Nacht der Forschung

Forschung zum Anfassen

Am Freitag, 26. September ist es wieder so weit: Das Zürcher Seebecken verwandelt sich in eine nächtliche Forschungswelt. Eingeladen sind alle, die sich für Wissenschaft interessieren.

Isabelle Herold

Bereits zum zweiten Mal findet in Zürich die Nacht der Forschung statt. Von 17:00 bis 24:00 Uhr können alle Neugierigen und Wissensdurstigen kostenlos Forschungsprojekte unterschiedlichster Fachrichtungen aus nächster Nähe kennenlernen und Forschende mit Fragen löchern. Im Zentrum stehen persönliche Begegnungen und der Austausch zwischen Forschenden und der Bevölkerung.

Forschung zu Land und zu Wasser

Entlang der Seepromenade zwischen Bellevue und Utoquai können die Besuchenden durch vier Themenwelten wandeln: «Forschung und Alltag», «Kraft und Bewegung», «Blick auf Unsichtbares» sowie «Wasser und Leben». In beidseitig des Weges aufgestellten Zelten stellen Forschende ihre Projekte vor. Man erfährt beispielsweise, wie mit einem neuen Reinigungsverfahren Abwasser wieder nutzbar gemacht wird oder wie Krankheitserreger im Trinkwasser nachgewiesen und eliminiert werden können. Die Besuchenden erhalten Einblicke in das für das blosse Auge unsichtbare Innere von Proteinen oder in den Alltag von Labor-Lehrlingen.

Die etwas andere Chemie, fernab von Periodensystem und komplizierten Strukturformeln. (Bild: Nacht der Forschung)

Weiter geht’s am Zürichhorn: nebst einem Ausstellungszelt steht hier auch eine Bühne, auf welcher eine abwechslungsreiche «Science Show» gezeigt wird. So jongliert etwa ein blinder Roboter und das sechsrädrige Marsmobil Quasimodo zeigt sein Können, bevor es mit der ESA demnächst seine Reise zum Mars antritt. Im 10-Minuten-Takt verkehren Schiffe zwischen Bellevue und Zürichhorn. An Bord erzählen Doktorierende, Professorinnen und Professoren und sogar ein Nobelpreisträger aus ihrem Alltag und beantworten Fragen der Besuchenden. Für die Bootsfahrt wird ein Gratisticket benötigt, dass man sich frühzeitig sichern sollte, da die Anzahl Plätze auf den Schiffen begrenzt ist.

Spiellabor und Molekularküche

Zahlreiche Ausstellungsprojekte, Show-Beiträge und Kurzvorträge sind auch für das junge Publikum geeignet. Kinder unter zwölf Jahren können zudem im Spiellabor am Zürichhorn unter fachkundiger Betreuung nach Herzenslust basteln und experimentieren, während ihre Eltern und älteren Geschwister die Veranstaltungen besuchen.

Bereits im Vorfeld der Nacht der Forschung wurde ein Fotowettbewerb für Kinder und Jugendliche ausgeschrieben. Die Aufgabe lautete, eine Forscherin oder einen Forscher zu fotografieren – sei es einen «echten», oder sei es sich selber im entsprechenden Kostüm. Die originellsten Beiträge werden um 19 Uhr auf der Showbühne vom Zürcher Stadtpräsidenten Elmar Ledergerber prämiert.

Für das leibliche Wohl an der Nacht der Forschung sorgt ein vielfältiges Catering-Angebot unter dem Motto «Herbst in der Schweiz». Es reicht von warmen Suppen und Tessiner Risotto über Raclette bis zu Fisch- und Grillspezialitäten. Eine besondere Attraktion ist die Molekularküche – eine unkonventionellen Kochshow, die mit einigen Überraschungen aufwartet. In verschiedene Lounges können sich die Besuchenden zwischendurch ausruhen und verweilen.

Gemeinsames Engagement von Hochschulen und Wirtschaft Die «Nacht der Forschung» geht auf eine Initiative der Europäischen Union zurück. Sie wurde mit dem Ziel lanciert, die Begegnung zwischen Wissenschaft und Gesellschaft zu fördern und findet jeweils am letzten Freitag im September in über dreissig europäischen Städten parallel statt. Zürich ist die bisher einzige teilnehmende Stadt der Schweiz. Nach der letztjährigen erfolgreichen Premiere machen diesmal fast doppelt so viele Forschungsgruppen mit; rund 400 Forschende stehen im Einsatz.An der «Nacht der Forschung» sind die ETH Zürich, die Universität Zürich und Alstom (Schweiz) AG als Hauptpartner beteiligt. Zu den weiteren involvierten Institutionen gehören die EMPA, die Eawag, die WSL, die Zürcher Hochschule für Angewandte Wissenschaften sowie der ETH-Rat. Aus der Privatwirtschaft sind ABB (Schweiz) AG, Doodle AG, Geberit AG, Hilti AG, IBM Forschungslabor Zürich, NOK und Phonak AG mit von der Partie. Die Stadt Zürich und die VBZ unterstützen das Projekt ebenfalls. Ziel ist, die Nacht der Forschung kontinuierlich auszubauen und als Plattform für den Wissens- und Forschungsplatz Zürich langfristig zu etablieren.

Isabelle Herold ist Kommunikationsverantwortliche der Nacht der Forschung.

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