Präzisionsmedizin

Drei neue Forschungsplattformen für die Medizin der Zukunft

An drei der vier sogenannten «National Data Streams» sind Forschende der UZH massgeblich beteiligt. Die Forschungsplattformen vereinen Klinik, Biomedizin und Technik, um die Präzisionsmedizin und die personalisierte Gesundheit voranzubringen.

UZH Kommunikation

Bernd Bodenmiller
Bernd Bodenmiller
Der quantitative Biologe Bernd Bodenmiller generiert hochdifferenzierte, plastische Bilder von Tumorgewebe. Bodenmiller leitet eine der drei Zürcher Forschungsplattformen. (Bild: Marc Latzel)


Personalisierte Gesundheit und Präzisionsmedizin ist, wenn Grundlagenforscher, etwa aus Biologie und Bioinformatik, Hand in Hand mit praktisch tätigen Medizinerinnen zusammenarbeiten. Dabei werden die rasanten Fortschritte in den Biowissenschaften und der Informationstechnologie genutzt, um die medizinische Versorgung auf individueller Ebene zu optimieren. Konkret soll für die Diagnose, Behandlung und Vorbeugung von Krankheiten die individuelle Vielfalt von Genen, Umwelt und Lebensstil jeder Patientin bzw. jedes Patienten berücksichtigt werden.

Forschungsinfrastrukturen zur Stärkung der Präzisionsmedizin

Mit dem Ziel, ein Schweizer Ökosystem für personalisierte Gesundheit und Präzisionsmedizin aufzubauen, haben zwei Initiativen ihre Kräfte gebündelt: Einerseits das Swiss Personalized Health Network (SPHN), eine nationale Initiative unter der Federführung der Schweizerischen Akademie für Medizinische Wissenschaften (SAMW). Und andererseits die Personalized Health and Related Technologies (PHRT), ein strategischer Schwerpunktbereich des ETH-Bereichs. Gemeinsam haben sie 2021 eine Ausschreibung für «National Data Streams» (NDS) lanciert.

NDS sind Forschungsinfrastrukturen, an denen ein nationales Netzwerk von klinischen und wissenschaftlichen bzw. technischen Partnern beteiligt ist. Basierend auf bestehenden Infrastrukturen und Datensätzen fördern die Plattformen die multidisziplinäre Spitzenforschung in datenbasierter und personalisierter Medizin.

Drei von vier Forschungsplattformen «in Zürcher Hand»

Nun wurde die Wahl getroffen: Drei von vier der nationalen Plattformen werden am Forschungs- und Medizinstandort Zürich etabliert. Federführend bzw. beteiligt sind die Universität Zürich (UZH), das Universitätsspital Zürich (USZ), das Universitäts-Kinderspital Zürich (Kispi) und die ETH Zürich. Die multidisziplinären NDS sind in den Bereichen Infektionskrankheiten in der Intensivmedizin, Onkologie und Pädiatrie angesiedelt:

«Personalized, data-driven prediction and assessment of infection-related outcomes in Swiss ICUs (IICU)»

Leitung: Prof. Dr. Adrian Egli (aktuell am Universitätsspital Basel, ab 1.8.2022 an der UZH) und Prof. Dr. Karsten Borgwardt (ETH Zürich), Co-Applicants: Prof. Dr. med. Reto Schüpbach (UZH, USZ)

«Swiss Personalized Oncology National Data Stream (SPO-NDS)»

Leitung: Prof. Dr. Olivier Michielin (CHUV) und Prof. Dr. Bernd Bodenmiller (UZH, ETH Zürich), Co-Applicants: Prof. Dr. med. Andreas Wicki (UZH, USZ), Prof. Dr. Mitch Levesque (UZH, USZ) u.a.

«Pediatric personalized research network Switzerland (SwissPedHealth) – a Joint Pediatric National Data Stream»

Leitung: Prof. Dr. med. Luregn Schlapbach (Kispi) und Prof. Dr. Julia Vogt (ETHZ), Co-Applicants: Prof. Dr. med. Matthias Baumgartner (UZH, Kispi) u.a.

Jeder NDS wird mit bis zu fünf Millionen Franken finanziert und hat eine Laufzeit von drei Jahren. Projektstart ist im Sommer 2022.

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