Berufungsstatistik 2021

Erstmals mehr Frauen berufen

Die Anzahl der Berufungen bleibt konstant. Zum ersten Mal haben mehr Professorinnen als Professoren ihr Amt an der UZH angetreten.

Nathalie Huber

Entwicklung Berufungsrate Frauen
Entwicklung Berufungsrate Frauen
Der Anteil der berufenen Professorinnen hat in den letzten drei Jahren zugenommen. Im Jahr 2021 haben erstmals mehr Professorinnen als Professoren ihr Amt an der UZH angetreten. (Bild: UZH)


Im vergangenen Jahr haben 55 Professorinnen und Professoren ihr Amt an der Universität Zürich angetreten – ebenso viele wie im Jahr 2020. Sie stammen insgesamt aus 10 verschiedenen Ländern – davon 22 Personen aus der Schweiz, 16 aus Deutschland und 17 aus dem übrigen Ausland.

Die meisten Neuberufungen zählt die Medizinische Fakultät (17), gefolgt von der Philosophischen Fakultät (15), und der Mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät (14).

Von den 55 Berufungen machen die 14 Förderungsprofessuren des Schweizerischen Nationalfonds den grössten Anteil aus; 10 Professuren fallen auf Stufe Assistenzprofessur an und 9 auf Stufe ausserordentliche Professur ad personam.

Auf dem richtigen Weg

Eine Zahl aus der aktuellen Berufungsstatistik sticht besonders hervor, jene der neuberufenen Frauen. Im Jahr 2021 haben 28 Professorinnen ihr Amt an der UZH angetreten, im Vorjahr waren es 23. Um einiges tiefer – bei 15 Professuren – lag der Frauenanteil im Jahr 2019.  

10 der neuberufenen Professorinnen lehren und forschen an der Medizinischen Fakultät, 9 an der Philosophischen Fakultät, 7 an der Mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät und 2 an der Vetsuisse Fakultät. Zur wesentlichen Steigerung der Berufungsrate der Frauen hat die Ernennung von 8 PRIMA-Stipendiatinnen zu Assistenzprofessorinnen beigetragen. Die Mehrheit der Frauen wurde auf eine Assistenzprofessur berufen ­– mit oder ohne Tenure Track.

Erstmals in der Geschichte der Universität Zürich liegt der Anteil der eingestellten Professorinnen (51%) über jenem der Professoren. Die UZH hat sich letztes Jahr das Ziel gesetzt, in den nächsten zehn Jahren eine Berufungsrate für Professorinnen von mindestens 40 Prozent zu erreichen. «Die aktuelle Berufungsstatistik zeigt, dass wir mit unseren Bestrebungen zur Steigerung des Frauenanteils auf dem richtigen Weg sind», sagt Rektor Michael Schaepman. 

Verschiedene Fördermassnahmen

Um Kandidaturen von Frauen zu fördern, setzt die UZH auf verschiedenen Ebenen an. Sie hat etwa im Jahr 2018 Vorgaben zum Auswahlverfahren im Berufungsprozess erlassen. Diese sorgen für mehr Transparenz und Chancengleichheit, indem sie die einzelnen Verfahrensschritte eines Berufungsgeschäfts genau festlegen – vom Ausschreibungstext, über den Probevortrag bis hin zum Kommissionsgespräch. Auch der Aktionsplan Chancengleichheit 2017-2020/21 setzte sich zum Ziel, den Frauenanteil in höheren Positionen zu vergrössern. Mithilfe spezifischer Projekte wurden Wissenschaftlerinnen bei der Einwerbung von Drittmitteln oder bei der Umsetzung von Teilzeitführung unterstützt.

Noch nicht ausgeglichen

All diesen Bestrebungen zum Trotz wird es noch etwas dauern, bis die Geschlechterparität erreicht ist. Im Jahr 2021 waren von den 735 Professuren 203 Frauen, das sind 27.6%. Im Vorjahr waren es 25.1%. Die UZH liegt mit diesen Zahlen im nationalen Vergleich im Mittelfeld. Wie lange es dauert, bis insgesamt der Anteil der Professorinnen demjenigen ihrer Kollegen entspricht, veranschaulicht ein Forecast-Modell der Abteilung Gleichstellung und Diversität: Bleibt die Berufungsrate bei 50%, so könnte die UZH in zwei bis drei Jahren den Anteil an Professorinnen auf 30% steigern – und damit die Hürde der kritischen Masse überschreiten. Geschlechterparität hingegen wäre erst in 15 Jahren erreicht.

 

Hintergrund

PRIMA, Promoting Women in Academia, ist ein Karriereinstrument des Schweizerischen Nationalfonds (SNF). Der SNF unterstützt mit dem Fördergefäss hervorragende Forscherinnen auf ihrem Weg zur Professur.  

Gleichstellungsmonitoring

Die Abteilung Gleichstellung und Diversität stellt mit einem interaktiven Dashboard wichtige Kennzahlen zur Verfügung. 

Nathalie Huber, Redaktorin UZH News

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