Energie

Licht aus!

Ein Potpourri verschiedenster Events zum Thema Nachhaltigkeit stellten Studierende der UZH und der ETHZ letzte Woche zusammen. Sehen Sie im Video, wie kreativ die Nachhaltigkeitswoche angegangen wurde und lesen Sie, wie Sie selbst tagtäglich Energie an der Universität einsparen können.  

Marita Fuchs

Nachhaltig und vielfältig: Die Aktionswoche mit Impressionen zum nachhaltigen Essen, einer Kunstaktion aus Aluabfall und Parkplatzsingen. (Video: UZH, Brigitte Blöchlinger)

Ich nehme lieber den Lift, als mich die Treppen hoch zu quälen, dann bin ich auch schneller am Arbeitsplatz. Den Computer lasse ich über Mittag eingeschaltet, ich bin ja nicht lange weg. Wenn ich wiederkomme, freue ich mich auf den Bildschirmschoner mit den bunten Bildern aus der Karibik. Beim Händewaschen läuft erst mal das Wasser, bis es schön warm ist. Das Licht lösche ich nicht hinter mir, es geht ja von selbst aus. Das Fenster steht auf Kippe, so habe ich die beste Luft, auch wenn die Heizung läuft. Die Büro-Kaffeemaschine steht auf Standby, auch in der Nacht.

Die Energiesünden sind bei jedem einzelnen lässlich, doch in der grossen Masse summieren sich die so verschwendeten Kilowattstunden zu einer beachtlichen Zahl. Vor allem in einem Grossbetrieb, wie der Universität mit jährlichen Stromkosten von bis zu sieben Millionen Franken. Und der Verbrauch nimmt mit dem Wachstum der Universität weiter zu. Denn jeder neue Hörsaal muss gelüftet werden, jeder neue PC benötigt Strom.

Steigerung der Energieeffizienz

Laut Zielvereinbarung mit dem Kanton Zürich hat sich die Universität verpflichtet, jährlich zwei Prozent energieeffizienter zu werden. Im Gegenzug erhält sie zehn Prozent Rabatt auf den gelieferten Strom vom Elektrizitätswerk. Auch die Wärme kostet: Es fallen Kosten von etwa vier Millionen Franken pro Jahr an. «Also muss etwas getan werden», sagte Martin Stalder, Mitarbeiter der Abteilung Bauten und Investitionen an einer Veranstaltung über effiziente Energienutzung an der Universität Zürich. Der Vortrag Stalders war einer der Programmpunkte im Rahmen der Nachhaltigkeitswoche, die vom Verband der Studierenden in der letzten Woche durchgeführt wurde und die mit zahlreichen Aktionen das Thema Nachhaltigkeit aufgriff (siehe Video).

Dilemma zwischen Appell und Zwang

«Nachhaltiges Handeln kann sich in Appellen äussern oder erzwungen werden», sagte Stalder. Am Irchel zum Beispiel geht in den Büros nach 15 Minuten das Licht aus, wenn sich niemand im Raum bewegt. Das kann ärgerlich sein, doch man kann sich nicht darauf verlassen, dass alle das Licht ausschalten, wenn sie den Raum verlassen. So stehe man als Techniker jeweils vor dem Dilemma, wie viel man erzwingen und wie viel man dem Nutzer überlassen solle. Er sei überzeugt, dass jeder Einzelne mit kleinen Aktionen Energie einsparen könne, zusammengenommen wirke sich das positiv auf die Energiebilanz der Universität aus.

Martin Stadler gab in seinem Vortrag Tipps, was jeder von uns im Alltag tun kann, um Strom zu sparen und Energie effizient zu nutzen:

Energiespartipps für jedermann

  • Trennen Sie die Geräte ganz vom Stromnetz, wenn Sie diese nicht mehr benötigen. Selbst im ausgeschalteten Zustand verbraucht ein PC noch Strom – hier verrichtet eine Steckerleiste (Mausschalter) gute Dienste. Vor Ort mit der IT-Abteilung abklären, welche Geräte abgestellt werden können.
  • Der Letzte, der den Raum verlässt, schaltet das Licht aus. Auch wenn es nur für fünf Minuten ist. Es lohnt sich!
  • Bye, Bye Glühlampen! LED-Leuchten sind die bessere Alternative. Auch die Universität wird auf Dauer auf LED umsteigen.
  • Rüsten Sie ab: Für Texte, Internet und E-Mail brauchen Sie keinen Hochleistungs-PC. Weniger leistungsstarke Computer und damit auch preisgünstigere Geräte reichen für viele Anwendungen völlig aus.
  • Nutzen Sie das Energiesparmanagement Ihres Computers. So wechselt der PC bei Inaktivität automatisch in einen Schlaf- oder Energiesparmodus. Statt 80 Watt im Betriebszustand braucht er im Stand-by dann nur 1 - 4 Watt. Unter dem Menüpunkt «Energieoptionen» in der Systemsteuerung (Windows) können Sie die Energiespareinstellung individuell anpassen. Mac OS X hat eingebaute «Strom sparen mit Mac»-Funktionen. Macuser finden sie unter dem Punkt «Energie sparen» in den Systemeinstellungen von OS X.
  • Verzichten Sie auf Bildschirmschoner. Bei modernen Monitoren sind Bildschirmschoner unnötig. Sie verbrauchen mehr Strom, als wenn der Monitor in den Ruhezustand versetzt oder «bei Inaktivität einfach abgeblendet» wird. Weiterhin lässt sich Strom durch Regelung der Helligkeit des Monitors einsparen.
  • Gehen Sie sparsam mit dem Ausdrucken von Dokumenten um. Drucken Sie nur das, was Sie wirklich in Papierform benötigen und das standardmässig doppelseitig und auf Recyclingpapier. Doppelseitiges Drucken können Sie in den erweiterten Druckereinstellungen zum Standard setzen.
  • Heizkosten können Sie einsparen, indem Sie kurz lüften und anschliessend die Fenster wieder schliessen. Steht ein Fenster ständig auf Kippe, vergeudet man pro Jahr 200 Liter Heizöl.
  • Und ab und zu den Lift links liegen lassen, das ist nicht nur nachhaltig, sondern auch gut für die Gesundheit.

Marita Fuchs, Redaktorin UZH News.

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