Ferien

Kultur, Sport und Liegestuhl

Worauf ist zu achten, damit Ferien erholsam sind und man gesund wieder nach Hause kommt? Professor Jan Fehr vom Institut für Epidemiologie, Biostatistik und Prävention rät: Sich frühzeitig vorbereiten und sich Zeit lassen – damit die Ferien kein Stress werden.

Adrian Ritter

Schöne Ferien
Schöne Ferien
Entspannt geniessen. Wir wünschen allen Universitätsangehörigen schöne Ferien. (Illustration: iStock)

 

Professor Jan Fehr, wie sehen «gesunde» Ferien aus?

Gerade wenn es um eine Reise an eine ferne Destination geht, beginnen gesunde Ferien schon zu Hause – und zwar nicht erst kurz vor Abflug. Für die medizinische Reiseberatung sollte ein Termin vier bis sechs Wochen vor der Abreise eingeplant werden. So lassen sich allfällige Impfungen rechtzeitig machen und der Körper kann einen guten Schutz aufbauen.

Nebst medizinischen Belangen ist es gerade bei Reisen in unbekannte, ferne Länder wichtig, sich mit der dortigen Kultur, den klimatischen Verhältnissen – etwa Hitze – und speziellen Gegebenheiten – zum Beispiel der Höhe über Meer – auseinanderzusetzen und sich darauf vorzubereiten. Am Ferienort selber lohnt es sich, eine gute Mischung aus Kultur, Sport und Liegestuhl zu pflegen. So wird man erfüllt, erholt und gesund zurückkehren.

Auf welche Feriendestinationen sollte man sich speziell vorbereiten?

Die Tropen und Subtropen können so manche Ferienüberraschung der unliebsamen Art bergen. Das können gefährliche Krankheiten sein, welche in unseren Breitengraden nicht vorkommen – etwa Malaria. Andere Herausforderungen können ein schlechter Hygienestandard oder der Strassenverkehr sein. Gerade Verkehrsunfälle sind eine oft unterschätzte Gefahr. So stirbt zum Beispiel durchschnittlich jeden Monat ein Gast aus der Schweiz bei einem Verkehrsunfall in Thailand.

Was soll man tun, wenn man an einer fernen Feriendestination krank wird?

Zu einer guten medizinischen Reiseberatung gehört, erste Massnahmen bei verschiedenen Krankheiten zu besprechen. Eine solche Beratung erhält man zum Beispiel am Zentrum für Reisemedizin der UZH. Entscheidend während der Reise ist, Warnzeichen wie Fieber oder Austrocknung rechtzeitig zu erkennen. Dann stellt sich die Frage, ob man sich bei einem Arzt oder einer Ärztin vor Ort melden soll. Ist man sich unsicher oder bleiben nach einer solchen Konsultation Fragen offen, kann man jederzeit den Dienstarzt Infektiologie des Universitätsspitals Zürich oder die Notfallnummer des Schweizerischen Tropen- und Public Health Instituts  anrufen. Dort wird man kompetent beraten.

Wie gefahrlos ist die Alternative, die Ferien zuhause zu verbringen?

Selbstverständlich birgt auch das Leben in der Schweiz Gefahren, obwohl Krankheiten oder Unfälle im Zusammenhang mit einem Ausflug zu Hause viel seltener sind. Dies ist jedoch sicherlich kein Grund, auf Ferien an entfernten Destinationen zu verzichten, den Horizont zu erweitern und dabei die Seele baumeln lassen.

Können Ferien auch Stress sein?

Ja, Ferien können tatsächlich «Stress» bedeuten, wie eine Studie von Andrea Farnham am Zentrum für Reisemedizin zeigte. Dem kann mit einer guten Vorbereitung vorgebeugt werden. Es ist wichtig, in etwa zu wissen, auf was man sich einlässt. Man sollte sich wie gesagt über fremde Kulturen und Gegebenheiten informieren. Ein guter Ratgeber ist auch, sich nicht zu viel vorzunehmen für die Ferien. Oft ist es ja schön, wenn man noch nicht alles gesehen hat und es einen guten Grund gibt, zurückzukehren.

Und noch etwas: Man sollte verhindern, bei der Ankunft am Ferienort den Kopf noch halb bei der Arbeit zu haben. Dies gilt umso mehr, wenn es eine unvertraute Feriendestination ist. Zwischen «Out of Office» und «Ready for Take-Off» sollten mindestens zwei Tage liegen. Dasselbe gilt für die Rückkehr: nicht mit einem Bein noch am Strand sein, wenn man wieder am Arbeitsplatz ankommt. Sich Zeit lassen, lautet das Gebot der Stunde. So kann man wieder sanft im Alltag landen und der Erholungseffekt hält möglichst lange an. Und nun wünsche ich Ihnen wunderbare Ferien!

Adrian Ritter, Redaktor UZH News

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