Ranking

Uni-Ökonomen sind die Besten

Die Volkswirte der Universität Zürich sind als Forscher einsame Spitze im deutschsprachigen Raum. Das geht aus dem Ökonomen-Ranking des deutschen Handelsblattes hervor.

Thomas Gull

«Blüemlisalpstrasse 10 in Zürich – das ist die beste Adresse für ökonomische Forschung im deutschsprachigen Raum», schwärmt das Handelsblatt in seiner Ausgabe vom 18. September. In einem nüchternen Betonbau mit dem Charme der frühen siebziger Jahre, arbeiten zwei der produktivsten Volkswirte fast Tür an Tür: Bruno S. Frey und Ernst Fehr. Zusammen kommen die beiden auf mehr Veröffentlichungen in internationalen Fachzeitschriften als das gesamte VWL-Personal der Universität Köln, der grössten deutschen Fakultät für Wirtschaftswissenschaften. Wie das aktuelle Ranking der VWL-Fakultäten der Schweiz, Deutschlands und Österreichs des Handelsblattes zeigt, sind Fehr und Frey die Besten ihrer Zunft.

Professor Ernst Fehr publizierte am häufigsten in den besten Journalen. (Bild: Ursula Meisser)

Für das Ranking hat das Handelsblatt die Publikationen in den Top-5-Journals und den 182 wichtigsten internationalen Fachzeitschriften seit 1996 ausgewertet. Insgesamt wurden die Literaturverzeichnisse von mehr als 850 Forschern aus 90 Universitäten und Instituten analysiert.

Zürich beste Fakultät

Die Bilanz ist für die Universität Zürich mehr als erfreulich: Im Vergleich der Fakultäten nimmt sie mit fast 90 Punkten eine einsame Spitzenposition ein, gefolgt von Bonn (61) und München (61). Noch eindrücklicher wird dieses Ergebnis, wenn man die Punktzahl pro Forscher berücksichtigt. Da liegt Zürich mit 4,59 Punkten (bei 18 Forschenden) ebenfalls weit vor Bonn (2,65, 22) und München (2,52, 24). Die nächste Schweizer Universität findet sich erst auf Rang 13 (St. Gallen, 22 Punkte), dicht gefolgt von Basel und Bern.

Professor Bruno S. Frey hat das umfangreichste ökonomische «Lebenswerk». (Bild: Meinrad Schade)

Fehr und Frey die besten Forscher

In den individuellen Rankings steht einmal Ernst Fehr und einmal Bruno S. Frey an der Spitze. Bei den prestigeträchtigen Publikationen in den fünf führenden Wissenschaftszeitschriften der Welt seit 1996 führt Ernst Fehr die Rangliste mit einem schon fast astronomischen Vorsprung an: Fehr erreicht 6,73 Punkte, die nächstplatzierten Kollegen Moldovanu (Bonn, 3,57) und Schmidt (München 3,33) bringen es nur auf rund die Hälfte Publikationen (pro Publikation in einem Journal der Top 5 gibt es einen Punkt). Ebenfalls sehr gut klassiert in diesem Ranking sind der neu berufene Professor Fabrizio Zilibotti auf dem 6 und Bruno S. Frey auf dem 8 Platz. Bemerkenswert ist, dass es seit 1996 nur 29 deutschsprachige Forscher geschafft haben, in den fünf besten Journals «nennenswert präsent» zu sein, dazu gehören neben den drei erwähnten noch vier weitere Ökonomen aus Zürich: Thorsten Hens, Michael Wolf, Josef Zweimüller und Urs Fischbacher.

Wenn die gesamte Publikationsleistung, das «Lebenswerk», der Ökonomen gemessen wird, schwingt Bruno S. Frey obenaus, gefolgt von Martin Hellwig (Bonn) und Dennis Mueller (Wien).

12 der Schweizer Top-25-Forscher in Zürich

Von den 25 besten Forschenden der deutschsprachigen Schweiz arbeitet fast die Hälfte (12) in Zürich. Wie das Ranking des Handelsblattes ausweist, basiert das ausgezeichnete Abschneiden der Volkswirtschaftlehre der Universität Zürich damit nicht nur auf den Spitzenleistungen einzelner Forschender, die Fakultät verfügt vielmehr über eine grosse Zahl an international konkurrenzfähigen Wissenschaftlern.

Thomas Gull ist Redaktor des unimagazins

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