Nachruf

Klaus J. Jacobs: Mäzen mit Weitblick

Am 11. September ist der Unternehmer Klaus J. Jacobs nach schwerer Krankheit gestorben. Die Universität Zürich verdankt dem grosszügigen und visionären Mäzen unter anderem das renommierte «Jacobs Center for Productive Youth Development».

Theo von Däniken

(Bild: Marc Latzel)

«Klaus J. Jacobs war für die Universität Zürich eine bedeutende Persönlichkeit», würdigt Rektor Andreas Fischer den Verstorbenen. «Er zeichnete sich durch alle Eigenschaften und Verhaltensweisen aus, die sich eine Universität bei einem privaten Partner wünschen kann: durch ein visionäres, bisweilen hartnäckiges Interesse an bestimmten Fragestellungen, durch Vertrauen in die Lösungskapazität der Wissenschaft, durch Respekt vor der akademischen Arbeitsweise – und natürlich durch eine stupende Grosszügigkeit, die ihn und sein Lebenswerk adelte.»

Das Interesse und das Engagement von Klaus J. Jacobs galt den jungen Menschen: «Indem man Kindern etwas gibt, gibt man der Gesellschaft etwas zurück», begründete er den Antrieb für seinen grossen Einsatz zu Gunsten von Kindern und Jugendlichen. Genauso, wie er als Unternehmer global aktiv und erfolgreich war, so gab es für Klaus J. Jacobs keine Grenzen, wenn es um die Förderung von Kindern und Jugendlichen ging. Mit seiner Stiftung, der Jacobs Foundation, die er 1988 ins Leben rief und bis 2004 präsidierte, unterstützte und förderte er Projekte in der ganzen Welt.

Will man die Entwicklung von Kindern und Jugendlichen verstehen, spielt die Wissenschaft eine Schlüsselrolle. Davon war Klaus J. Jacobs überzeugt. «Wenn man einen Beitrag an evolutionären Verbesserungen leisten will, braucht man wissenschaftliche Unterstützung.» Getragen von dieser Überzeugung förderte Klaus J. Jacobs über seine Stiftung nicht nur Bildungs- und Ausbildungsprogramme für Jugendliche, sondern auch wissenschaftliche Projekte mit namhaften Beträgen. Seine Grosszügigkeit machte ihn zu einem der grössten privaten Mäzene der Wissenschaftsförderung.

Auch die Universität Zürich (UZH) erhielt Unterstützung: 2001 initiierte Klaus J. Jacobs an der UZH das «Jacobs Center for Productive Youth Development», das seine Stiftung mit 10 Millionen Franken finanzierte. Antrieb war ihm dabei, die Träume der Jugend besser zu verstehen und ihre Probleme klarer zu erfassen. Damit sollen am Zentrum die Grundlagen erarbeitet werden, um Probleme von Jugendlichen an den Ursachen anzugehen und nachhaltig zu lösen.

In diesem Sinne blieb Klaus J. Jacobs als Mäzen Grundsätzen treu, die ihm als Unternehmer Erfolge einbrachten. Auch in seinem beispiellosen sozialen Engagement war sein Denken und Handeln stets auf die Ergebnisse ausgerichtet. Wichtiger Teil des wissenschaftlichen Profils des «Jacobs Centers» ist deshalb, aus den in der Forschung gewonnenen Erkenntnissen Empfehlungen für die Politik zu formulieren.

Seit dem 175-Jahr-Jubiläum der UZH unterstützt die Jacobs-Foundation zudem die Zusammenarbeit mit der National University of Rwanda und mit der Makarere University Kampala in Uganda. Mit beiden Universitäten will die UZH enge Kooperationen in Forschung und Lehre aufbauen.

«Die Universität Zürich ist stolz auf das gemeinsam Erreichte», betont Rektor Andreas Fischer. «Sie betrachtet es als Ehre und Verpflichtung, zusammen mit der Jacobs Foundation das Werk des Verstorbenen weiter zu entwickeln.»

Theo von Däniken ist Redaktor von unipublic

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