln für eigenständige Forschungsprojekte an der UZH bereits gut ausgebaut ist, weiter auf die Bedürfnisse der jungen Forschenden abgestimmt.

Die konkrete Umsetzung des neuen Anstellungsmodells erfolgt durch eine gesamtuniversitäre Arbeitsgruppe, die in den nächsten Tagen startet. «Wir brauchen die besten Nachwuchs-Talente an der UZH, denn sie sind die Personen, die die Forschung von heute und morgen entscheidend mitgestalten. Ihnen sind wir als Arbeitgeberin verpflichtet», sagt Prorektorin Forschung Elisabeth Stark.

Roger Nickl, Redaktor UZH Kommunikation