Verfasste Studierendenschaft

«Uneingeschränkt positiv»

Der Rektor der Universität Zürich, Andreas Fischer, befürwortet die Wiedereinführung einer verfassten Studierendenschaft. Er erhofft sich davon möglichst breit abgestützte Stellungnahmen zu universitätspolitischen Fragen.

Roger Nickl

UZH News: Herr Fischer, wie stehen Sie als Rektor der Wiedereinführung einer verfassten Studierendenschaft an der UZH gegenüber?

Andreas Fischer: Ich stehe ihr uneingeschränkt positiv gegenüber. Für die Universität und die Universitätsleitung ist es wichtig, dass alle Stände durch möglichst repräsentative, legitimierte Körperschaften vertreten sind.

Andreas Fischer: (Bild: Marita Fuchs)

Was sind aus Ihrer Sicht die Vorteile einer solchen öffentlich-rechtlichen Körperschaft der Studierenden? Was würden Sie sich von einer verfassten Studierendenschaft erhoffen?

Ich erwarte möglichst breit abgestützte Stellungnahmen in universitätspolitischen Fragen. Dazu auch eine gewisse Kontinuität. Sollte sich die verfasste Studierendenschaft durch Mitgliederbeiträge selbst finanzieren, würde das auch eine Entlastung des Budgets der UZH bedeuten.

Welche Punkte müssten bei einer Wiedereinführung aus Ihrer Sicht unbedingt berücksichtigt werden?

Wichtig erscheint mir, dass die Vertretung möglichst repräsentativ sein sollte. Ich finde die Idee eines Zweikammersystems sehr bedenkenswert (siehe Artikel). Die Stellungnahmen einer verfassten Studentenschaft sollten sich zudem auf Universitäts- und Bildungspolitik beschränken. Ich würde mich freuen, wenn eine Studierendenschaft etwas zum Zusammengehörigkeitsgefühl an der UZH beitragen könnte. Aus dieser Sicht wünschbar wären auch Kontakte der Fachvereine zu den Alumni-Organisationen.

Die verfasste Studierendenschaft an der UZH wurde 1978 abgeschafft. Seither hat der Zürcher Kantonsrat zweimal – 1987 und 2003 – negativ über eine Wiedereinführung befunden. Wie deuten Sie die nun positiven Signale aus dem Parlament? Und rechnen Sie damit, dass das Begehren auch bei einer definitiven Abstimmung im Kantonsrat eine Mehrheit findet?

Ich freue mich darüber, dass die Parlamentarische Initiative überwiesen worden ist. Da ich kein Prophet bin, kann ich mich über den voraussichtlichen weiteren Verlauf des Geschäfts nicht äussern.

Tut die Universitätsleitung etwas dafür, um diesen Entscheid zu beeinflussen?

Wenn wir um eine Stellungnahme gebeten werden, werden wir uns gern äussern.

Roger Nickl ist Redaktor des unimagazins.

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