Stipendien

Anreiz für die Besten

Die Universität Zürich vergibt erstmalig Exzellenzstipendien. Sie unterstützt damit talentierte UZH-Studierende bei der Finanzierung ihres Masterstudiums. Im Rahmen eines dreijährigen Pilotprojekts profitieren insgesamt 20 Studentinnen und Studenten.

Nathalie Huber2 Kommentare

Studierende an der UZH
Studierende an der UZH
Studierende der UZH können sich neu um Exzellenzstipendien bewerben. (Bild: Ursula Meisser)


Das Stipendienwesen der Universität Zürich wird um ein Fördergefäss reicher: Neben Sozialen Stipendien für finanziell benachteiligte Studierende sowie Mobilitätsstipendien zur Förderung und Unterstützung von Auslandaufenthalten vergibt die UZH neu Exzellenzstipendien. Diese richten sich an besonders leistungsstarke Studierende, die ihren Bachelor erfolgreich abgeschlossen haben und ihr Masterstudium an der UZH in Angriff nehmen.

Die ersten Exzellenzstipendien werden für das Herbstsemester 2022 gesprochen. Es handelt sich dabei vorerst um ein dreijähriges Pilotprojekt, an dem sich ausschliesslich UZH-Studierende beteiligen können. Insgesamt profitieren 20 angehende Masterstudierende aus allen sieben Fakultäten. Sie werden pro Semester mit jeweils 10'000 Franken unterstützt. Je nach Dauer des Masterstudiengangs beträgt das Stipendium bis zu 40'000 Franken.

Volle Konzentration aufs Studium

Mit dieser finanziellen Unterstützung erhalten die Exzellenzstipendiatinnen und -stipendiaten die Möglichkeit, sich vollumfänglich auf ihr Studium zu konzentrieren. «Wir wollen begabten Studierenden, die sich in besonderem Masse in ihrem Studium engagieren, den Rücken stärken», sagt Gabriele Siegert, Vize-Rektorin und Prorektorin Lehre und Studium.

Die Förderung von Begabten hat die UZH in ihrem Leitbild verankert. «Mit der Schaffung von Exzellenzstipendien setzen wir dies jetzt gezielt für die Masterstufe um», führt Siegert weiter aus. Die Exzellenzstipendien sollen für hervorragende Bachelorstudierende einen zusätzlichen Anreiz schaffen, dass sie ihr Studium im Master an der UZH fortführen.  

Mit den Exzellenzstipendien verfügt die UZH zudem über ein weiteres Instrument, um besonders engagierte Studierende zu belohnen. Aktuell honoriert die UZH herausragende Leistungen in erster Linie durch Preise, zum Beispiel in Form von Semester- oder Jahrespreisen. 

Nicht nur Noten zählen 

Per Definition müssen Studentinnen und Studenten, die sich für ein Exzellenzstipendium bewerben, deutlich überdurchschnittliche Noten vorweisen können. Neben hervorragenden akademischen Leistungen zählen aber noch weitere inhaltliche Aspekte.

So soll, wer sich bewirbt, plausibel belegen können, dass sie oder er den Ehrgeiz und das Potenzial hat, zukünftig in einem akademischen oder nicht-akademischen Umfeld Aussergewöhnliches zu leisten. Die Kandidatinnen und Kandidaten werden in diesem Zusammenhang gefragt, welche gesellschaftlich relevanten Projekte sie anpacken würden, vorausgesetzt, sie hätten die dafür notwendigen Gelder. «Wir wollen Studierende ansprechen, die sich im weitesten Sinne für die Gesellschaft einsetzen wollen – darunter solche, die eine akademische Karriere anstreben und solche, die sich in nicht-akademischen Berufsfeldern sehen», so Siegert.

Qualitatives Losverfahren

Für eine erfolgreiche Bewerbung spielt nicht zuletzt auch die Originalität und Eigenständigkeit der Bewerbung eine wichtige Rolle. Aus dem Pool der unterstützungswürdigen Bewerbungen ermittelt schliesslich ein Losverfahren, wer zu den Stipendiatinnen und Stipendiaten gehört. «Dieses Verfahren hat sich in den letzten Jahren bewährt, wenn zwischen qualitativ gleich guten Bewerbungen zu entscheiden ist», sagt Siegert.

 

Hintergrund

Exzellenzstipendien richten sich an besonders leistungsstarke Studierende, unabhängig von ihrer finanziellen Situation. Im Rahmen eines dreijährigen Pilotprojekts werden insgesamt 20 Exzellenzstipendien vergeben. Die ersten 10 davon gehen ab Herbstsemester 2022 an angehende Masterstudierende der Wirtschaftswissenschaftlichen, der Medizinischen, Mathematisch-naturwissenschaftlichen sowie der Vetsuisse Fakultät. Ab 2023 werden zehn weitere Exzellenzstipendien an angehende Masterstudierende der Philosophischen, Theologischen und Rechtswissenschaftlichen Fakultät ausgerichtet.

Finanziert werden die Exzellenzstipendien vom Stipendien- und Darlehensfonds für Studierende der UZH sowie der Monique-Dornonville-de-la Cour-Stiftung.

Nathalie Huber, Redaktorin UZH News

2 Leserkommentare

Adrian Scheidegger schrieb am Breit abgestützte Idee! Das Pilotprojekt Exzellenzstipendien geht davon aus, dass in den kommenden Jahren mehr als 20 exzellente Studierende ihr Masterstudium beginnen werden. Sie alle hätten grundsätzlich ein Exzellenzstipendium verdient. Das gewählte Auswahlverfahren mit inhaltlicher Prüfung und anschliessendem Losverfahren hat sich auch in anderen Fällen bewährt; es wurde zudem im Rahmen des Projekts breit diskutiert. Ein wichtiges Ziel des Pilotprojekts ist zudem, das Fundraising für zusätzliche Mittel zu unterstützen, mit dem Ziel, dass mittelfristig mehr Studierende in den Genuss eines Exzellenzstipendiums kommen können. Adrian Scheidegger, Projektleitung
Thomas Grischott schrieb am Schlechte Idee Wie will man auch nur halbwegs objektiv herausfinden, welche 20 der angehenden Masterstudierenden denn nun die exzellentesten sind? Man wird zwangsläufig in einer hochgradig unfairen Situation landen, in welcher willkürlich einige wenige beschenkt und viele andere ebenso Geeignete übergangen sein werden. Und nur dass das dann das Resultat einer Verlosung sein wird, macht das Resultat nicht fairer. Bei einem Semesterpreislein kann man mit dieser Ungerechtigkeit ja noch leben, aber bei 40'000 Franken sollte die Willkür aufhören.

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