Füchse

Stadtfüchse im Zoologischen Museum der Universität Zürich

Adrian Ritter

Finden in den Städten gute Lebensbedingungen - Rotfuchs hält Ausschau. (Bild: SWILD, Z???rich)

«Lueget nid ume, de Fuchs goht ume... » heisst ein zumindest früher bekanntes Kinderspiel. Dass der Fuchs tatsächlich umgeht, haben Studien und die Alltagserfahrung längst gezeigt - und zwar nicht nur in ländlichen Gebieten, sondern auch in Städten. Es ist dies ein Phänomen, welches gemäss den Ausstellungsmachern vom Zoologischen Museum in ganz Mittel- und Westeuropa beobachtet werden kann. Seit Mitte der 1980er Jahre gehört der Fuchs auch zum Stadtleben von Zürich - die Populationwird heutzutage auf 1000 ausgewachsene Tiere geschätzt.

Vom Fressen, Schlafen und den Parasiten

«Lueget nid ume?» Im Gegenteil, Grund genug, diesem Phänomen mehr Beachtung zu schenken, fand das Zoologische Museum der Universität Zürich und widmet den «Stadtfüchsen» bis zum 21. August 2005 eine Sonderausstellung. Präsentiert wird Wissen aus interdisziplinären Forschungsprojekten, an welchen das Museum und das Institut für Parasitologie der Universität Zürich beteiligt waren.

Die Ausstellung zeigt, wie sich Stadtfüchse im urbanen Lebensraum einrichten - zum Beispiel mit einem Styroporblock als wärmendes Nachtlager. (Bild: Zoologisches Museum der Universit???t Z???rich)

Die Besuchenden erwarten unter anderem Antworten auf folgende Fragen: Wie schafft es ein einst scheues Wildtier, sich im der Stadt zurechtzufinden? Wovon ernähren sich Füchse in der Stadt und wo nächtigen sie? Welche Krankheiten können von ihnen ausgehen?

Vertreiben ist eine Illusion

Eines ist für die Ausstellungsmacher klar: Gerade in der Stadt stehen den Füchsen mit Siedlungsabfällen und vielfältigen Unterschlupfmöglichkeiten gute Lebensbedingungen zur Verfügung. Die Tiere vertreiben zu wollen, sei eine Illusion. In der Ausstellung wird deshalb das Ziel verfolgt, Wissen zu vermitteln und Tipps zu geben für einen «konfliktarmen Umgang» zwischen Mensch und Tier.

So können sich die Besuchenden an der «Ton-Bar» beispielweise über die Bedeutung der verschiedenen Laute der Füchse informieren oder mittels Peilgerät selber einen mit einem Halsband-Sender ausgerüsteten Stadtfuchs aufzuspüren. In den Monaten Dezember undJanuar werden auch Ausstellungs-Führungen durch eine Zoologin oder einen Zoologen angeboten.

Adrian Ritter ist Mitarbeiter von unipublic.