Kolloquium für Max Wehrli

Nachhaltiges Denken

Am 16. und 17. September finden zu Ehren des Germanisten und Mittelalterforschers Max Wehrli ein Festakt und ein Kolloquium statt. Wehrli hat die Zürcher Germanistik entscheidend geprägt und durch sein literaturgeschichtliches Interesse an Zürich den wissenschaftlichen und öffentlichen Blickimmer wieder auf die grosse Vergangenheit der Stadt gelenkt.

Mireille Schnyder, Christian Kiening, Beate Kellner

Buchcover von Max Wehrlis «Geschichte der deutschen Literatur im Mittelalter»: Wehrli hat die germanistische Literaturwissenschaft entscheidend geprägt. (Bild: zVg.)

Am 17. September würde der bekannte Mediävist Professor Max Wehrli (1909–1998) 100 Jahre alt werden. Er hat durch sein wissenschaftliches Werk das Fach der germanistischen Literaturwissenschaft international entscheidend und nachhaltig geprägt und durch seine eleganten, ansprechenden und immer konzis kommentierten Ausgaben barocker und mittehochdeutscher Texte die ältere deutsche Literatur einem breiten Publikum nahe gebracht.

In seinem Fachgebiet, der älteren deutschen Literaturwissenschaft, gehört Max Wehrli zu den prägenden Gestalten der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts. Er vertrat dieses Fach in einer seitdem kaum mehr erreichten Breite vom frühen Mittelalter bis in die Barockzeit hinein; daneben war er ein ausgewiesener Kenner der Zürcher Literaturgeschichte des 18. Jahrhunderts und der allgemeinen Poetologie.

Fragen, die die Literatur bis heute beschäftigen

Das Deutsche Seminar gedenkt nun mit einem Festakt am 16.9.09 und einem Festkolloquium am 17.9.09, des grossen Germanisten. Max Wehrlis Arbeiten bestechen auch heute noch durch ihre Verbindung von Präzision und Anschaulichkeit. Seine monumentale Geschichte der deutschen Literatur vom frühen Mittelalter bis zum Ende des 16. Jahrhunderts bildet nach wie vor die glänzendste und anregendste Hinführung zur älteren Literaturgeschichte.

Das Festkolloquium behandelt ausgehend von Texten Max Wehrlis in drei Sektionen zentrale Fragen, die die Wissenschaft von der älteren deutschen Literatur bis heute beschäftigen: Welche Rolle spielt die Literaturgeschichte heute für die Literaturwissenschaft? Wie steht es mit der Verbindung von Mittelalter, früher Neuzeit und Barock? Welchen Stellenwert nimmt die Poetologie in der älteren deutschen Literatur ein?

Standortbestimmung für die germanistische Literaturwissenschaft

Auf diese Weise wird die Auseinandersetzung mit dem Werk von Max Wehrli zugleich zu einer Standortbestimmung für die germanistische Literaturwissenschaft. Im Gegensatz zu vielen seiner Generation ist Wehrlis wissenschaftliches und literaturvermittelndes Werk nämlich heute noch von unverminderter Bedeutung für Forschung und Lehre.

Das hängt zusammen mit seinem wissenschaftlichen Stil, der nicht die Gewissheit in den Vordergrund stellte, sondern die interessierte Frage, nicht die Sicherheit der Erkenntnis betonte, sondern die Hinfälligkeit des Gedankens und die gerade darin gegründete Möglichkeit menschlicher Produktivität und Grösse.

Mittwoch, 16. September 2009, 17:00 Uhr bis 18:30 Uhr Festakt zu Ehren von Max Wehrli(1909-1998) Grusswort: Rektor Andreas Fischer Prof. Dr. Claudia Brinker, Kassel Prof. Dr. Peter Rusterholz, Bern Universität Zürich Zentrum, Rämistrasse 71, 8006 Zürich Raum: Aula, KOL G-201 Donnerstag, 17. September 2009, 9:00 Uhr bis 13:00 Uhr Festkolloquium «Max Wehrli in der heutigen Forschung» AssistentInnen und Studentinnen des Deutschen Seminars und den Proff. Christian Kiening, Mireille Schnyder, Beate Kellner Universität Zürich Zentrum, Rämistrasse 71, 8006 Zürich Raum: Hörsaal, KOL G-217 .

Mireille Schnyder, Christian Kiening und Beate Kellner lehren am Deutschen Seminar der UZH, Abteilung für Ältere deutsche Literaturwissenschaft.

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