Neues «magazin»

Von Gutenberg zu Zuckerberg

Medien machen Stars. Nicht erst seit heute: Martin Luther war der erste Star eines Massenmediums, des Buchdrucks. Heute stehen Erfinder neuer Kommunikationsformen wie Facebook-Gründer Mark Zuckerberg oft selbst im Mittelpunkt. Das neue «magazin» geht der Frage nach, wie Medien die Welt und unsere Wahrnehmung verändern – früher und heute.

Roger Nickl und Thomas Gull

Das neue «magazin»: Wie Medien die Welt und unsere Wahrnehmung verändern.

Martin Luther (1483 – 1546) war der erste Medienstar der Geschichte. Die massenhafte Verbreitung seiner Ideen und seines Bildes durch den Buchdruck machte Luther zur charismatischen Führungsfigur der Reformation. Die Reformation selbst wäre ohne den Druck nicht möglich gewesen, wie der Historiker Markus Sandl im Dossier des neuen «magazin» festhält. Das Dossier geht der Frage nach, wie Medien die Gesellschaft beeinflussen.

Dabei geht es vor allem auch um die Frage der Macht. Die Medien sind ein Machtinstrument in den Händen der Eliten, sie können aber auch mächtig machen: früher die Reformatoren, heute die Revolutionäre im arabischen Raum, die sich mit Hilfe der sozialen Medien Gehör verschaffen und ihre Proteste organisieren.

An der Universität Zürich beschäftigen sich Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftlern aus ganz verschiedenen Perspektiven mit dem Einfluss der Medien auf die Gesellschaft. Neben Publizistikwissenschaftlern und Soziologen sind das auch Literatur-, Kulturwissenschaftlerinnen und Historiker am Nationalen Forschungsschwerpunkt «Mediality». Auf ihrer Forschung basieren die Beiträge im aktuellen Dossier.

Weitere Themen: Wir erleben seit 2008 die zweite grosse Finanzkrise in diesem Jahrtausend. Europa und der Euro taumeln am Abgrund. Der Bankenökonom Urs Birchler, früher Direktionsmitglied der Schweizerischen Nationalbank, analysiert im grossen Interview die Lage und skizziert Wege aus der Krise. Einer davon wäre, Griechenland und allenfalls auch andere Eurostaaten bankrott gehen zu lassen. Ausserdem plädiert Birchler für eine Rückkehr zum Markt in der Finanzbranche: Wenn sich Banken verspekulieren, sollen die Aktionäre und nicht der Staat die Zeche bezahlen.

Hilfe für Menschen mit geistiger Behinderung: Die Medizinerin Anita Rauch hat vier Gene entdeckt, die geistige Behinderung verursachen. Und sie ist an einer klinischen Studie eines Medikaments beteiligt, das die geistigen Fähigkeiten beim «Fragilen XSyndrom» verbessern soll. Das Fragile X-Syndrom ist die häufigste Form geistiger Behinderung bei Buben und Männern.

Roger Nickl und Thomas Gull sind Redaktoren des magazin.

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