Vetsuisse-Fakultät

Tierarzt werden in einem Tag

Die Vetsuisse-Fakultät der UZH ist seit 50 Jahren auf dem Irchel beheimatet. Sie feierte ihr Standort-Jubiläum am vergangenen Samstag mit einem Tag der offenen Tür. Besucherinnen und Besucher konnten in einem Parcours das Tiermedizin-Studium im Schnelldurchgang absolvieren. 

Marita Fuchs

Eine Lektion über die Anatomie des Pferdes: Am Samstag konnten Besucherinnen und Besucher – anlässlich von 50 Jahren Tiermedizin auf dem Irchel – die Fachgebiete der Tiermedizin kennenlernen. (Bild: Marita Fuchs)

Trotz Dauerregens kamen am vergangenen Samstag die Besucher in Scharen, um am Tag der offenen Tür Einblicke in die Vetsuisse-Fakultät zu gewinnen. «Tiermediziner in einem Tag», lautete das Motto. Besucherinnen und Besucher waren eingeladen, die einzelnen Fachgebiete der Veterinärmedizin kennenzulernen.

Der Parcours begann in der Veterinärmedizinischen Bibliothek, in dessen Lesesaal man sich in veterinärmedizinische Themen einarbeiten konnte. Weiter ging es durch die Labore und Behandlungsräume. Die Kühe im Stall nahmen das Hin und Her gelassen. Stoisch hörten sie sich ihre Krankengeschichten an, die den Besuchern von den Veterinärmedizinerinnen erklärt wurden.

Ein Beispiel ist die Kuh Rosa, sie hat eine lange Operationsnarbe am Körper. Der Grund dafür war eine Labmagenverschiebung, die sich in Apathie, Fressunlust und einem starken Abfall der Milchleistung geäussert hatte. Der Labmagen ist einer von vier Mägen der Kuh. Eine Labmagenverlagerung ist eine langsam verlaufende Krankheit, die vor allem bei Milchkühen kurz nach dem Abkalben auftritt. Der Labmagen kann sich nach rechts oder nach links verlagern. Bei der Labmagenverschiebung vergrössert sich die Bauchhöhle und der Pansen füllt sich mit Gas. Die Tierärztinnen konnten in einer so genannten Laparotomie den Labmagen entgasen, drehen und zurückverlagern.

Wie bei den Bremer Stadtmusikanten

Im Innenhof des Tierspitals sorgten andere Tiere für besonderen Spass. Hunde, Ziegen, Pferde und eine Kuh zeigten Kunststücke. Besonders bestaunt wurde eine Nummer, bei der Ziegen auf Pferden ritten. 

Nach der Grosstierklinik führte der Parcours weiter zur Kleintierklinik. Auch hier erfuhren die Besucherinnen und Besucher vieles über die Arbeit in einer Tierklinik. In der Abteilung für Zoo- und Wildtiere zum Beispiel erzählte eine Veterinärmedizinerin detailliert über eine tropische Milbe, die sich vom Tier auch auf den Menschen übertragen kann und einen starken Juckreiz verursacht.

Am Ende des Rundgangs konnten die Besucher eine kleine Prüfung ablegen, dazu mussten allerdings knifflige Fragen beantwortet werden. So wurde man zum Tierarzt an einem Tag.

Marita Fuchs, Redaktorin UZH News.

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