Spitzenforschung aus Zürich an der Weltausstellung

Wasserperlen in Shanghai

Die Universität Zürich ist an der Weltausstellung in Shanghai prominent vertreten. Das Physikalisch-chemische Institut präsentiert im Innovationspavillon eine wasserabweisende Oberflächenbeschichtung. Sie gilt aktuell als eine der weltweit 30 wichtigsten Erfindungen.

Adrian Ritter

Das «Youth Innovation Center» will der Weltöffentlichkeit diejenigen 100 Innovationen zeigen, die unser Leben in Zukunft am stärksten verändern werden. Zu den 30 Highlights des Pavillons gehört als einziger Beitrag aus der Schweiz ein Forschungsprojekt von Stefan Seeger, Professor am Physikalisch-chemischen Institut der Universität Zürich.

Der Wassertropfen bleibt als Kugel auf dem wasserabweisenden Gewebe stehen. (Bild: UZH)

Seine Forschung hatte bereits 2008 für Furore gesorgt: Dem Team um Professor Seeger war es damals in Zusammenarbeit mit der Empa gelungen, eine neuartige Oberflächenbeschichtung zu entwickeln. Die Forscher hüllten Polyesterstoff in einen Film mit Milliarden von Silikon-Nanofilamenten und erzeugten damit das Material mit den weltweit wasserabweisendsten Eigenschaften.

Demnächst auf dem Markt

Die Ehrung in Shanghai kommt Stefan Seeger sehr gelegen, verhandelt er doch gegenwärtig mit Industriepartnern, um seine Forschung auf den Markt zu bringen.

«In wenigen Monaten dürfte es soweit sein», freut er sich. Inzwischen ist es seinem Team nämlich gelungen, die Anwendung auch für grössere Oberflächen nutzbar zu machen.

Stefan Seeger, Professor für physikalische Chemie: Erste industrielle Umsetzung des neuartigen Gewebes «in wenigen Monaten» erwartet. (Bild: Archivbild UZH)

Die erste industrielle Umsetzung sieht er allerdings nicht bei den Textilien, sondern im Bereich «Life Science». Pharmafirmen testen auf der Suche nach neuen Medikamenten unzählige Substanzen. Beim Pipettieren solcher Flüssigkeiten bleiben oft Rückstände an den Pipetten hängen. Die neue Oberflächenbeschichtung von Stefan Seeger soll dies verhindern.

Ebenfalls 2010 sollen erste technische Textilien mit der neuartigen Beschichtung marktreif sind. Sie sind beispielsweise auch geeignet, Dächer abzudichten oder Holz zu imprägnieren.

Adrian Ritter ist Redaktor von UZH News.

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