Organisationsreform

Universitätsleitung neu strukturiert

Die Universitätsleitung erneuert ihre Strukturen und Prozesse. Am 1. August 2018 sind erste Änderungen in Kraft getreten. Die Prorektorate bekommen eine neue Bezeichnung, Professorin Beatrice Beck Schimmer wird neue Direktorin Universitäre Medizin Zürich, und Professorin Gabriele Siegert übernimmt zusätzlich zu ihrem Amt als Prorektorin das Amt der Vize-Rektorin. Die gesamte Organisationsreform soll schrittweise bis 2020 umgesetzt werden.

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UZH
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Hauptgebäude der UZH. (Bild: Stefan Walter)

 

Die Universitätsleitung stellt sich neu auf. Der Zuschnitt der Prorektorate wurde optimiert. Dadurch werden in der Universitätsleitung Kapazitäten für die strategische Führung und Weiterentwicklung der UZH frei.

Die wichtigsten Neuerungen per 1. August 2018

Die auffälligste Änderung der bisherigen Struktur betrifft den Zuschnitt und die Bezeichnung der Prorektorate. Bisher vertraten die Prorektoren und die Prorektorin die Fakultäten in der Universitätsleitung. Zukünftig werden sie von ihrer Funktion als «Meta-Dekane» entlastet, da die Dekaninnen und Dekane ausgewählte Anliegen ihrer Fakultäten schrittweise selbst in der Universitätsleitung vertreten sollen. Die Prorektorinnen und Prorektoren können sich somit auf ihre Querschnittsbereiche konzentrieren. Bei der Verteilung der Dossiers wurde besonders auf Umfang und Relevanz geachtet.

Um die Fakultäts- und Universitätsleitung weiter zu professionalisieren, werden die Amtszeiten von zwei auf vier Jahre verlängert. Die heutigen Nebenämter werden in Voll- bzw. Hauptämter umgewandelt, wobei für Dekaninnen und Dekane individuell angepasste Lösungen möglich sind.

Neu ist die Rolle einer Stellvertretung des Rektors: Die Rolle der Vize-Rektorin bzw. des Vize-Rektors wird jeweils für vier Jahre von einer Prorektorin oder einem Prorektor übernommen. Für die Legislaturperiode von 2018 bis 2022 ist Prorektorin Gabriele Siegert von der Universitätsleitung zur Vize-Rektorin bestimmt worden. Sie übernimmt in dieser Funktion zusätzlich zu den Dossiers, die sie als Prorektorin betreut, die Verantwortung für die Bereiche Evaluationen, Diversity und Nachhaltigkeit.

Universitätsleitung neu mit sieben Mitgliedern

Die Struktur der Universitätsleitung stellt sich neu wie folgt dar:

  • Das bisherige Prorektorat Geistes- und Sozialwissenschaften unter der Leitung von Gabriele Siegert heisst neu Prorektorat Lehre und Studium und erfährt inhaltlich eine markante Anpassung: Die Dossiers Lehre, Studium und Weiterbildung werden zusammengeführt, wodurch eine thematisch zusammenhängende Einheit geschaffen wird.
     
  • Das bisherige Prorektorat Veterinärmedizin und Naturwissenschaften unter der Leitung von Michael Schaepman heisst neu Prorektorat Forschung. Dem Prorektorat sind wie bisher die Querschnittbereiche Forschung, Innovation und Nachwuchsförderung zugeordnet.
     
  • Das bisherige Prorektorat Rechts- und Wirtschaftswissenschaften unter der Leitung von Christian Schwarzenegger wird unter dem Namen Prorektorat Professuren und wissenschaftliche Information neu aufgestellt. Ergänzend sind ihm die Dossiers Recht und Datenschutz, Bibliotheken, Informatik sowie die Digital Society Initiative zugeordnet.
     
  • Das Prorektorat Medizin, das im August 2017 als Übergangslösung im Zuge der Aufteilung des ehemaligen Prorektorats Medizin und Naturwissenschaften entstand, wird in eine Direktion Universitäre Medizin Zürich umgewandelt und neu besetzt durch die Anästhesiologie-Professorin Beatrice Beck Schimmer. Die neue Direktion hat gegenüber den drei Prorektoraten insofern eine Sonderstellung, als sie weiterhin die Belange einer Fakultät direkt in der Universitätsleitung vertritt. Dies ist nötig, weil die universitäre Medizin in einem besonders komplexen Umfeld situiert ist. Die Direktorin Universitäre Medizin Zürich soll sicherstellen, dass die Medizinische Fakultät, die universitären Spitäler, die medizinnahen Bereiche der ETH Zürich und die übrigen im Grossraum Zürich situierten Akteure im Gesundheitsbereich intensiver als bisher zusammenspannen und das Netzwerk Universitäre Medizin Zürich (UMZH) weiter gestärkt wird.
     
