Preis für Hirnforschung

Koetser-Preis an Harvard-Professor Howard L. Weiner

Letzten Freitag wurde der Preis der Betty und David Koetser-Stiftung für Hirnforschung an Howard L. Weiner von der Harvard Medical School für seine Multiple-Sklerose-Forschung verliehen. Der Preis ist mit 20’000 Franken dotiert.

Brigitte Blöchlinger

Die Betty und David Koetser-Stiftung unterstützt in erster Linie klinische Forschung und Grundlagenforschung in Neurologie und Neurobiologie an der Universität Zürich. Sie wurde 1993 gegründet und verleiht jährlich einen Preis für herausragende Arbeiten in Neurobiologie/Neurologie.

Koetser-Preisträger 2008: Howard L. Weiner von der Harvard Medical School (Bild: zVg)

Dieses Jahr ging der Koetser-Preis an Howard L. Weiner vom Center for Neurologic Diseases and Partners Multiple Sclerosis Center des Brigham and Women's Hospital der Harvard Medical School in Boston. Weiner wird für seine wegweisenden Beiträge in der Erforschung und Therapie der Multiplen Sklerose ausgezeichnet.

Regulatorische T-Lymphozyten

Multiple Sklerose ist eine immunologische, durch T-Lymphozyten vermittelte Erkrankung des Zentralnervensystems, welche schubförmig verläuft und oftmals einen chronischen und fortschreitenden Verlauf nimmt. Die Krankheitsaktivität geht mit einer Erhöhung der proinflammatorischen Lymphozyten, der sogenannten T-Helfer-Typ-1- und T-Helfer-17-Zellen einher. Diese können durch regulatorische T-Lymphozyten im Schach gehalten werden, wodurch die Krankheitsaktivität vermindert wird – eine Beobachtung, die therapeutisch genutzt werden soll.

Antikörper gegen Hirnproteine

In der chronischen Phase der Erkrankung kommt es zu einer Zerstörung des Hirngewebes, zur Neurodegeneration. Nebst den T-Lymphozyten als Träger der Entzündungsreaktion spielen Antikörper gegen Hirnproteine, beispielsweise gegen Myelinscheiden, eine Rolle.

Während der Verleihung des Koetser-Preises (v. l. n. r.): Prof. Beat Gähwiler, Prof. Howard L. Weiner, Prof. V. Dietz, Prof. A. Fontana. (Bild: zVg)

Fernziel Impfung gegen MS

Der mit dem Koetser-Preis ausgezeichnete Professor Howard Weiner hat diese Antikörper genauer unter die Lupe genommen und prüfte sie daraufhin, inwiefern das Vorkommen solcher Antikörper eine frühzeitige Diagnose der Multiplen Sklerose und eine Vorhersage über den Verlauf der Krankheit ermöglichen.

Fernziel ist es, basierend auf den Zielantigenen von krankheitsspezifischen Antikörpern, eine Impfung zur Prävention der Krankheit zu entwickeln.

 

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