Pandemie-Nothilfe

Studieren ohne Sorgen

Die Corona-Pandemie kann auch Studentinnen und Studenten in finanzielle Bedrängnis bringen. Eine neu eingerichtete Pandemie-Nothilfe der UZH unterstützt UZH-Studierende in akuter Geldnot mit bis zu 6000 Franken.

Nathalie Huber2 Kommentare

Studentin kalkuliert ihre Rechnungen
Die Pandemie-Nothilfe unterstützt Studierende, wenn sie ihren minimalen Lebensunterhalt nicht mehr finanzieren können. (Bild: iStock / Geber86)


«Ich wollte mein Studium immer selbst finanzieren, um niemandem etwas schuldig zu sein. Bis vor Kurzem habe ich von meinen Ersparnissen gelebt. Diese reichen noch knapp bis Mai», sagt Dario*. Er studiert im letzten Masterjahr Geschichte an der UZH. Während des Semesters arbeitete der angehende Historiker rund 20 Prozent auf Abruf und in den Semesterferien während sechs Wochen Vollzeit in einer Zürcher Bar. Seine Arbeitgeberin hat während des Lockdowns Kurzarbeit angemeldet. «Mein Einkommen ist zwar einigermassen gesichert. Aber das reicht zurzeit nicht aus, um meine monatlichen Rechnungen zu bezahlen.»

Auch Laureen* hat seit der Corona-Krise Geldsorgen. Die Kunstgeschichtsstudentin finanziert ihr Studium mit einem kantonalen Stipendium. Zusätzlich verdient sie monatlich 500 Franken als Fitnessinstruktorin. Nun hat sie per Ende April die Kündigung erhalten. «Von der Arbeitslosenversicherung habe ich bis jetzt noch nichts gehört. Und jetzt einen Teilzeitjob zu finden, ist praktisch aussichtslos», sagt sie. Um ihre Fixkosten zu bezahlen, ist sie dringend auf zusätzliches Geld angewiesen.

Akute Finanzierungslücken

Dario und Laureen stehen stellvertretend für Studierende, die mithilfe von Nebenjobs ihr Studium finanzieren und die aufgrund der Corona-Krise in eine finanzielle Notsituation geraten sind. «In den letzten fünf Wochen haben sich vermehrt Studentinnen und Studenten mit akuten Geldsorgen an uns gewandt», sagt Brigitte Ortega, Leiterin der Fachstelle Studienfinanzierung der UZH.

Häufig arbeiten die Betroffenen in Branchen, die nach wie vor unter dem Lockdown leiden. Die Einkünfte aus ihren Nebenjobs sind nun teilweise oder ganz ausgefallen. «Studierende, die dann nicht auf familiäre oder anderweitige finanzielle Unterstützung zurückgreifen und auch nicht von den staatlichen Unterstützungsmassnahmen profitieren können, geraten schnell in eine finanzielle Notlage», erklärt Ortega.

Ihnen will die UZH nun möglichst rasch – kraft einer Pandemie-Nothilfe – unter die Arme greifen. Betroffene UZH-Studentinnen und -Studenten erhalten auf Antrag einen auf dieses Semester beschränkten Betrag von 1’000 bis maximal 6’000 Franken. Zustüpfe bis zu 3’000 Franken müssen nicht zurückbezahlt werden. Was diesen Betrag übersteigt, gilt als zinsloses Darlehen, das die Studierenden innert zweier Jahre nach Studienabschluss zurückbezahlen müssen.

Unbürokratische Abwicklung 

Ab heute können die Studentinnen und Studenten Pandemie-Nothilfe beantragen. Das Procedere ist so unkompliziert wie möglich: Die Studierenden füllen auf der Website der Fachstelle für Studienfinanzierung einen Antrag aus und können bis spätestens sieben Tage später mit einem Bescheid rechnen. Wichtig ist dabei der Nachweis, dass die Studierenden sich aufgrund der Corona-Pandemie in einer Notsituation befinden. Dies bedeutet, dass sie zum Beispiel ihre Miete oder ihre Gesundheitskosten nicht mehr bezahlen können oder ihnen das Geld für den minimalen Lebensunterhalt fehlt.

*Namen geändert

Nathalie Huber, Redaktorin UZH News

2 Leserkommentare

Nora Frank schrieb am Finanzielle Unterstützung Sehr geehrte Frau Münger Ich habe Ihren obigen Kommentar gelesen und möchte Ihnen schreiben, dass Sie nicht mit diesen finanziellen Sorgen alleine bleiben müssen. Es gibt für Sie in dieser Situation verschiedene Möglichkeiten der Unterstützung. Ich kann an dieser Stelle nicht alle in Frage kommenden Möglichkeiten nennen, weshalb Sie sich am besten an eine Beratungsstelle wenden (z.B. die Fachstelle Studienfinanzierung der UZH). Vorab nur die wichtigsten Informationen: Wenn Sie sich noch in der Erstausbildung befinden und bis maximal 25 Jahre alt sind, erhält ihr bereits pensionierter Vater eine Kinderrente für Sie. Mit diesem Geld sollte er Sie und Ihre Ausbildung unterstützen können. Falls das noch nicht ausreicht, haben Sie eventuell Anspruch auf ein zinsloses Darlehen oder ein Stipendium in Ihrem Wohnsitzkanton aufgrund des geringen Einkommens Ihrer Mutter. Lassen Sie sich diesbezüglich beraten. Ich wünsche Ihnen alles Gute und viel Erfolg im Studium, Nora Frank
Alexandra Münger schrieb am Ich habe Sorgen Sehr geehrte Damen und Herren Ich finanziere mein Jus Studium an der UZH selbst. Ich wohne ich in einer WG in ZH, da ich aus Fribourg komme. Mein Vater wurde im 2020 pensioniert und meine Mutter mit Migrationshintergrund verdient nicht viel, weshalb es ihnen nicht zumutbar ist, mich weiterhin zu unterstützen. Ich habe in einem Ladenkaffee (Zollfrei) in Zürich gearbeitet (jeden Sonntag, Ferienablösung und auf Abruf). Abgemacht wurde mit der AG, dass ich in den Semesterferien die Ferienvertretung übernehmen werde und somit Vollzeit gearbeitet hätte. Die Semesterferien habe ich seit dem 9.1.21, da ich vorher Master-Prüfungen hatte. Nun wurde mir am 6.1.21 gekündigt (Grund: Corona). Zusätzlich gab ich zwei Studentinnen private Nachhilfe in Jura, wobei eine aus finanziellen Gründen ausgestiegen ist und die andere die Prüfung am 18.1 hat, wobei sich auch das Einkommen aus der Nachhilfe auflöst. Kosten wie 720 CHF Miete, ÖV-Abo, Semestergebühren, Bücher etc. erwarten mich. Ich habe Sorgen.

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