Center of Competence Finance in Zurich

Neues Kompetenzzentrum Finanzen

Das Center of Competence Finance in Zurich (CCFZ) der Universität Zürich und der ETH wurde am 25. März 2004 offiziell eröffnet. Träger des international ausgerichteten, interdisziplinären CCFZ sind insgesamt 45 Professoren aus den Wirtschaftswissenschaften, der Informatik, den Rechtswissenschaften und der Mathematik. Damit wird die Bedeutung des Finanzplatzes Zürich auch von Seiten der Forschung unterstrichen.

Michèle Büttner

(Bild: CCFZ)

Zur offiziellen Eröffnung des CCFZ fanden sich viele interessierte, meist ältere Hörer in der Aula der Universität Zürich ein und – angesichts der Tatsache, dass viele Wirtschaftsstudenten nach ihrem Abschluss im Finanzbereich arbeiten werden – erstaunlich wenige Studentinnen und Studenten.

Finanzforschungsplatz Zürich

Eröffnet wurde der Abend von Hans Weder, dem Rektor der Universität Zürich. Weder unterstrich die Bedeutung des Finanzplatzes Zürich für die Stadt und den Kanton. Zürich sei sowohl durch die hier angesiedelten Banken wie auch durch die beiden Hochschulen geradezu prädestiniert für ein Kompetenzzentrum Finanzen. Das CCFZ will die Aktivitäten der Universität Zürich und der ETH in Forschung und Lehre im Bereich Finanzwirtschaft fördern und koordinieren sowie entsprechende Forschungskooperationen mit Universitäten im In- und Ausland verstärken.

Albert Waldvogel (Bild: Mich???le B???ttner)

Albert Waldvogel, Vertreter der Schulleitung der ETH und Projektleiter des Programms «Strategische Erfolgspositionen SEP», stellte die SEP-Projekte der Universität und der ETH vor, mit denen man die bestehenden «Stärken verstärken» wolle. Dazu gehören auch die «Entrepreneurial and Financial Sciences». Rund 44,5 Millionen Franken werden innerhalb von drei Jahren im Rahmen des SEP vergeben, um interdisziplinäre Projekte zu fördern. Da sei das CCFZ eine gute Möglichkeit, um die Stärken weiter festigen zu können.

Hans Geiger (Bild: Michele Buettner)

Informationsplattform

Hans Geiger, Professor für Betriebswirtschaftslehre an der Universität Zürich und Vorsitzender des CCFZ, beschrieb in seinem Vortrag, wie das CCFZ aufgebaut ist und was dessen Ziele sind: Koordination und Förderung von Forschung und Lehre im Finanzwirtschaftsbereich. Da Universität und ETH komplementäre Kompetenzen aufweisen, wolle man diese Ressourcen sinnvollerweise gemeinsam gut nutzen. So ergänzen sich die Wirtschaftswissenschaftliche Fakultät und das Institut für schweizerisches Bankwesen der Universität sowie das Departement für Mathematik der ETH in idealer Weise. Das CCFZ soll nicht zuletzt eine Informationsplattform für Wirtschaft, Behörden und die Öffentlichkeit sein.

Walter Farkas (Bild: Michele Buettner)

Master-Lehrgang als Herzstück

Das Herzstück des Kompetenzzentrums ist das Weiterbildungsprogramm «Master of Advanced Studies in Finance». Der Leiter des Lehrgangs, Walter Farkas, stellte den seit 2002 existierenden Studiengang kurz vor: Der Schwerpunkt liegt im Bereich quantitative Finanzen, mit Spezialisierung in Risiko- oder Vermögensverwaltung. Das Angebot richtet sich an Hochschulabsolventinnen und -absolventen, vorzugsweise in einer finanzwirtschaftlichen oder stark quantitativ orientierten Fachrichtung wie Mathematik, Physik oder Ingenieurwissenschaften. Die Unterrichtssprache ist Englisch. Nach zwei erfolgreich abgeschlossenen Semestern müssen die Teilnehmenden eine viermonatige Abschlussarbeit bewältigen, um den Master-Titel zu erlangen. Die Abschlussarbeit dient vor allem dazu, den Kontakt zur Wirtschaft zu fördern. So sind Forschungsvorschläge von Seiten derWirtschaft sehr willkommen.

Freddy Delbaen (Bild: Michele Buettner)

Risikomanagement

Der Abend schloss mit drei Kurzpräsentationen zum Forschungsthema Risikomanagement. Professor Freddy Delbaen vom Mathematik-Departement der ETH umschrieb den Rahmen, in dem sich die mathematischen Berechnungen zur Risikomasse bewegen. Die Hauptaufgabe der Mathematiker ist dabei die Messung und Kontrolle der Finanzrisiken von Banken und Finanzinstituten.

Abraham Bernstein (Bild: Michele Buettner)

Abraham Bernstein, Professor am Institut für Informatik der Universität Zürich, zeigte auf, wie Betrügereien mittels automatischer Methoden – etwa Netzwerkanalysen – aufgedeckt werden können. Trauriges Beispiel: Zeichnet man das Beziehungsnetzwerk der Todespiloten vom 11. September 2001 auf, zeigt sich sehr deutlich, dass alle Beziehungsstränge zu Mohammed Atta führten.

Hans Caspar von der Crone (Bild: Michele Buettner)

Hans Caspar von der Crone, Professor an der rechtswissenschaftlichen Fakultät, beendete die Vortragsreihe mit Ausführungen zum Thema «Risiko und Corporate Governance».

Michèle Büttner ist freie Wissenschaftsjournalistin.