Jahresmedienkonferenz 2013

Saubere Energie und gesundes Altern

Im Fokus der Jahresmedienkonferenz der UZH standen die neuen Universitären Forschungsschwerpunkte. Zwei vorgestellte Projekte beschäftigen sich mit der umweltfreundlichen Energieversorung von morgen und entwickeln Strategien für ein gesundes Altern.

Adrian Ritter

Tragen zur Lösung gesellschaftlicher Probleme bei: Greta R. Patzke, Professorin für Anorganische Chemie und Lutz Jäncke, Professor für Neuropsychologie. (Bild: Adrian Ritter)

«Leuchttürme der Forschung» sollen die neuen Universitären Forschungsschwerpunkte (UFSP) der UZH werden, sagte Rektor Andreas Fischer an der diesjährigen Jahresmedienkonferenz. Die zweite Generation von UFSP startete Anfang 2013 mit acht neuen, interdisziplinären Projekten. Sie widmen sich Themen, in denen die UZH auf bestehende Stärken aufbauen und mit deren Hilfe die Universität ihr Profil im internationalen Wettbewerb weiter schärfen kann.

Untersucht wird in den neuen UFSP etwa die Regulierung der Finanzmärkte, die Entwicklung der Biodiversität oder der Zusammenhang von Sprache und Raum. Die UZH fördert die Schwerpunkte während maximal zwölf Jahren mit jährlich rund 15 Millionen Franken.

Parallel dazu haben im Herbst 2012 zehn Klinische Forschungsschwerpunkte (KFSP) im Bereich Medizin ihre Arbeit aufgenommen – zu Themen wie «Seltene Krankheiten» oder «Sleep and Health». Sieben Millionen Franken hat die UZH im vergangenen Jahr in die KFSP investiert, bis zu 20 Millionen Franken sollen es in den Jahren ab 2015 sein.

Von der gebündelten Spitzenforschung soll vor allem auch der Nachwuchs profitieren, indem neue Doktoranden- und Postdoc-Stellen sowie Assistenzprofessuren geschaffen werden können.

Gesund ins Alter

Zwei der Universitären Forschungsschwerpunkte (UFSP) wurden an der Jahresmedienkonferenz vorgestellt. Lutz Jäncke, Professor für Neuropsychologie, präsentierte den UFSP «Dynamik gesunden Alterns». «Demenzforschung ist wichtig, aber nicht alles», betonte Jäncke. Auch in Zukunft wird gemäss Prognosen nur eine kleine Minderheit der älteren Menschen an Demenz erkranken.

Wie die Mehrheit der gesunden Menschen ihre kognitiven Fähigkeiten erhalten kann, dieser Frage geht der neue UFSP nach. Statistiken zeigen im Alter zwar eine Abnahme etwa der Leistung von Gedächtnis und räumlicher Orientierung. «Aber das sind nur Mittelwerte», gab Jäncke zu Bedenken. Solche Leistungen seien im Alter sogar noch unterschiedlicher ausgeprägt als bei jüngeren Menschen: «Auch ältere Menschen können lernen, viele von ihnen sogar sehr gut.»

Zu verdanken ist dies der Plastizität des menschlichen Gehirns, das sich auch im Alter noch ändern kann. Im Rahmen des UFSP soll im Verbund von Medizin und Psychologie erforscht werden, was gesunde alte Menschen auszeichnet und welche Strategien für ein gesundes Altern daraus entwickelt werden können.

Mit Forschungsschwerpunkten den Nachwuchs fördern: Rektor Andreas Fischer. (Bild: Adrian Ritter)

Von der Natur lernen

Forschung mit grossem Nutzen für die Gesellschaft stellte auch Greta R. Patzke, Professorin am Anorganisch-chemischen Institut, vor. Der UFSP «Von Sonnenlicht zu chemischer Energie» will helfen, eine umweltverträgliche Energieversorgung für die Zukunft zu ermöglichen.

Die Idee: Mit der Hilfe von Sonnenlicht werden Wassermoleküle gespalten und daraus Wasserstoff gewonnen, der in der Form von Methanol als Treibstoff genutzt werden kann. Damit soll der nötige Ausstieg aus der Nutzung der knappen und umweltschädlichen fossilen Treibstoffe möglich werden.

Im Gegensatz zur Photovoltaik hätte die Umwandlung von Sonnenlicht in chemische Energie mittels Katalyse den Vorteil, dass keine teuren Solaranlagen mit bisweilen giftigen und schwierig zu entsorgenden Inhaltsstoffen nötig seien.

«Wir wollen von der Natur lernen und eine künstliche Photosynthese entwickeln», sagte Patzke. Der internationale Wettbewerb in diesem Forschungsbereich ist intensiv. Die Voraussetzungen in Zürich seien aber mit den vorhandenen fachlichen Kompetenzen und der bereits bestehenden Vernetzung denkbar gut, gab sich Patzke optimistisch.

Erreicht werden soll das Ziel durch die Zusammenarbeit von UZH-Forschenden aus Physik und Chemie mit Forschenden der Eidgenössischen Materialprüfungsanstalt (EMPA).

Stabile Situation

Mit erfreulichen Neuigkeiten wartete zum Schluss der Medienkonferenz Stefan Schnyder, Direktor Finanzen, Personal und Infrastruktur, auf. «Die Universität Zürich befindet sich in einer sehr stabilen Situation», gab er bekannt. So sei etwa das abgeschwächte Wachstum der Anzahl der Studierenden nach Jahren der starken Zunahme durchaus erwünscht.

Im vergangenen Jahr waren 25'732 Studierende an der UZH eingeschrieben – rund 100 Personen mehr als im Jahre 2011. Zum Vergleich: Von 2008 auf 2009 hatte die Zahl um rund 1000 Studierende zugenommen. Am stärksten nachgefragt waren wie schon in den Vorjahren die Wirtschafts- und Rechtswissenschaften sowie Psychologie, Publizistik- und Kommunikationswissenschaft sowie Biologie.

Massvolles Wachstum der Studierendenzahlen: Stefan Schnyder, Direktor Finanzen, Personal und Infrastruktur der UZH. (Bild: Adrian Ritter)

Erfolgreich EU-Gelder eingeworben

Stabil präsentiert sich die UZH auch, was ihre finanzielle Situation anbelangt. Der Gesamtumsatz lag 2012 bei 1278 Millionen Franken, was einer Steigerung von 44,3 Millionen Franken (+3,6 Prozent) entspricht. Bei einem Gesamtbestand von rund 8200 Mitarbeitenden sind im vergangenen Jahr vor allem im Mittelbau zusätzliche Stellen geschaffen worden – 120 an der Zahl.

Rund zwei Drittel der Einnahmen der UZH stammen von der öffentlichen Hand. Der Kantonsbeitrag stieg 2012 von 572,4 auf 588,3 Millionen Franken. Gleichzeitig ist es den UZH-Forschenden gelungen, mehr Drittmittel beim Schweizerischen Nationalfonds und der EU einzuwerben – der entsprechende Betrag stieg von 218 auf 231 Millionen.

Einen Wachstumstrend verzeichnet die UZH auch bei der Zahl der Mobilitätsstudierenden. Im Vergleich zum Vorjahr weilten 24 Prozent mehr Gaststudierende an der UZH (441 Personen). Rund sechs Prozent höher war der Anteil der UZH-Studierenden, die temporär an einer anderen Universität studierten (246 Personen).

Adrian
Ritter ist Redaktor von UZH News.

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