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Lebende Strukturen untersuchen

Am 1. und 2. März trafen sich Forschende des Nationalen Forschungsschwerpunktes (National Center of Competence in Research, NCCR) «Strukturbiologie» zum vierten Mal zu ihrer jährlichen Konferenz. Internationale Gastredner sowie Forschungsleiter des NCCR berichteten über neue Entwicklungen und aktuelle Themen der Strukturbiologie, in deren Zentrum die Aufklärung der Beziehung zwischen Proteinstruktur und –funktion steht.
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Der eine der beiden Hauptredner von der Universität Zürich war Prof. Raimund Dutzler. Er stiess vor bald zwei Jahren zum Nationalen Forschungsschwerpunkt «Strukturbiologie», nachdem er während viereinhalb Jahren beim Nobelpreisträger Roderick MacKinnons «Laboratory of Molecular Neurobiology and Biophysics» an der Rockefeller University in New York tätig war. Sein Spezialgebiet sind Ionenkanäle –Eiweisse, die in denMembranen der Zellen selektiv und kontrolliert Kalium, Chlorid oder andere Ionen in die Zelle hinein- und hinauslassen. Durch das Öffnen und Schliessen dieser Kanäle entstehen beispielsweise in Nervenzellen elektrische Signale. Aber auch bei anderen Zellen spielen die Ionenhaushalte in zahlreichen physiologischen Bereichen eine wichtige Rolle. So hängen alle Muskelbewegungen, Denk- und Wahrnehmungsprozesse sowie Stofftransporte mit diesen Kanälen zusammen. Der Schwerpunkt Dutzlers Forschungen sind die Chlorid-Ionenkanäle. In seinem Vortrag zeigte er detailliert, wie dessen molekulare Struktur den Transport dieser Ionen durch die Membrane steuert.

Der Weg der Chloridionen wird durch die roten Kugeln angedeutet.

Ebenfalls von der Universität Zürich war der Hauptredner Prof. Andreas Plückthun. Sein Vortrag hatte so genannte Repeat-Proteine zum Thema. Diese Moleküle sind neben den Antikörpern die häufigste Eiweissklasse, die spezifische Bindungen eingehen kann. Sie kommen in allen Zellen vor und könnten deshalb für Anwendungen in Zellen geeignet sein, dort wo Antikörper nicht hinkommen. Plückthuns Labor entwickelte eine Technologie, die es erlaubt, Repeat-Proteine neu zu erzeugen. Diese haben ein grosses Potenzial als Ersatz für Antikörper in der Forschung, Diagnostik und Therapie. Die Repeat-Protein-Technologie macht sich die Ende letzten Jahres gegründete Spinoff-Firma Molecular Partners unter der Leitung von Patrik Forrer zu Nutze. Das neue Unternehmen hat dieses Jahr den Swiss Technology Award gewonnen.

Neben den Referenten des NCCR Strukturbiologie sprachen im Auditorium Maximum der ETH Zürich weitere international namhafte Forscher über die Struktur von Photosynthesemolekülen, Proteinkomplexen in der Atmungskette oder der Alzheimerablagerungen Amyloid.

Das NCCR Strukturbiologie wird von Prof. Markus Gerhard Grütter von der Universität Zürich geleitet und ist einer von 14 Nationalen Forschungsschwerpunkten des Schweizerischen Nationalfonds. Unterstützt wird das NCCR vom Nationalfonds, der Universität Zürich und der ETH Zürich.

Dem Programm angeschlossen sind gut hundert Forschende der Universitäten Zürich, Basel und Lausanne, der ETH Zürich und des Paul Scherrer Instituts.

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