Swiss LGBTI-Label

Diversity-Gütesiegel für die UZH

Die UZH hat das «Swiss LGBTI-Label» erhalten. Die Auszeichnung bescheinigt der UZH, eine Kultur der Offenheit, Inklusion und Wertschätzung gegenüber LGBTI-Menschen zu leben.

Marita Fuchs3 Kommentare

Freut sich über die Vergabe des Swiss LGBTI-Labels an die UZH: Vize-Rektorin Gabriele Siegert. (Video: Brigitte Blöchlinger)

 

Arbeitsorte und auch Ausbildungsstätten sind für viele LGBTQI-Menschen (Lesbian, Gay, Bisexual, Transgender, Queer und Intersex) ein heikles Terrain. Sie vermeiden es häufig, ihre sexuelle Orientierung und sexuelle Identität bekannt zu machen. Diejenigen, die offen damit umgehen, erfahren zuweilen Diskriminierung oder haben schlechtere berufliche Chancen. Unternehmen und Organisationen sind deshalb gut beraten, für Gleichberechtigung zu sorgen. 

Diversität und Inklusion

Swiss LGBTI ist eine Non-Profit-Organisation, die sich für eine diverse und inklusive Kultur einsetzt. Sie zeichnet jedes Jahr Unternehmen und Organisationen, die ein professionelles Diversity & Inclusion Management vorweisen können, mit dem Label «Swiss LGBTI» aus. Viele bekannte Institutionen und Firmen haben das Label bereits erhalten, wie etwa das Universitätsspital, die Stadt Zürich, ABB, Novartis oder die SBB, um nur einige zu nennen. Die UZH hatte sich letztes Jahr um das Label beworben. 

Die Verleihungen finden jeweils im Rahmen des Pride Month statt, an der die LGBTI-Community im Juni ein Zeichen setzt gegen Gewalt und Diskriminierung.

Gradmesser für eine offene Arbeitskultur

Am Mittwoch letzter Woche wurden in der Wasserkirche in Zürich die Swiss LGBTI-Label 2021 an 18 Unternehmen vergeben. Den Gästen richtete Moreno della Picca, Leiter Core-Team LGBTI-Label, als Gastgeber seine Grussbotschaft aus.

Die Veranstaltung wurde auch auf den Vorplatz des Helmhauses übertragen. Für die musikalische Umrahmung sorgten am Klavier Oliver Fritz und für den Gesang Erich Bieri. Als Gastrednerin sprach Monika Rühl, Direktorin von economiesuisse. Sie betonte, dass die Vielfalt von Mitarbeitenden in Unternehmen ein Erfolgsfaktor sei, es gebe weniger Personalwechsel und der wirtschaftliche Erfolg sei nachweisbar.

Das Swiss LGBTI-Label sei für Arbeitnehmende, die auf Stellensuche sind, ein Hinweis für eine offene Arbeitskultur. Moderator Mark Alder führte mit Witz und Humor durch die Veranstaltung und vergab die Preise.

Erste Schweizer Hochschule mit LGBTI-Label

Die UZH ist die erste Hochschule der Schweiz, die das Label erhält. Vize-Rektorin Gabriele Siegert nahm die Auszeichnung entgegen. Die Bewerbung um das Label sei ein spannender Prozess gewesen, sagte sie. Es lohne sich, die Arbeitskultur zu reflektieren.

Gabriele Siegert wies darauf hin, dass die UZH sich auch wissenschaftlich mit dem Thema Gleichstellung auseinandersetzt. Der Universitäre Forschungsschwerpunkt «Equality of Opportunity» zum Beispiel untersucht wirtschaftliche und soziale Entwicklungen, die zu Ungleichheit führen.

Am Ende der Veranstaltung wurden alle Preisträger und Preisträgerinnen mit einem grossen Schlussapplaus belohnt.

LGBTI-Label

Voraussetzungen für die Vergabe des Swiss LGBTI-Labels sind Eigenverantwortung durch Selbstdeklaration und der Nachweis der deklarierten Massnahmen durch eingereichte Dokumente. Basierend auf der Auswertung eines Fragebogens und der Überprüfung der eingereichten Dokumente wird ein Bericht erstellt, der auch die Grundlage für den Entscheid zur Vergabe des Labels ist. Der Vergabeprozess wird wissenschaftlich begleitet vom Institut New Work der Berner Fachhochschule. Das Label wird künftig regelmässig im Rahmen eines festlichen Aktes vergeben und gilt für drei Jahre.

Marita Fuchs, Redaktorin UZH News

3 Leserkommentare

Eric Berger schrieb am Fortschritt (?) Es bleibt die Hoffnung, dass man vor lauter Inklusion die alten weissen Männer nicht vergisst
Di Luca Pietro schrieb am Non Profit ok, aber Gütesiegel kostet Transparenz heisst auch, dass die Vergabe nur an Unternehmen geht, welche auch einen Beitrag bezahlen. Ab 250 Mitarbeitende kostet es sFr. 3'000.--. Sowas dürfte man auch nennen, oder?
Anja Knöpfli schrieb am Gratulation! Ich gratuliere und danke auch nochmals, dass man mir geholfen hatte, als es Probleme gab damals mit Kirche und Wechsel an die Theologischen Fakultät. Leider gibt es weiterhin Probleme mit der Bildungkirche und Weiterbildung mit meinem Bachelor Theologie, da der Leitung dort ein Gespräch mit mir verweigert und die Kirche einfach meinen theologischen Bachelorabschluss ignoriert für kirchliche Weiterbildung!

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