Hirnforschung

Über die Schönheit der neuronalen Architektur

Das Institut für Neuroinformatik der Universität und der ETH Zürich zeigt in einer Ausstellung im Lichthof der Universität, wie es im Innern des Gehirns aussieht. Der Clou: Besucher können dem Gehirn beim Arbeiten zuhören und dem Knistern der Neuronen lauschen. 

Marita Fuchs1 Kommentar

Das Gehirn besteht aus Milliarden von Nervenzellen, sie sind die Grundbausteine des «Denkorgans» und zeigen eine eigene Architektur und Schönheit. Visualisiert wird sie in einer Ausstellung, die im Lichthof der Universität Zürich unter dem Titel «Neural Architectures» bis zum 10. April zu bestaunen ist.

Kleinhirn (lat.: Cerebellum) im Querschnitt und eingefärbt: Ausgesucht ästhetische Darstellungen. (Bild: Tom Deerinck und Mark Ellisman, National Center for Microscopy and Imaging Research, UCSD, USA)

Lauschen, was im Gehirn passiert

Neben ausgesucht ästhetischen Fotos zeigt die Schau die verschiedenen Zellen und ihre Verbindungen auch anhand von Filmen. Die Bildserie verdeutlicht durch beispielhafte Aufnahmen die verschiedenen Zelltypen und vermittelt einen Eindruck von der Vielfalt und Komplexität, aber auch von der Schönheit der zellulären Strukturen.

Und wer will, kann das Gehirn sogar arbeiten hören: Das elektrische Knistern von Neuronen im Hirn eines Singvogels erinnert entfernt an sphärische Klänge.

Möglich durch hochauflösende Mikroskope

«Durch die rasante Entwicklung der Mikroskopie können Bilder und Filme von zusammenarbeitenden Nervenzellverbänden oder von Nervenzellwachstum gezeigt werden», sagt Ausstellungsmacher Benjamin Bollmann.

Hereinspaziert: Noch bis zum 10. April, erfahren, wie das Gehirn funktioniert (Bild: Heidi Hostettler)

Bollmann arbeitet für das Institut für Neuroinformatik und hat die Ausstellung zusammen mit Richard Hahnloser, Professor für Systemneurowissenschaften, für die Veranstaltungswoche «BrainFair 2010» vom 15. bis 20. März konzipiert.

«Hochauflösende Mikroskope ermöglichen es heute, die Geheimnisse des Gehirns zu ergründen. So können einzelne lebende Zellen im Gehirn sichtbar gemacht und ihre Aktivität gemessen werden», sagt Bollmann.

Der Ausstellungsraum: Mit Bildern und Videos auf der Spur des des Gehirns. (Bild: Heidi Hostettler )

Den Besucherinnen und Besuchern, welche die Gratisbroschüre der Ausstellung nutzen, erfahren in verständlicher Sprache mehr zu den einzelnen Exponaten und damit mehr zum Innenleben unseres Gehirns. 

Im Gästebuch der Ausstellung finden sich begeisterte Kommentare: «Welches Schöpfungswunder! Max»

«Neural Architectures», Bilder und Videos aktueller neurowissenschaftlicher Forschung.Lichhof der Universität Zürich, Rämistrasse 71, 8006 ZürichEintritt frei Oeffnungszeiten:15.–31. März: Mo–Fr 7-22 Uhr, Sa 7–12 Uhr 1. April: 7–16 Uhr 2.–5. April (Ostern): geschlossen 6.–10. April: Di–Fr 7-18 Uhr, Sa 7–12 Uhr

Marita Fuchs ist Redaktorin von UZH News.

1 Leserkommentar

Christa Heyck schrieb am Vernetzung Nur wenn es den verschiedenen Forschungsdisziplinen gelingt, sich so untereinander zu vernetzen und Informationen auszutauschen wie es am Beispiel der NEURAL ARCHTECTURES schon ansatzweise sichtbar wird, kann neues Wissen in die politischen Denkmuster eindringen, um reale Schritte möglich zu machen, die heute durch einen sich ständig verkleinerden Denkhorizont (bewusst, weil überfordert?) verbaut werden. Die Neuroinformatik lässt mich hoffen!

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