Neues Content Management System

Alles neu unter der Haube

Seit kurzem ist die Website der UZH gänzlich neu. Von aussen allerdings sieht man davon nichts – was auch so beabsichtigt ist. An der Oberfläche unbemerkt wurde die Website der UZH auf das neue Content Management System (CMS) Magnolia umgestellt. 

Theo von Däniken

Magnolia löst das seit 2004 an der UZH eingesetzte System Lenya ab. Die Open Source Software Lenya wurde seit einigen Jahren von der Entwicklergemeinschaft nicht mehr aktiv weiterentwickelt, so dass die UZH sämtliche Neuerungen selber programmieren musste. «Auf die Dauer war damit nicht mehr gewährleistet, dass wir den Benutzerinnen und Benutzern ein modernes System zur Verfügung stellen können», begründet Thomas Comiotto den Wechsel. Als Projektleiter ist Comiotto bei der Zentralen Informatik für die Einführung von Magnolia verantwortlich.

Zwar ist Magnolia ebenfalls ein Open Source Produkt. Doch im Gegensatz zu Lenya steht dahinter ein in Basel beheimatetes Unternehmen mit einem eigenen Pool an Programmierern, die den Code ständig weiterentwickeln. «Durch die Nähe des Anbieters erhalten wir einen optimalen Support», meint Comiotto. «Zudem freut es uns, dass ein Schweizer Produkt die internationale Ausschreibung für sich entscheiden konnte.»

Optimale Voraussetzungen

Als Open Source-Projekt basiert Magnolia vollständig auf offenen Standards.  «Der Zugang zum Quellcode bietet eine sehr gute Qualitätskontrolle und optimale Voraussetzungen für Weiterentwicklungen», sagt Comiotto. So kann es später auch einfach um neue Funktionalitäten erweitert werden. Denkbar sind etwa Personalisierung-Funktionen oder die Einbindung von externen Datenquellen. Geplant ist unter anderem eine Anbindung des Vorlesungsverzeichnisses und eine einfachere Einbindung von ZORA, des Open Access Repositorys der UZH.

Im Content Management System wird nicht nur die zentrale Website der Universität betreut, sondern rund 500 weitere Websites der Fakultäten, von Instituten, Kompetenzzentren, Abteilungen der Zentralen Dienste und so weiter. Bewusst wurde bei der Umstellung auf ein Redesign und auf grössere Änderungen an Struktur und Funktionalität der Websites verzichtet. Das technisch und auch organisatorisch anspruchsvolle Projekt der Plattform-Ablösung sollte nicht durch zusätzliche Anforderungen noch komplexer gemacht werden. Dennoch sind kleinere Neuerungen bereits umgesetzt, so können zum Beispiel neu auf einfache Weise Bildergalerien in die Webseiten integriert werden.

Aufgeräumt und übersichtlich: Die Einstiegsseite von Magnolia bietet die wichtigsten Funktionen für die Bearbeitung von Websites in so genannten Apps an. (Bild: Screenshot)

Aufwand minimieren

Knapp 150 Websites sind bereits auf das neue System umgestellt, darunter sehr grosse Sites, mit mehreren Tausend Einzelseiten. Die grösste Herausforderung dabei war, die Umstellung mit einem möglichst geringen Aufwand für die beteiligten Personen in den ZDU, den Instituten und Fakultäten zu machen. Dazu wurde sehr viel Zeit in die Entwicklung der automatischen Datenübernahme investiert. «Mittlerweile erreichen wir eine Erfolgsquote von fast 100 Prozent und darauf sind wir mächtig stolz», so Comiotto.

Während die Änderung für die Besucherinnen und Besucher der Websites an der Oberfläche unsichtbar sind, müssen sich die rund 4500 bisherigen Benutzerinnen und Benutzer von Lenya mit der neuen Benutzeroberfläche von Magnolia vertraut machen. Zu diesem Zweck bietet die Abteilung Kommunikation alle zwei Wochen zweistündige Umschulungs-Workshops sowie regelmässige vertiefende Einführungskurse an. Eine laufend erweiterte Dokumentation auf der Website www.cms.uzh.ch sowie Tutorials sollen den Übergang zu Magnolia so einfach wie möglich machen.

Da Magnolia sehr benutzerfreundlich ist, lässt sich der Aufwand für Schulung und Support bisher relativ gut bewältigen. Um die während der Migrationsphase erwarteten vermehrten Anfragen abfangen zu können, hat die Abteilung Kommunikation das Support-Team vorübergehend aufgestockt. Erste Erfahrungen zeigen, dass das System von den Benutzerinnen und Benutzern gut aufgenommen wird.

Theo von Däniken ist Journalist und Mitarbeiter der Abteilung Kommunikation der UZH.

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