  • Bereits zu Jahresbeginn 2018 wurde das Immobilienwesen aus der bisherigen Direktion Finanzen, Personal und Infrastruktur herausgelöst und eine Direktion Immobilien und Betrieb geschaffen. Damit wird den Dimensionen und der Komplexität der anstehenden Bauprojekte der UZH Rechnung getragen. Designierter Direktor Immobilien und Betrieb ist François Chapuis. Er wird sein Amt am 1. Dezember 2018 antreten. Bis dahin wird die Direktion interimistisch von Peter Bodmer geleitet. Direktor Finanzen und Personal ist Stefan Schnyder.
     
  • Geleitet wird die Universitätsleitung weiterhin von Rektor Michael Hengartner. Er wird neu von einer Stellvertretung entlastet und kann sich verstärkt den Themen Strategie, Aussenbeziehungen und Fundraising widmen.

Die Umgestaltung der Prorektorate wird schrittweise vollzogen. Während einer zweijährigen Übergangsphase sollen die Prorektorin und die Prorektoren weiterhin als Ansprechpersonen für die ihnen zugeordneten Fakultäten fungieren. Die Umsetzung des neuen Governance-Modells soll bis Sommer 2020 definitiv abgeschlossen werden. Auf diesen Zeitpunkt hin erfolgt auch die Umstellung bei den Berufungen: Der Prorektor Professuren und wissenschaftliche Information wird ab dann unter direktem Einbezug der jeweiligen Dekanin, des jeweiligen Dekans die Berufungsverhandlungen führen.

Die Universitätsleitung setzt sich wie folgt zusammen:

  • Rektor: Michael Hengartner
  • Vize-Rektorin: Gabriele Siegert
  • Prorektor Forschung: Michael Schaepman
  • Prorektorin Lehre und Studium: Gabriele Siegert
  • Prorektor Professuren und wissenschaftliche Information: Christian Schwarzenegger
  • Direktorin Universitäre Medizin Zürich: Beatrice Beck Schimmer
  • Direktor Finanzen und Personal: Stefan Schnyder
  • Direktor Immobilien und Betrieb: Peter Bodmer, Direktor ad intermin bis 30. November 2018, danach übernimmt François Chapuis die Direktion

Nebst den stimmberechtigten Mitgliedern werden an den Sitzungen der Universitätsleitung wie bisher drei Personen mit beratender Stimme teilnehmen: Generalsekretärin Rita Stöckli, Leiter Kommunikation Jürg Dinner, sowie General Counsel Isabella Balmer.

Strategischer Dialog zwischen der Universitätsleitung und den Fakultätsleitungen

Die Reform der Universitätsleitung berücksichtigt die Kultur und die Geschichte der UZH. Die heutigen Entscheidungsgremien – der Universitätsrat, der Senat, die Erweiterte Universitätsleitung, die Universitätsleitung und die sieben Fakultäten – werden beibehalten. Auch die Autonomie der Fakultäten bleibt bestehen. Sie wird in gewissen Punkten sogar ausgebaut: Die Dekaninnen und Dekane werden künftig mehr Geschäfte auf Stufe Fakultät abschliessend bearbeiten. Darüber hinaus werden sie wichtige Fakultätsanliegen anstelle der Prorektorinnen und Prorektoren in der Universitätsleitung vertreten.

Um die Fakultäten enger in die strategischen Geschäfte der Universitätsleitung einzubinden, wird unter anderem auch der Strategische Dialog fortgeführt, in dessen Rahmen zweimal jährlich bilaterale Strategiegespräche zwischen der Universitätsleitung und den Fakultätsleitungen stattfinden. Noch sind nicht alle Neuerungen der Rolle der Dekaninnen und Dekane genau festgelegt. Offene Fragen werden im entsprechenden Umsetzungsprogramm in den kommenden zwei Jahren geklärt.

Governance-Modell der UZH

Das neue Governance-Modell der UZH wurde über mehrere Jahre hinweg entwickelt. Ein erster Reformvorschlag wurde 2014 in die Vernehmlassung gegeben. Auf dieser Basis wurde 2015 ein Folgeprojekt der Universitätsleitung und des Universitätsrats lanciert, das von den Dekaninnen und Dekanen begleitet wurde. Das im Rahmen dieses Projekts erarbeitete Organisationsmodell wurde Anfang 2018 vom Universitätsrat genehmigt.

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