Neues Zentrum zur Jugendforschung an der Universität

Die Universität Zürich baut ein neues Zentrum zur Jugendforschung auf, das «Jacobs Center for Productive Youth Development». Dieses europäisch ausgerichtete Zentrum soll der Jugendforschung neue Impulse verleihen. Es wird von der Jacobs Foundation mit 10 Millionen Franken finanziert. Heute fand die Gründungsfeier an der Universität statt.

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Auch gesungen wurde an der Gründungsfeier des neuen Zentrums. (Bild: Christoph Schumacher)

Die Jacobs Foundation fördert seit ihrer Gründung im Jahr 1988 Forschungs- und Umsetzungsprojekte im Bereich Jugend. Nun ermöglicht sie mit einem Beitrag von 10 Millionen Franken die Errichtung eines Zentrums zur Jugendforschung an der Universität Zürich. Für das Zentrum werdendrei Assistenzprofessuren geschaffen. Die operative Leitung übernimmt ein Gremium von drei Professorinnen und Professorender Universität, die strategische Leitung liegt bei einem Lenkungsausschuss, dem Rektor Hans Weder, Prorektor Udo Fries, Ernst Buschor und Stifter Klaus J. Jacobs angehören.

Rektor Hans Weder (rechts) im Gespräch mit Stiftungspräsident Klaus. J. Jacobs. (Bild: Christoph Schumacher)

An der heutigen Gründungsfeier in der Aula der Universität Zürich unterstrich Rektor Hans Weder den Modellcharakter dieser Zusammenarbeit zwischen Universität und privater Stiftung. Es sei gelungen, so Rektor Weder, einen wissenschaftlich hochinteressanten Themenbereich zu identifizieren, das Mitspracherecht des Geldgebers sinnvoll zu gewährleisten und die akademische Unabhängigkeit umfassend zu sichern.

Bildungsdirektor Ernst Buschor (Bild: Christoph Schumacher)

Regierungspräsident Ernst Buschor, scheidender Bildungsdirektor des Kantons Zürich, griff in seiner Rede die Bedeutung von Stiftungen für eine dynamische Gesellschaft auf, «weil sie in nahezu allen Lebensbereichen auf der ethischen Grundlage eines gemeinnützigen Engagements Innovationen fördern, zu deren Umsetzung der Staat oder die Wirtschaft nicht in der Lage wären.»

Auch Alt-Bundesrat Flavio Cotti befand sich im Publikum. (Bild: Christoph Schumacher)

Für Klaus J. Jacobs, der die Jacobs Foundation errichtet hat und bis heute präsidiert, fügt sich das Zentrum präzise in die Stiftungstätigkeit ein, die auf die Förderung der Lebensqualität und der sozialen Chancen von Jugendlichen zielt. Das Forschungszentrum als Eliteinstitut im europäischen Kontext soll eine Antwort auf die erschütternden Ergebnisse der Pisa-Studie sein und dazu beitragen, die pädagogische Pionierrolle der Schweiz weiterzuentwickeln.

Marlis Buchmann (Bild: Christoph Schumacher)

Marlis Buchmann, Professorin für Soziologie an der Universität Zürich und der ETH Zürich, wies in ihrem Beitrag darauf hin, dass sich die wissenschaftliche Forschung zwar intensiv mit den Jugendlichen als Problemgruppen befasst, aber weitaus weniger auf die positiven Entwicklungen im Kindes- und Jugendalter fokussiert. Angesichts des schrumpfenden Anteils von Kindern und Jugendlichen in den Gesellschaften der westlichen Welt sind soziale Investitionen in die heranwachsende Generation jedoch von eminenter Wichtigkeit. Das neugegründete Jacobs Center for Productive Youth Development soll deshalb zu einem führenden Ort des wissenschaftlichen Austausches im Bereich der Jugendforschung werden.