Nachhaltigkeitswoche

Das Wachstum hinterfragen

Bereits zum vierten Mal findet an den Zürcher Hochschulen derzeit die Nachhaltigkeitswoche statt. Zum Auftakt formulierten die Studierendenverbände ihre Forderungen für Nachhaltigkeit an Hochschulen.

Adrian Ritter

Kleidertausch Nachhaltigkeitswoche
Start der Nachhaltigkeitswoche an fünf Zürcher Hochschulen: Kleidertausch an der UZH. (Bild: Adrian Ritter)

Wie kann man mit klimafreundlichem Essen den C02-Ausstoss reduzieren? Wie kann ich mein Velo selber reparieren? Nutzen Unternehmen den Begriff «Nachhaltigkeit» nur als Verkaufsargument? Und wie könnte eine nachhaltige Asylpolitik Europas aussehen? Die diesjährige Nachhaltigkeitswoche vom 7. – 11. März präsentiert eine Fülle von Veranstaltungen an der UZH, ETH Zürich, der Zürcher Hochschule der Künste (ZHdK), der Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften (ZHAW) und der Pädagogischen Hochschule Zürich. Mehr als 60 Studierende haben sich dafür engagiert, ein Programm auf die Beine zu stellen, das zum Nachdenken und Debattieren anregt – und zu konkretem Handeln im Sinne der Nachhaltigkeit.

Medienkonferenz Nachhaltigkeitswoche
Medienkonferenz zum Start der Nachhaltigkeitswoche (von links): Simon Liebi (Nachhaltigkeitswoche), Myriam Ait-Yahia (Schweizer Verband studentischer Organisationen für Nachhaltigkeit) und Anna Rickenbach (Verband der Schweizer Studierendenschaften). (Bild: Adrian Ritter)

Von Wachstumskritik und Flugreisen

Zum Auftakt der Aktionswoche präsentierten studentische Verbände gestern an einer Medienkonferenz ihre Forderungen für mehr Nachhaltigkeit an Schweizer Hochschulen. Der Verband der Schweizer Studierendenschaften (VSS) und der Schweizer Verband studentischer Organisationen für Nachhaltigkeit (VSN) haben gemeinsam ein Positionspapier dazu erarbeitet.

Die Hochschulen tragen aus ihrer Sicht eine spezielle gesellschaftliche Verantwortung, auch die Bedürfnisse zukünftiger Generationen zu berücksichtigen: Hochschulen vermitteln Wissen und Wertvorstellungen, entwickeln Innovationen und neue Technologien und haben als öffentliche Institutionen Vorbildcharakter. Die Studierendenverbände fordern die Hochschulen deshalb unter anderem dazu auf, das Thema Nachhaltigkeit stärker in Lehre und Forschung zu integrieren und den Hochschulalltag in den Bereichen Mobilität, Ressourcen und Infrastruktur nachhaltig zu gestalten.

Die Organisatorinnen und Organisatoren der Zürcher Nachhaltigkeitswoche stellen vom 7. – 11 März ebenfalls jeden Tag eine Forderung aus dem Papier zur Diskussion: mehr Lehre und Forschung zum Thema Wachstumskritik, die Entwicklung von Nachhaltigkeitskriterien für Investitionen, regelmässige Nachhaltigkeitsberichte und ein Konzept zur Reduktion von Treibhausgasemissionen durch Flugreisen von Hochschulangehörigen. 

Lorenz Hilty
Begrüsst das Engagement der Studierenden: Lorenz Hilty, Delegierter für Nachhaltigkeit der UZH. (Bild: Adrian Ritter)

Thema wird ernst genommen

Als Zuhörer nahmen an der Medienkonferenz auch UZH-Rektor Michael Hengartner und Lorenz Hilty, Delegierter für Nachhaltigkeit der UZH, teil. Sie begrüssten auf die Frage eines Journalisten hin die Bestrebungen der Studierenden, Nachhaltigkeit an Hochschulen zu thematisieren. Für Lorenz Hilty wird das Thema an der UZH sehr ernst genommen. So gebe es durchaus Dozierende, welche Wachstumskritik in ihren Veranstaltungen thematisierten und sich öffentlich dazu äusserten. Auch Forschung zu nachhaltigen Investitionen finde an der UZH statt. Erste Schritte zu einem Nachhaltigkeitsbericht der UZH seien geplant und zum Thema Flugemissionen werde sein Team demnächst ein Faktenblatt veröffentlichen. «Natürlich muss auch die UZH das Ziel der Nachhaltigkeit noch entschlossener verfolgen. Deshalb hat sie 2014 meine Stelle als Delegierter für Nachhaltigkeit geschaffen», so Hilty.

Der Verband der Studierenden der Universität Zürich (VSUZH) sucht weitere Studierende, die sich für das Thema Nachhaltigkeit engagieren wollen – unter anderem für die Nachhaltigkeitswoche 2017. Kontakt: info@vsuzh.ch

Adrian Ritter ist Redaktor von UZH News.

Kommentar schreiben

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Unberücksichtigt bleiben insbesondere anonyme, ehrverletzende, rassistische, sexistische, unsachliche oder themenfremde Kommentare sowie Beiträge mit Werbeinhalten.

Anzahl verbleibender Zeichen: 1000