Parkgebühren

Kostendeckende Parkplätze

Die Universität Zürich erhöht ihre Parkgebühren per 1. Januar 2023. François Chapuis, Direktor Immobilien und Betrieb, erklärt im Interview, warum das notwendig ist.

Nathalie Huber

Die Universität Zürich stellt ihren Angehörigen sowie Dritten an verschiedenen Standorten kostenpflichtige Parkplätze zur Verfügung. Nun hat die Universitätsleitung (UL) entschieden, die Parkgebühren auf Anfang nächstes Jahr zu erhöhen. Was hat die UL dazu bewogen, Herr Chapuis?

François Chapuis: Wir haben die Parkgebühren zuletzt vor 11 Jahren angepasst – die Tarife sind aktuell sehr niedrig und liegen deutlich unter dem Marktniveau. Der Kantonale Gestaltungsplan gibt uns indes vor, Parkplätze zu marktüblichen Konditionen zu vermieten. Hinzu kommt, dass die Vermietungseinnahmen die anfallenden Infrastruktur- und Betriebskosten nicht decken. Damit setzen wir falsche Anreize.

Können Sie das konkretisieren?

Solange die Gebühreneinnahmen die Kosten nicht decken, subventionieren wir Parkplätze –dadurch bevorzugen wir letztlich den Individualverkehr mit dem Auto gegenüber dem Öffentlichen Verkehr. Dies steht klar im Widerspruch zur Nachhaltigkeitsstrategie der UZH. Mit ihrer Sustainability Policy möchte die UZH möglichst emissionsarme öffentliche Verkehrsmittel für das Pendeln zum Hochschulgebiet fördern.

Ist die Gebührenerhöhung also auch eine Nachhaltigkeitsmassnahme?

Im weiteren Sinne, ja. In erster Linie sollen die Parkgebühren kostendeckend sein und marktüblichen Preisen entsprechen. Im Moment weist die Rechnung für die Parkplatznutzung ein Defizit von 1,4 Millionen Franken auf, da besteht dringender Handlungsbedarf. Zugleich ist es der UZH ein zentrales Anliegen, möglichst viele ihrer Angehörigen für eine nachhaltige Mobilität zu gewinnen. Die Arbeits- und Studienplätze der Hauptstandorte Zentrum, Irchel und Oerlikon sind mit dem ÖV und mit Fahrrädern bestens erschlossen. Die Mehrheit der UZH-Angehörigen nutzt diese vorteilhafte Ausgangslage bereits heute.

Dennoch kritisieren einige Nutzer:innen die massive Gebührenerhöhung...

Das ist verständlich, für einige mag auch die finanzielle Schmerzgrenze erreicht sein. Fakt ist: Mit den jetzigen Tarifänderungen können wir zwar den Subventionierungsgrad reduzieren, die Kosten für die 1'833 Parkplätze sind aber noch nicht vollumfänglich gedeckt.

Ist mit einer weiteren Gebührenerhöhung zu rechnen?

Da die Parkgebühren auch nach der Erhöhung noch unter dem Marktniveau liegen, erfüllen wir die Vorgaben des Kantonalen Gestaltungsplan noch nicht ganz. Es ist also möglich, dass wir die Preise nochmals erhöhen müssen. Aktuell ist aber keine zusätzliche Gebührenerhöhung geplant.

Viele universitäre Einheiten leisten im Auftrag der UZH Schicht-, Notfall- oder Pikettdienst und sind dadurch auf Parkplätze angewiesen. Welche Regelungen gelten für sie? 

Universitäre Einheiten, deren Angehörige aufgrund unregelmässiger Arbeitszeit einzig mit dem Auto an die UZH pendeln können, können einige Parkplätzen reservieren. Neu sind aber auch für sie die Parkplätze ab dem 1. Januar kostenpflichtig. Von den Gebühren ausgenommen sind einzig Parkplätze für Menschen mit Beeinträchtigung.

Erhöhen auch die anderen Hochschulen im Zentrum ihre Parkgebühren?

Das Mobilitätsmanagement Hochschulgebiet Zürich Zentrum (HGZZ) hält fest, dass die ETH Zürich, das Universitätsspital Zürich (USZ) sowie die UZH für ihre Parkplätze marktübliche Gebühren verlangen müssen. Sowohl die ETH als auch das USZ haben ihre Parkgebühren kürzlich angepasst.

Hintergrund

Die UZH stellt Mitarbeitenden, Studierenden und externen Personen kostenpflichtige Parkplätze zur Verfügung. Diese gehören zu den Immobilien aus dem Verwaltungsvermögen des Kantons Zürich oder sie werden bei privaten Eigentümern angemietet. Die UZH unterscheidet bei ihren Tarifen zwischen den Parkplatzkategorien: persönliche Parkplätze für interne bzw. externe Personen, unpersönliche Parkplätze für interne bzw. externe Personen und Behindertenparkplätze.

Nathalie Huber, Redaktorin UZH News