Auflösung Dialekt-Quiz

Extrawurst bitte!

64 Personen konnten unser Dialekt-Quiz knacken. Allna danka velmol fös Mitmacha! Die glückliche Gewinnerin wurde mittlerweile durchs Los bestimmt, und so bleibt uns nur noch, für all jene, die sich vergebens an den dialektalen Extrawürsten versuchten, die richtigen Lösungen zu veröffentlichen.

Brigitte Blöchlinger

Fritz in Graubuenden
Die schweizerdeutschen Dialekte bergen je nach Kanton andere syntaktische Herausforderungen. So sieht man z. B. in Graubünden in manchen Walser-Orten nicht wie anderswo in der Deutschschweiz «de Fritz», sondern sagt: «Ich han Fritz gseh.» (Bild: iStock)

 

Das Quiz zur Syntax der schweizerdeutschen Dialekte hatte es in sich (siehe UZH News vom 6. April). Selbst Personen mit Schwiizertütsch als Muttersprache mussten bei einigen Fragen raten. Doch bedeutet das keineswegs, dass wir unserer Muttersprache nicht mächtig wären. Sondern vielmehr, dass die allermeisten Leute die Satzbau-Regeln ihres Dialekts unbewusst richtig anwenden. Doch wie man in anderen Kantonen sagen würde, das wissen nur die wenigsten mit Sicherheit.

Deshalb freut es uns umso mehr, dass 64-mal der richtige Lösungssatz Extrawurst bitte! bei uns eingetroffen ist. Das Dialekt-Quiz hat offenbar Spass gemacht, wie zahlreiche Rückmeldungen zeigen. Die glückliche Gewinnerin wurde mittlerweile durchs Los bestimmt und wird in den kommenden Wochen von den beiden Wallisern des Kommunikationsteam der UZH zum Mittagessen eingeladen. Wir gratulieren herzlich und wünschen En Guete!

Für alle, die noch daran zu kauen haben, dass sie an den dialektalen Extrawürsten scheiterten, hier nun die richtigen Lösungen.

Auflösung des Quiz

Das Quiz mit allen (auch den falschen) Antworten finden Sie auf UZH News (6. April 2022). Im Folgenden die Fragen plus die richtigen Antworten:
 

In welchem Schweizer Kanton übersetzen ältere Leute den Satz Da wird gearbeitet mit: Da wird's gschaffet.

E   Aargau


Wie übersetzt man Gib es mir! auf Schweizerdeutsch?

X   Beides möglich: Gib mir's und Gib's mir


Im Kanton Freiburg benutzt man häufig Dativ statt Akkusativ und sagt z. B. auf die Frage, für wen ein Strauss Blumen sei: Di si nid für dir!

T   Richtig


Wie würde ein waschechter Walliser diesen Satz übersetzen: Für wen sind denn die Blumen?

R   Fer wels sind de di Blüeme?


Äs isch scho 71! In welchem Kanton kann sich diese Altersangabe auf einen Mann beziehen?

A   Wallis


In Sätzen wie Hinkend ist er nach Hause gelaufen gibt es zwei Handlungen, die gleichzeitig passieren (hinken und laufen). Im Schweizerdeutschen gibt es viele verschiedene Möglichkeiten, zwei gleichzeitig ablaufende Handlungen auszudrücken. Wie sagt man zum Beispiel im Glarnerland?

W   Z hinggedsä ischer hei gloffe.


In Sätzen wie Du hast sicher viel zu erzählen  steht im Schweizerdeutschen wie im Hochdeutschen nach zu immer der Infinitiv.

U   Nein, es gibt Ausnahmen. Die Appenzeller zum Beispiel hängen ein -id an: Du hescht sicher vil z verzöllid.


Den Satz Die Milch musst du heiss trinken  übersetzt man im Wallis mit D Milch müesch heissi triichu. Hat das Getränk ein sächliches Genus, muss man das anders formulieren: Ds Kaffe müesch heissus triichu. Desgleichen, wenn das Getränk maskulines Genus hat: Der Tee müesch heisse triichu. In welchen Regionen nimmt man für alle drei grammatischen Geschlechter dieselbe Endung -e (heisse, hässe, hoassa, heissne)?

R   St. Gallen und Appenzell


Eine Eigenheit des Schweizerdeutschen ist, dass Rufnamen immer nur mit Artikel verwendet werden, also Ich ha s Vreneli, de Kevin, d Doris gseh.

S   Falsch. Im Berner Oberland und an einigen Walser-Orten in Graubünden heisst es auch: I han Fritz gseh.


Bei den Besitztümern liebt man in der Deutschschweiz klare Verhältnisse. Deshalb heisst Peters Hund überall em Peter sin Hund.

T   Falsch. Im Wallis ist es  ds Petersch Hund  und im Fribourgischen  em Petersch Hun.


So wie man im schneereichen Norden viele Wörter für Schnee kennt, benutzt man in der reichen Deutschschweiz mehrere Arten, um zu sagen: Das gehört mir. Welche der folgenden Sätze sind richtig (Mehrfachnennung möglich)?

B   Das isch miine.

I    Das isch miin.

T   Das isch miis.

T   Das isch miir.

E   Das isch mii.

Brigitte Blöchlinger, Redaktorin UZH News

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