Medienkonferenz Psychiatrische Universitätsklinik

Die PUK baut ihr Angebot aus

Die Psychiatrische Universitätsklinik plant ein neues Zentrum für Bildgebung und kann dank einer Spende die Erforschung der psychiatrischen Versorgung ausbauen. Damit sollen die Diagnose und Behandlung psychiatrischer Erkrankungen verbessert werden. Profitieren davon werden aber auch Forschung und Lehre.

Adrian Ritter

Haben Ausbaupläne: Prof. Wulf Rössler (links) und Prof. Erich Seifritz, Klinikdirektoren an der PUK. (Bild: Adrian Ritter)

Um die hochspezialisierte Medizin zu fördern, hat die Zürcher Regierung im März neun Schwerpunkte definiert, die speziell gefördert werden sollen. Dazu gehört auch die Behandlung psychiatrischer Erkrankungen.

Mit den in diesem Zusammenhang gesprochenen 7,5 Mio. Franken an Investitionsmitteln wird die PUK gemeinsam mit dem Kinder- und Jugendpsychiatrischen Dienst des Kantons Zürich ein «Exzellenzzentrum für Bildgebung» schaffen. In zwei bis drei Jahren wird an der PUK ein MRI-Gerät seinen Betrieb aufnehmen, das mithelfen soll, psychiatrische Erkrankungen früher und besser zu diagnostizieren und die Therapieergebnisse genauer auszuwerten.

«Das wird uns international innerhalb der psychiatrischen Forschung und Behandlung in eine Spitzenposition bringen», so Prof. Erich Seifritz, Direktor der Klinik für Affektive Erkrankungen und Allgemeinpsychiatrie Zürich Ost und in dieser Funktion Nachfolger von Prof. Daniel Hell. Die MRI-Bildgebung werde zunehmend zu einem diagnostischen Routineverfahren und gewinne auch in der Psychiatrie an Bedeutung, war an der Jahresmedienkonferenz der PUK weiter zu erfahren. Nicht zuletzt erhoffe man sich vom neuen Exzellenzzentrum auch, dass die Psychiatrie für den medizinischen Nachwuchs als Berufsfeld attraktiver werde.

Impulsprogramm dank Spende

Gute Nachrichten bekannt geben konnte an der Medienkonferenz auch Prof. Wulf Rössler, Direktor der Klinik für Soziale Psychiatrie und Allgemeinpsychiatrie West. Ein Legat in der Höhe von 11 Mio. Franken einer Stiftung wird es erlauben, ein eigentliches «Zürcher Impulsprogramm zur nachhaltigen Entwicklung der Psychiatrie» (ZInEP) zu lancieren. Die Stiftung will dabei nicht namentlich erwähnt werden.

Das Impulsprogramm sei sinnvoll, so Rössler, denn die psychiatrische Versorgung im Kanton Zürich sei zwar gut, aber durchaus verbesserungswürdig. Insbesondere bei der Behandlung von Patienten mit komplexen Störungsbildern, bei der Früherkennung und Frühbehandlung und bei den berufsintegrierenden Massnahmen bestehe ein Handlungsbedarf.

Das Impulsprogramm wird es unter anderem erlauben, die Datenbasis über psychische Störungen zu verbessern, regionale Früherkennungszentren einzurichten, den Austritt von Patienten aus der Klinik zu standardisieren (Entlassungsplanung) sowie die Reintegration von Menschen mit psychischen Erkrankungen in den ersten Arbeitsmarkt zu verstärken («Supported Emloyment»).

«Diese neuen Projekte sollen beispielhaft werden für die weitere Entwicklung der psychiatrischen Versorgung in der Schweiz wie auch im europäischen Ausland», so Rössler. Die Schnittstelle von Forschung und Versorgung wird innerhalb der PUK fortan in einem «Exzellenzzentrum für Versorgungsforschung» gebündelt.

Neue Zuständigkeiten

Neue Behandlungsangebote seitens der PUK sind nicht zuletzt auch deshalb nötig, weil ihr Auftrag vom Regierungsrat erweitert wurde, wie Erich Baumann als Spitaldirektor ausführte. Ab 2010 ist die PUK neu zusätzlich für die psychiatrische Versorgung der Zürcher Stadtkreise 11 und 12 (Oerlikon/Schwamendingen) mit rund 88'000 Einwohnerinnen und Einwohnern zuständig. In diesem Zusammenhang wird die PUK unter anderem eine neue Akut-Tagesklinik eröffnen und das Angebot «Gastfamilien für Psychischkranke» auf eine finanziell gesicherte Grundlage stellen.

Aus dem Jahresbericht der PUK Die stationäre Behandlung der PUK ist 2008 mit rund 105'000 Pflegetagen etwa im selben Ausmass in Anspruch genommen worden wie 2007. Mit rund 61'000 ambulanten Konsultationen bewegte sich dieses Angebot ebenfalls in der Grössenordnung des Vorjahres. Deutlich zugenommen hat die teilstationäre Versorgung, die Behandlungstage stiegen im Vergleich zum Vorjahr um etwa 28 Prozent auf rund 28'900 Tage. Bei einem Gesamtaufwand von 118 Mio. Franken beanspruchte die PUK 2008  einen Staatsbeitrag von 59,8 Mio. Franken.

Adrian Ritter ist Redaktor von UZH News.

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