Georg Friedrich Götz-Preis

Den medizinischen Fortschritt fördern

Nicht weniger als vier Preisträger durften am 21. Oktober am Universitätsspital Zürich den diesjährigen Georg Friedrich Götz-Preis für medizinische Forschung entgegennehmen. Ausgezeichnet wurden Forschungen im Bereich Diabetes, Prionen-Erkrankungen und Pharmakologie.

Adrian Ritter

Prof. Walter Bär, Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Zürich: «Vier Preisträger sind gerechtfertigt, denn es gibt in Zürich einfach viele ausgezeichnete Wissenschaftler.» (Bild: Adrian Ritter)

Man dürfe ein Jubiläum feiern, meinte Prof. Walter Bär, Dekan der Medizinischen Fakultät der Universität Zürich, bei der Begrüssung. Zum dreissigsten Mal werde in diesem Jahr der Georg Friedrich Götz-Preis vergeben. Der Preis sei in dieser Zeit zu einer renommierten und begehrten Auszeichnung und für die Preisträger zu einem Meilenstein in ihrer wissenschaftlichen Karriere geworden.

Gab es in den vergangenen Jahren meist zwei Preisträger, waren es in diesem Jahr gleich vier. «Es gibt in Zürich einfach viele ausgezeichnete Wissenschaftler – und die Stiftung hat eine exzellente Auswahl getroffen», so Bär. Übergeben wurden die Preise von Professor Hans Weder, Rektor der Universität Zürich und Präsident der Georg-Friedrich-Götz-Stiftung. Mit je 10'000 Franken wurden ausgezeichnet: Professor Dr. med. Gerd A. Kullak-Ublick, Professor Dr. med. Marc Y. Donath und Dr. med. Markus Glatzel vom Universitätsspital Zürich und PD Dr. med. Anna Lauber-Biason von der Universitätskinderklinik Zürich.

Gerd A. Kullak-Ublick (rechts) erhält von Stiftungspräsident Prof. Hans Weder die Auszeichnung für seine Forschung zu Medikamententransportsystemen. (Bild: Adrian Ritter)

Wenn Medikamente interagieren

Gerd A. Kullak-Ublick ist Oberarzt an der Abteilung für Gastroenterologie und Hepatologie und Inhaber einer Förderprofessur des Schweizerischen Nationalfonds. Seine klinischen Schwerpunkte liegen neben den Lebererkrankungen auch bei den chronischen, entzündlichen Darmerkrankungen (Morbus Crohn und Colitis ulcerosa). Kullak-Ublick gehöre zu den führenden Forschern in seinem Bereich und habe auch international ein hervorragendes Renommee, ist in der Preisbegründung zu lesen. Er wurde für seine Forschungen zur Rolle von hepatischen und intestinalen Transportsystemen und der Bedeutung der genetischen Regulation von Medikamententransportsystemen geehrt. Kullak-Ublicks Forschung lieferte unter anderem neue Erkenntnisse über die Interaktion verschiedener Medikamente.

Marc Y. Donath wurde ausgezeichnet für die Entwicklung von neuen therapeutischen Konzepten für die Behandlung von Typ 2 Diabetes Patienten. (Bild: Adrian Ritter)

Die Diabetes-Epidemie

Marc Y. Donath ist Forschungsgruppenleiter an der Abteilung für Endokrinologie und Diabetologie des Universitätsspitals. Er wurde mit dem Preis bedacht für seine Forschung über molekulare und zellbiologische Mechanismen in menschlichen Pankreasinselzellen und der Entwicklung von neuen therapeutischen Konzepten für die Behandlung von Typ 2 Diabetes Patienten. Dass solche Forschung notwendig ist, zeigte er in seinen Ausführungen auf: Bis im Jahre 2025 sei mit einer Verdoppelung der weltweit an Diabetes Erkrankten auf 340 Mio. Menschen zu rechnen (2002: 170 Mio. Personen).

Markus Glatzel versucht Prionenerkrankungen im Muskelgewebe und in lymphatischen Organen nachzuweisen. (Bild: Adrian Ritter)

Prionen im Muskel entdeckt

Markus Glatzel ist Forscher am Institut für Neuropathologie des Universitätsspitals. Er hat sich in den vergangen Jahren insbesondere mit Prionenerkrankungen beschäftigt. Seine Forschung zeigte unter anderem, dass infektiöse Prionen der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit nicht nur im Gehirn, sondern auch in der Muskulatur und in lymphatischen Organen nachgewiesen werden können. In einer grossangelegten Studie soll jetzt weiter untersucht werden, inwiefern sich Muskelbiopsien tatsächlich zur Diagnose eignen. In Zusammenarbeit mit verschiedenen Spitälern der Schweiz wird zudem versucht, die Verbreitung subklinischer Formen der BSE-bedingten Form der Creutzfeldt-Jakob-Krankheit festzustellen. Damit soll das potenzielle Infektionsrisiko bei medizinischen Eingriffen abgeschätzt werden können.

Anna Lauber-Biason erhält den Götz-Preis 2004 für ihre Forschung zu den molekularen Grundlagen von Erbkrankheiten in der Pädiatrie. (Bild: Adrian Ritter)

Diabetes bei Kindern

Anna Lauber-Biason ist Oberassistentin an der Abteilung für Endokrinologie und Diabetologie der Universitätskinderklinik Zürich. Als hochqualifizierte Kinderärztin habe sie einen ausgezeichneten Ruf als Forscherin auf dem Gebiet der pädiatrischen Endokrinologie. Geehrt wird sie für ihre Erforschung der molekularen Grundlagen von Erbkrankheiten. In ihren Ausführungen berichtete sie darüber am Beispiel der monogenetischen Formen von Diabetes bei Kindern. Mit PAX4 gelang es, ein Gen zu identifizieren, welches bei der Entstehung von Diabetes eine wichtige Rolle spielt. Ein weiteres Forschungsgebiet von Lauber-Biason ist die sexuelle Differenzierung beim Menschen. Darüber wird sie an ihrer Antrittsvorlesung am kommenden Samstag referieren (23.10. 10.00 Uhr, Aula der Universität Zürich).

Adrian Ritter ist freischaffender Journalist in Zürich.