Bauliche Entwicklung UZH

Ein grünes Dach für das FORUM UZH

Der Umriss des künftigen FORUM UZH nimmt Gestalt an. Das Projekt für den Neubau ist ab 19. Juli auf dem Wässerwies-Areal ausgesteckt. Die Pläne sehen eine Pergola auf dem Dach als Anlage für erneuerbare Energie vor sowie einen ressourcenschonenden Holzhybridbau.

Jessica Van Wezemael2 Kommentare

FORUM UZH Bildergalerie
FORUM UZH
Blick auf das FORUM UZH mit dem begrünten Dach. (Bild: Visualisierung: Herzog & de Meuron)


Der Standort Zentrum der Universität Zürich wird in den kommenden 25 Jahren grundlegend erneuert. Dreh- und Angelpunkt wird das Lehr- und Lernzentrum FORUM UZH, des Architekturbüros Herzog & de Meuron. Das Gebäude bietet rund 700 Arbeitsplätze für Studierende; rund 6'000 UZH-Angehörige werden in Zukunft im Forum arbeiten. Neben umfassenden Forschungsbereichen und Büros beherbergt das FORUZM UZH ein grosses Selbstlernzentrum mit Bibliothek, fünf Hörsäle sowie zahlreiche Räume für Einzel- und Gruppenarbeiten, Sporthallen, eine Mensa und diverse Cafeterien zur öffentlichen Nutzung.

Der Baustart erfolgt im Jahr 2024, die Fertigstellung ist auf das Jahr 2028 geplant. Nun sind weitere Meilensteine des Bauprojekts gesetzt: Das Hochbauamt des Kantons Zürich hat im Namen der UZH die Bauvoreingabe für das FORUM UZH bei der Stadt Zürich eingereicht. Das Gesuch wird ab 19. Juli im Amtsblatt der Stadt Zürich veröffentlicht. Im Zentrum der Bauvoreingabe steht die Dachgestaltung sowie die Bauweise als «Holzhybridbau».

Erneuerbare Energie vom Dach

Die Pläne sehen sieben oberirdische Geschosse mit einem intensiv begrünten Dach vor. Durch eine architektonische Verbindung von Rankpflanzen und Photovoltaik-Anlagen entsteht auf dem Dach eine Pergola, die als Anlage für erneuerbare Energien fungiert.

Die Pflanzen und die Solaranlage ergänzen sich optimal und bringen viele Vorteile: Die intensive Bepflanzung vermindert den Hitzeinseleffekt und leistet somit einen wesentlichen Beitrag zu einem guten Stadtklima. Gleichzeitig wirkt die begrünte Pergola isolierend. Im Sommer bleiben die Räume darunter kühler, im Winter ist der Wärmeverlust durch das Dach geringer. Indem die Pflanzen auch die Photovoltaikanlage hinterlüften, erhöht sich deren Wirkungsgrad. «Insgesamt kann die Anlage einen Stromertrag von ungefähr 150 MWh im Jahr erzielen, was dem Jahresbedarf von 50 Privathaushalten entspricht», sagt François Chapuis, Direktor Immobilien und Betrieb der UZH.

Holzbauweise spart CO2

Das FORUM UZH ist als Hybridbau konzipiert. Ein siebenstöckiger Holzbau fusst auf einem Betontragwerk. Die hybride Bauweise ist ressourcenschonend. Weil grosse Teile der Tragstruktur wie Decken und Stützpfeiler aus Holz bereits im Werk vorgefertigt werden, ist die Herstellung verlustärmer und der Einbau auf der Baustelle effizienter. Auch wird das Gewicht des Baus durch die Verwendung von Holz deutlich kleiner. So braucht es keine mehrgeschossigen Abfangträger aus Beton, um die Lasten über den Hörsälen abzufangen. «Dank der Holzbauweise anstelle eines reinen Betonbaus spart die UZH so viel CO2, wie für die Erstellung von 77 Einfamilienhäusern freigesetzt würde», so Chapuis.

Aussteckung am 19.7.

Die Gebäudebegrenzungen des Baukörpers auf dem zukünftigen Standort des FORUM UZH, dem Wässerwies-Areal, werden nun am 19. Juli mit Bauprofilen abgesteckt. Der Umriss des neuen Gebäudes wird dadurch erstmals für die Anwohnerinnen und Anwohner sichtbar.

Bauliche Entwicklung

Die bauliche Entwicklung der UZH lässt sich anhand von 3D-Animationen der Open-Source-Plattform «Luucy» direkt verfolgen: Los geht's

Bauvorhaben Areal Wässerwies

Jessica Van Wezemael, Leiterin Kommunikation Stadtuniversität UZH

2 Leserkommentare

Team Stadtuniversität schrieb am Sehr geehrte Frau Aegerter Besten Dank für Ihren Kommentar betreffend der Photovoltaik-Anlage auf dem Forum UZH. Mit dem Vergleich der Privathaushalte wollten wir versuchen, einen leicht verständlichen Grössenvergleich für technisch weniger versierte Menschen anzubieten. Dass sich Photovoltaik-Strom nicht speichern lässt, ist natürlich vollkommen richtig. In Fall des Forum UZH ist die Anlage jedoch so ausgelegt, dass auch im Sommer der maximale Ertrag direkt im Gebäude genutzt werden kann. Sprich: Wir haben einen Eigennutzungsgrad von 100%. Dass eine schneebedeckte Solarzelle keinen Strom produzieren kann, ist selbstredend. Zum Glück haben wir an der Universität Zürich einen professionellen Betriebsdienst der hervorragende Arbeit und Pikettdienst leistet und so gewährleistet, dass allfälliger Schnee den Forschungs-, Lehr- und Gebäudebetrieb nicht stört.
irene Aegerter schrieb am Nicht korrekte Information Die Aussage: "Ein Stromertrag von ungefähr 150 MWh im Jahr entspricht dem Jahresbedarf von 50 Privathaushalten" ist irreführend! Strom ist ausser in Pumpspeicherwerken nicht speicherbar. Strom muss dann verbraucht werden, wenn er produziert wird. Im Januar 2021 produzierten schneebedeckte Solarzellen in der Region Zürich während bis zu 10 Tagen keine einzige Kilowattstunde. Stattdessen produzieren sie an sonnigen Sommertagen am Mittag wertlosen Überschussstrom mit dem die deutsche Bahn ihre Weichen heizt. im Sommer sind die Tage kürzer und der Stromverbrauch niedriger. Im Winter sind die Tage kürzer, der Stromverbrauch höher und schneebedeckte Solarzellen produzieren 0 kWh. Da nützt es nichts noch mehr Solarstrom zuzubauen: 5mal 0 ist immer noch null. Gerade eine Universität müsste über solche Zusammenhänge informieren. Jahreszahlen sind unbrauchbar, denn Solarstrom liefert keine Bandenergie sondern Flatterstrom und im Winter viel weniger und kann somit Atomstrom nicht ersetzen!

Kommentar schreiben

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Unberücksichtigt bleiben insbesondere anonyme, ehrverletzende, rassistische, sexistische, unsachliche oder themenfremde Kommentare sowie Beiträge mit Werbeinhalten.

Anzahl verbleibender Zeichen: 1000