Jugendforschung

Jugendforschung – mit positiver Perspektive

Das Jacobs Center for Productive Youth Development, ein assoziiertes Institut der Universität Zürich, wurde gestern offiziell eröffnet. Es strebt in der wissenschaftlichen Erforschung der gelungenen Kinder- und Jugendentwicklung eine führende Rolle an. Die Voraussetzungen dafür sind bestens.

Brigitte Blöchlinger

Sie werden im Jacobs Center die Hauptrolle spielen: die Jugendlichen (Video von Marcel Zwingli). (Bild: Brigitte Bl???chlinger)

Das Jacobs Center hat an der Culmannstrasse 1 in Zürich seine Räumlichkeiten bezogen. Man könne die Hausnummer wohl als Hinweis dafür auffassen, dass das neue Center auch im wissenschaftlichen Bereich die Nummer eins werde, sagte Hans Weder, Rektor der Universität Zürich, an der Eröffnungsfeier mit Schalk in den Augen.

Bestes Einvernehmen: der grosszügige Donator Klaus J. Jacobs (links) und der Rektor der beschenkten Universität Zürich: Hans Weder. (Bild: Brigitte Bl???chlinger)

Die Startbedingungen sind auf jeden Fall bestens. Die Jacobs Foundation hat nämlich zum einen der Universität Zürich zehn Millionen Franken geschenkt und kommt zum andern auch für die Hälfte der jährlichen Auslagen auf – die zweite Hälfte steuert die Universität Zürich bei. Zusätzlich konnte der Schweizerische Nationalfonds für die innovative Jugendforschung des Jacobs Centers gewonnen werden (Nationales Forschungsprogramm 52: Jugend und Generationenbeziehungen im gesellschaftlichen Wandel).

Das Jacobs Center wird die psychosoziale Persönlichkeitsentwicklung von Jugendlichen untersuchen, entsprechend finden sich vor allem Psychologen und Soziologen im Forschungsteam. Sie werden die Werthaltungen der Jugendlichen, ihre Weltanschauungen, Kompetenzen und Fahigkeiten in den sich immer schneller wandelnden Bereichen Familie, Schule, Arbeit, Freizeit und Gesellschaft erforschen. Welche individuellen und kontextuellen Voraussetzungen brauchen Kinder und Jugendliche, um sich positiv zu entwickeln, wird eine der zentralen Fragen sein. Besonderes Augenmerk gilt auch dem Übergang von der Schule in den Beruf.

Klaus J. Jacobs während seiner Rede im Erkerzimmer des Jacobs Centers. (Bild: Brigitte Bl???chlinger)

Die Soziologieprofessorin Marlis Buchmann leitet das Jacobs Center. (Bild: Brigitte Bl???chlinger)

Geschäftsführende Direktorin des «JacobsCenter – innovative Jugendforschung in internationaler und interdisziplinärer Perspektive» ist die Soziologieprofessorin Marlis Buchmann. Sie leitet die interdisziplinären und in Zukunft wohl auch internationalen Forschungsprojekte des Jacobs Centers. Mit dem Fokus auf die positivenVoraussetzungen für eine guteEntwicklung der Jugend leistet das Team um Professorin Buchmann Pionierarbeit, kümmerte sich die Forschung bisher doch vor allem um Fehlentwicklungen und Defizite bei Jugendlichen.

Die Entwicklung der Jugendlichen soll über längere Zeit beobachtet werden. Weshalb Längsschnittstudien mit 6-, 15-, und 21-Jährigen geplant sind. Dabei sollen Modelle positiver, gelungener Entwicklungen im Übergang ins junge Erwachsenenalter herauskristallisiert werden.

Das Forscherteam erhofft sich davon auch Informationen für die Jugend- und Bildungspolitik. So sitzt im Lenkungsausschuss des Jacobs Centers unter anderem auch alt Erziehungsdirektor Ernst Buschor.

Die Direktorin, die NFP52-Präsidentin, der Donator und ein Mitglieder des vierköpfigen Lenkungsausschusses: (v. l.) Marlis Buchmann, Pasqualina Perrig-Chiello, Klaus J. Jacobs und alt Erziehungsdirektor Ernst Buschor. (Bild: Brigitte Bl???chlinger)
Brigitte Blöchlinger ist unipublic-Redaktorin und Journalistin BR.