Ausstellung

Forschung direkt! eröffnet

Mit einem ersten Event für geladene Gäste und Medien hat die Mathematisch - naturwissenschaftliche Fakultät der Universität Zürich ihr Wissensfestival eröffnet. Das Festival gibt einen gut gelungenen Einblick in die vielfältige Welt der Naturwissenschaften. Und manch einer der Gäste staunte, was alles zu den Naturwissenschaften dazugehört.

Christoph Schumacher

WormBot bewegt sich schlangenähnlich über den Boden. (Bild: Christoph Schumacher)

WormBot nennt sich eine Schlange, die sich, wie das Schlangen so tun, elegant über den Boden bewegt und sich schliesslich einrollt. Die seltsamen Geräusche verraten jedoch, dass im Innern der Schlange Elektromotoren anstelle von Muskeln werkeln. «Das spezielle an dieser Schlange ist», erzählt ProjektleiterRichard Hahnloser, «dass es kein zentrales Steuerorgan gibt. Jedes Glied des künstlichen Schlangenkörpers reagiert auf die ihm benachbarten Glieder.» Embodiment nennt sich dieses neue Konzept im Bereich der Künstlichen Intelligenz. Materialeigenschaften werden zielgerichtet verwendet um ein intelligentes Verhalten zu erreichen, ohne dass dazu intensive Steuerungsarbeit nötig ist.

Schnelle Magnetschwebebahn dank Supraleitern. (Bild: Christoph Schumacher)

Beinahe widerstandslose Magnetschwebebahn

Ein Modell einer Magnetschwebebahn lässt einen Blick in eine mögliche Zukunft zu. Was da in wabbernde Stickstoffwolken gehüllt lautlos im Kreis rum flitzt, ist aber keine herkömmliche Magnetschwebebahn. Die Forscher nutzen die supraleitenden Fähigkeiten eines neu entwickelten Materials. Das Modell wird mit flüssigem Stickstoff aufgefüllt, der den Supraleiter auf beinahe minus 200 Grad Celsius kühlt. Doch was hat die supraleitende Fähigkeit mit Magnetfeldern zu tun? Die Erklärung kommt von Stefan Kohout, dem Projektleiter: «Als man Anfangs des 20. Jahrhunderts an Supraleitern zu forschen begann entdeckte man zuerst die Fähigkeit des Materials, den elektrischen Widerstand zu verlieren. Dies gab der neuen Technologie den Namen. Erst einige Jahre später entdeckte man, dass supraleitende Materialien Magnetfelder abstossen.»

Bakterien können aus Autokatalysatoren Platin zurückgewinnen. (Bild: Christoph Schumacher)

Auch Bakterien lieben Gold

Bakterien sind Kleinstlebewesen, die sich ganz unterschiedlich ernähren. Das Projekt von Helmut Brandl beschäftigt sich damit, den Bakterien Metalle schmackhaft zu machen. Anwendungen in der Praxis gibt es viele: Rückgewinnung von Platin aus Autokatalysatoren, Kupfer- und Goldbergbau, Entseuchung von schwermetallverseuchten Böden. Was bisher mit aufwändigen und kostenintensiven Verfahren bewältigt werden musste, wird vielleicht schon in naher Zukunft von unscheinbar kleinen Bakterien erledigt werden.

Prorektor Alexander Borbely eröffnete den Anlass offiziell. (Bild: Christoph Schumacher)
Christoph Schumacher ist Mitarbeiter von unicom und freier Fotograf und Journalist.