Blutspenden

Es braucht noch immer Blutreserven

Der Rektor Andreas Fischer ging mit gutem Beispiel voran: Er spendete Blut im Lichthof der Universität Zürich. Bis Freitag haben Gesunde über 18 Jahre und 50 Kilogramm Körpergewicht die Möglichkeit, es ihm gleichzutun.

Brigitte Blöchlinger

Blutspenden will gut vorbereitet sein: Zunächst muss ein allgemeiner Fragebogen zur Gesundheit ausgefüllt werden ... (Bild: Brigitte Blöchlinger)

Blut ist ein ganz besonderer Saft, sagte schon im 18. Jahrhundert Goethes Mephisto zu Faust. An der Bedeutung des Bluts hat sich auch in unserer Zeit, da einiges künstlich hergestellt werden kann, nichts Wesentliches geändert. Die Medizin ist nach wie vor auf Blutreserven angewiesen. Deshalb findet derzeit und noch bis Freitag, 12. Dezember, eine Blutspendeaktion im Hauptgebäude der Universität statt. Die Organisatoren erhoffen sich alles in allem rund 1000 Liter Blut von gut 2000 Spenderinnen und Spendern. Die Blutspendeaktion eröffnet hat gestern Montag um 11 Uhr der Rektor der Universität, Prof. Andreas Fischer – nicht etwa mit Worten, sondern gleich mit Taten.

... dann wird der Blutdruck gemessen ... (Bild: Brigitte Blöchlinger)

Rektor Fischer ist ein Routinier in Sachen Blutspenden. «Ich spende seit zwanzig Jahren Blut», sagte er, während der kostbare Saft in den Spendenbeutel floss. Bis er jedoch auf der Pritsche hatte Platz nehmen können, hatte auch er wie alle anderen eine Reihe von Gesundheitschecks zu bestehen.

... und die Hämoglobinwerte werden ermittelt ... (Bild: Brigitte Blöchlinger)

Kein ungeprüftes Blut

Jede gesunde Spenderin und jeder gesunde Spender über 18 Jahre und 50 Kilogramm Körpergewicht kann theoretisch Blut spenden. Doch Gesundheit ist ein relativer Begriff. Um herauszufinden, ob das subjektive Empfinden mit den objektiven Anforderungen ans Blutspenden übereinstimmt, hat jede und jeder Spendewillige einen Fragebogen auszufüllen, den Blutdruck und die Temperatur messen und mittels Stich in den Finger das Hämoglobin bestimmen zu lassen.

... eine Ärztin bespricht die Resultate mit dem Spendewilligen ... (Bild: Brigitte Blöchlinger)

Eine Ärztin bespricht den Fragebogen und die Werte der Messungen mit dem bzw. der Spendewilligen und gibt – falls alles in Ordnung – grünes Licht für das eigentliche Blutspenden.

Nun gilt es die Materialbox zu fassen und zu einer der Pritschen zu gehen. Dort setzt eine erfahrene Krankenschwester des Blutspendedienstes der Stadt Zürich die Nadel und hängt den Beutel an, in den das Blut fliesst. 450 ml pro Person werden abgezapft. Das ist nicht ganz wenig, gelegentlich wird es einer Spenderin oder einem Spender kurz etwas flau. Doch keine Bange, die anwesenden Krankenschwestern und Ärztinnen sind gewappnet. In den allermeisten Fällen hat der Körper bereits nach einem Tag den Flüssigkeitsverlust wettgemacht und die weissen Blutkörperchen ersetzt. Nach sechs bis acht Wochen ist das abgezapfte Blut vollständig erneuert.

... bevor es an die eigentliche Blutabnahme geht. (Bild: Brigitte Blöchlinger)

Rektor Fischer ist es noch nie schwarz vor den Augen geworden, versichert er beim Aufstehen nach dem Blutspenden. Der Vollständigkeit halber lässt er sich aber noch zur Verpflegungsecke führen, wo für die Spenderinnen und Spender Getränke, Sandwiches (liebevoll von Rekruten gestrichen!) und selbstgemachte Cakes (von Medizinstudierenden gebacken!) bereit stehen.

Schliesslich winkt noch ein Preis bei der Tombola. (Bild: Brigitte Blöchlinger)

Jetzt fehlt eigentlich nur noch die Teilnahme an der Tombola. Natürlich ist die freiwillig. Und einer der fünf Hauptpreise – Gutscheine à 500 Franken bei Athleticum oder Weekends für zwei Personen in Savognin – ist bereits weg. Ein Student mit langen Rastalocken hat das Los für den ersten der fünf Hauptpreise bereits gezogen. Auch Rektor Fischer geht nicht leer aus: Sein Los bringt ihm einen Schuhsack ein. Zufrieden mit dem Erwirkten begibt er sich zum wohlverdienten Mittagessen.

Brigitte Blöchlinger ist Redaktorin von unipublic

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