Vetsuisse-Fakultät: Neues Forschungszentrum

«From Feed to Food»

Kanton, ETH und Universität Zürich spannen zusammen. Am Standort des Kompetenzzentrums Strickhof in Lindau entsteht ab 2014 mit dem Agrovet-Strickhof ein gemeinsames, landwirtschaftliches Forschungszentrum von internationaler Bedeutung. Vetsuisse-Dekan Felix Althaus erhofft sich neue Möglichkeiten in der Nutztierforschung.

Interview: Marita Fuchs

Nutztierforschung: Viele Details beim Stoffwechsel von Tieren liegen im Dunkeln. (Bild: PD)

UZH News: Herr Althaus, was bringt der Universität Zürich die Beteiligung am neuen Bildungs- und Forschungszentrum Agrovet-Strickhof?

Felix Althaus: Primär neue Möglichkeiten in der Nutztierforschung. Die Fachvertreter von drei Institutionen, die in diesem Bereich tätig sind, konzentrieren ihre Kräfte neu an einem Standort. Das ermöglicht systemübergreifende Forschungsansätze und neue Forschungskooperationen. Auch die Lehre wird davon profitieren, dass Agronomie und Veterinärmedizin am gleichen Standort sind.

Welchen Nutzen ziehen Forschende und Studierende der UZH aus der Kooperation mit der ETH Zürich?

Für die Studierenden entsteht die Möglichkeit, die ganze landwirtschaftliche Wertschöpfungskette, von den pflanzlichen Futtermitteln über das Tier bis zu den Lebensmitteln, die vom Tier stammen, als integralen Prozess kennenzulernen. «From Feed to Food», wie die Amerikaner sagen, ist auch Gegenstand eines vernetzten Forschungsansatzes in der Nutztierforschung. Er könnte zu  einem Markenzeichen des Agrovet-Strickhof Zentrums werden, da nur wenige Institutionen in Europa Agronomie und Veterinärmedizin derart eng verbinden können.

Felix Althaus, Dekan der Vetsuisse-Fakultät: «Die Fütterung hat grossen Einfluss auf die Gesundheit und Leistungsfähigkeit von Nutztieren.»

Welche neuen Forschungszweige tun sich durch das neue Zentrum Agrovet-Strickhof auf?

Im Vordergrund steht die «translationale Nutztierforschung», die sich mit fachgebietsüberschreitenden Forschungsfragen beschäftigen wird. Im Vordergrund steht die Optimierung der Faktoren Zucht, Fütterung, Haltung, Gesundheit und Wohlbefinden von Nutztieren mit dem Ziel einer art- und standortgerechten Leistungserbringung.

Ein Kernstück der neuen Anlage werden die topmodernen Respirationskammern sein. Was ist das, und wem nutzt die Forschung mit Respirationskammern?

Die Fütterung hat grossen Einfluss auf die Gesundheit und Leistungsfähigkeit von Nutztieren. Mit den Respirationskammern können Fütterungseinflüsse auf den Stoffwechsel von Tieren ermittelt und die Fütterungsbedürfnisse von kranken Tieren systematisch untersucht werden. Dazu fehlt uns zum Teil noch das Basiswissen, nämlich die Antwort auf die Frage, wie verschiedene Krankheiten auf den Stoffwechsel einwirken. Nutzniesser dieser Forschung sind Landwirte, aber selbstverständlich auch die Tiere und die Konsumenten.

Marita Fuchs ist Redaktorin von UZH News.

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