Krebsforschung

Neuer Ansatz in der Photodynamischen Therapie

Mit der photodynamischen Therapie (PDT) können Tumorzellen vernichtet werden. Der Vorteil: Das umgebende gesunde Gewebe wird bei der Bestrahlung mit Licht nicht in Mitleidenschaft gezogen. Zur Weiterentwicklung der Methode beteiligt sich die Universität Zürich an einem europäischen Forschungsprojekt, der «European TARGET-PDT Study». 

Claude Kaufmann

Die Photodynamische Therapie (PDT) ist eine minimal-invasive Behandlungsmethode, mit der Tumorzellen zerstört werden können. Im Rahmen einer solchen Therapie werden bevorzugt Tumorzellen und deren Vorstufen, nicht aber normales Gewebe zerstört.

Die Methode fand bis anhin vor allem in der Dermatologie ihre Anwendung zur Behandlung bestimmter Hauttumore. Mittlerweile werden eine ganze Reihe zusätzlicher Tumorformen durch PDT behandelbar. Nicht-onkologische PDT-Verfahren werden bei Erkrankungen des menschlichen Auges, der so genannten Maculadegeneration, und in der Kosmetik angewendet.

Mit neuem Forschungsansatz Wirksamkeit der Methode erhöhen

Das Prinzip der photodynamischen Wirkung beruht auf der tumorselektiven Anreicherung einer lichtempfindlichen Substanz – dem sogenannten Photosensibilisator. Nachdem sich der Photosensibilisator vorwiegend in Tumorzellen angereichert hat, wird er durch die Bestrahlung mit Licht einer für ihn spezifischen Wellenlänge aktiviert, worauf er Sauerstoffradikale bildet, die für die Tumorzellen hochtoxisch sind.

Chirurg bei der Operation: Mithilfe der Photodynamischen Therapie werden Krebsherde zerstört. (Bild: Magnus Manske, wikimedia)

In der «European TARGET-PDT Study» untersucht nun ein Konsortium, bestehend aus vier europäischen Zentren, den Einsatz der Methode zur Behandlung von Knochentumoren und des Plattenepithelkarzinoms des Kopf-Halsbereichs, insbesondere der Mundhöhle. Mit dabei ist die Universität Zürich mit der Klinik für Kiefer- und Gesichtschirurgie, der Orthopädischen Universitätsklinik Balgrist und dem Anatomischen Institut.

Der Photosensibilisator reist eingekapselt in Lipid-Nanopartikel an sein Ziel

«Der Einsatz der PDT für diese Indikationen war bis anhin limitiert, weil der Photosensibilisator seine Zielzellen nur ungenügend erreicht hat», erklärt Heinrich Walt, Leiter der Forschungsgruppe Orale Onkologie an der Klinik für Kiefer- und Gesichtschirurgie. Der neuartige Ansatz der Studie bestehe nun darin, den Photosensibilisator in Lipid-Nanopartikeln eingekapselt an sein Ziel zu bringen, wobei die Nano-partikel spezifische, gegen die Tumorzellen gerichtete Antikörper enthalten.

Schonendes Verfahren

Durch diese zielgerichtete Applikation des Photosensibilisators soll die Methode wirksamer und das umgebende gesunde Gewebe noch besser geschont werden. Die an der Studie beteiligten Zentren erwarten, dass durch diesen Ansatz die Konzentration des Photosensibilisators im Tumorgewebe entscheidend erhöht werden kann – nicht nur nach lokaler, sondern sogar nach systemischer Applikation. Der noch experimentelle Ansatz wird zurzeit für die Anwendung in einer klinischen Studie weiterentwickelt. Das Projekt hat eine Laufzeit von drei Jahren.

«European TARGET-PDT Study» Über den Verlauf des Projektes erfolgen regelmässig Updates auf http://www.eppm-photomedicine.org/projects

Claude Kaufmann ist Mediziner und Beauftragter für Öffentlichkeitsarbeit der Medizinischen Fakultät.

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