Auszeichnung für UZH-Altersmedizinerin

Langsamer älter werden und länger gesund bleiben

Heike A. Bischoff-Ferrari, Professorin für Geriatrie und Altersforschung an der UZH und Leiterin der DO-HEALTH-Studie, erhielt am Mittwoch den «ICFSR Lifetime Achievement Preis» in Anerkennung ihrer Forschung im Bereich Prävention altersbezogener chronischer Krankheiten. Eine Folge-Studie der Forscherin zur Verlangsamung des biologischen Alterungsprozesses wurde Anfang dieser Woche vom SNF bewilligt und finanziert.

Marita Fuchs1 Kommentar

Prof. Heike A. Bischoff-Ferrari
Erhielt den ICFSR Lifetime Achievement-Preis und die Zusage des Schweizerischen Nationalfonds das neuste Forschungsprojekt «DO-HEALTH-Bio-Age-Trial» umzusetzen: UZH-Altersmedizinerin Heike A. Bischoff-Ferrari. (Bild: zVg.)

 

An der ICFSR, der Internationalen Konferenz zur Erforschung von Gebrechlichkeit, Sarkopenie, und Prävention altersbezogener Erkrankungen (Geroscience), treffen sich jährlich Forschende aus Hochschulen, Behörden und Industrie um ihre neuesten Ergebnisse aus klinischen und vorklinischen Studien, Medikamentenversuchen, Ernährungsstudien und anderen Interventionen vorzustellen.

Die diesjährige Tagung fand in Boston statt mit Online-Übertragung und begann mit der Verleihung des «ICFSR Lifetime Achievement-Preises» an UZH-Professorin Heike Bischoff-Ferrari für ihre herausragenden Leistungen im Bereich der Altersforschung.

Die UZH-Forscherin startete 2012 zusammen mit anderen Forschenden in Europa und den USA die DO-HEALTH-Studie. Die DO-HEALTH Studie ist die grösste Europäische Altersstudie mit einer umfassenden 3-jährigen Untersuchung von über 2000 Menschen aus 5 Ländern. Dazu wurden 3 Interventionen, Omega-3, Vitamin D und Krafttraining für zu Hause untersucht. Viele Ergebnisse wie Prävention von Krebserkrankungen, Herz-Kreislauferkrankungen, Stürze und Gebrechlichkeit werden noch dieses Jahr erwartet.   

Über den Preis aus Boston freue sie sich sehr, sagt Bischoff-Ferrari. Die Auszeichnung sei vor allem ein Kompliment sowohl an alle Studienteilnehmerinnen und -teilnehmer als auch an die nationalen und internationalen Forschungspartner von DO-HEALTH. «Der Preis ist aber auch ein Signal, dass die Forschung der Universitären Altersmedizin Zürich internationale Anerkennung findet», sagt Bischoff-Ferrari.

Weiteres Forschungsprojekt lanciert

Die Altersforscherin verfolgt mit Ihrem Team an der UZH und dem internationalen Netzwerk DO-HEALTH weitere neue Forschungsprojekte. So lancierte sie eine über mehrere Jahre angelegte Forschungsagenda «Precision-Age». Diese verbindet die Altersmedizin mit Methoden der Präzisionsmedizin und vielen anderen Fachgebieten der Medizin, wie der Onkologie und Kardiologie, um der wachsenden Anzahl älterer Erwachsener in allen Bereichen der Medizin gerecht zu werden. «Wir wollen wirksame Präventions-Konzepte gemeinsam und schnell auf den Weg bringen», sagt Bischoff-Ferrari.

Konkret geht es darum, die DO-HEALTH-Biobank für die Bestimmung des biologischen Alterungsprozesses zu nutzen. Das Programm soll längerfristig über eine personalisierte Prävention die Gesundheitskosten massiv senken und damit ein nachhaltiges Gesundheitskonzept für eine alternde Bevölkerung anbieten. «Es trägt zudem dazu bei, Prävention als konkrete Behandlungsmethode zu stärken», sagt Bischoff-Ferrari.

Anfang der Woche hat die Forscherin zudem eine Zusage des Schweizerischen Nationalfonds (SNF) erhalten: Das neuste Forschungsprojekt «DO-HEALTH-Bio-Age-Trial» innerhalb der Precision Age-Forschungsagenda ist vom SNF hochrangig beurteilt worden und wird vom SNF finanziert. «Wir haben damit die Möglichkeit erhalten, bis 2022 die derzeit grösste Interventionsstudie zur Verlangsamung des biologischen Alterungsprozesses am Innovations-Standort Zürich umzusetzen», sagt sie freudestrahlend.

Zur Person

Prof. Heike A. Bischoff-Ferrari absolvierte ihre klinische Ausbildung in Altersmedizin, Allgemeine Innere Medizin und Rheumatologie in der Schweiz und den USA, war von 2000 bis 2005 Fellow und Fakultätsmitglied an der Harvard Medical School in Boston und erhielt 2008 einen Doktortitel für Public Health am Department of Nutrition der Harvard School of Public Health. 

Nach ihrer Rückkehr aus den USA baute sie über eine Förderprofessur des Schweizerischen Nationalfonds das Universitäre Forschungszentrum «Alter und Mobilität» an der Universität Zürich und der Stadt Zürich auf und erhielt 2013 den Ruf für den ersten Lehrstuhl Geriatrie und Altersforschung an der Universität Zürich, und entwickelte mit ihrem Team die erste Klinik für Altersmedizin am Universitätsspital Zürich. Seit 2014 leitet sie zudem den Universitären Geriatrie Verbund der Stadt Zürich, der die Institutionen der Altersmedizin am Standort Zürich (Universität Zürich, Stadtspital Zürich, USZ, Alters- und Pflegezentren der Stadt Zürich) für Innovationen in der integrierten medizinischen Versorgung älterer Menschen verbindet und jungen Ärzten, Pflegenden und Forschern im Bereich der modernen Altersmedizin optimale Ausbildungsbedingungen bietet. 

Seit 2020 ist Prof. Bischoff-Ferrari auch Chefärztin der Universitären Altersmedizin Stadtspital Zürich-Waid.

Marita Fuchs, Redaktorin UZH News

1 Leserkommentar

Urs Nydegger schrieb am SENIORLABOR Die Bedeutung der Arbeiten von Bischoff Ferrari und Theiler geht über die Geriatrie hinaus; die Preisträger öffnen damit einen Forschungsgebiet die Pforte, welches dem biologischen Seneszenz-Verständnis förderlich ist: können wir den Alterungs-Prozess verzögern?

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