10 Jahre Uniboard

Das «Facebook» für Studierende

Drei Studenten der Wirtschaftsinformatik der UZH gründeten 2002 das «Uniboard». Das Online-Forum war ursprünglich für den Austausch unter Freunden gedacht, fand aber schnell die Aufmerksamkeit anderer Studierender. Heute zählt Uniboard rund 20'000 Nutzer und ermöglicht es, sich über die Grenzen von Fakultät und Universität hinweg zu vernetzen.

Julian Fuchs

Andreas Schwarzinger: «Das Uniboard hilft Studierenden, sich selbst zu helfen.» (Bild: zVg)

Alte Bücher verkaufen, über Auslandaufenthalte diskutieren oder einen günstigen Anzug für das Vorstellungsgespräch finden: Im «Uniboard» mit seinen Bereichen Studium, Auslandaufenthalt, Freizeit und Karriere ist fast alles möglich.

Der Verein «linking pin Zürich», der das Uniboard betreibt, lässt den Studierenden weitgehend freie Hand, worüber sie sich austauschen wollen. «Wir helfen Studierenden, sich selbst zu helfen», fasst Andreas Schwarzinger den Leitgedanken zusammen.  Schwarzinger ist Wirtschaftsstudent an der UZH und Gründer sowie Präsident von linking pin.

Der Verein versteht sich als Vermittler, der eine Plattform für Studierende und studentische Vereine zur Verfügung stellt. Studierende und Absolventen von Schweizer Hochschulen sollen sich darauf vernetzen und mit ihren Erfahrungen und Tipps gegenseitig unterstützen können.

«Wenn ein Student Hilfe braucht im Studium oder Informationen sucht, die er sonst nirgends findet, loggt er sich im Uniboard ein», umreisst Schwarzinger die Idee.

Philo fragt, Jus antwortet

Die Fachvereine haben auf dem Uniboard eigene Foren. Da sie den technischen Unterhalt nicht selber übernehmen müssen, haben auch kleinere Fachvereine die Chance, einen fachlichen Austausch anzubieten.

«Anonymität und Unabhängigkeit sind dabei wichtige Faktoren», so Schwarzinger: «Schliesslich möchte man nicht vom ganzen Studiengang erkannt werden, wenn man eine «dumme» Frage auf dem Uniboard stellt.» Probleme mit unangebrachten Kommentaren gab es bisher noch nie: «Die Tatsache, dass man sich mit dem eigenen Universitätspasswort einloggen muss, scheint die Studierenden genug abzuschrecken, um sich zu benehmen.»

Grossen Wert legt der Verein auf den Austausch zwischen den Fakultäten. «Ein Philosophiestudent kann zum Beispiel eine Rechtsfrage stellen, die ihm dann ein Jus-Student beantwortet», so Schwarzinger.

Wirtschaftswissenschaften voran

Rund 20'000 Personen nutzen inzwischen das Uniboard, bisher vor allem Studierende aus den Wirtschaftswissenschaften. Ziel des Vereins ist es, den Nutzerkreis auf andere Studienrichtungen auszudehnen. «Wir wollen allen Studierenden ein Forum bieten, hinter dem auch ein Fachverein steht – am liebsten ein Forum, das in derselben Intensität genutzt wird wie es in den Wirtschaftsforen schon heute geschieht», sagt Schwarzinger.

Langfristig will der Verein die Nutzerzahlen weiter erhöhen und für alle Schweizer Studierenden eine Plattform bieten. Separate Foren für die ETH Zürich und die Universitäten Basel und Bern gibt es im Uniboard schon heute. Die Eröffnung weiterer Foren ist gemäss Schwarzinger auf Wunsch der Nutzer jederzeit und mit wenig Aufwand möglich. Um das Forum noch bekannter zu machen, findet im Herbst eine Feier zum zehnjährigen Bestehen des Uniboard statt.

Der Verein «linking pin» «linking pin»wurde im März 2010 gegründet, mit dem Ziel, das schon bestehende Uniboardzu betreiben und weiter zu entwickeln. Zurzeit besteht der Verein aus elf Mitgliedern, die mit linking pin versuchen, eine Schnittstelle zwischen Studierenden, studentischen Vereinen, Universitäten und Partnern aus der Privatwirtschaft zu schaffen. Thematisch geht es vor allem darum, Fragen neuer Studierender zu beantworten, Erfahrungen zu Auslandssemestern auszutauschen, Bewerbungstipps durch professionelle Partner anzubieten und Fragen rund ums Studium aufzugreifen.

Julian Fuchs ist Informatikstudent.

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