Neues Rechercheportal der ZB

Suchen und Finden leichter gemacht

Wer in der Zentralbibliothek nach Literatur sucht, kann dies seit kurzem mit einer neuen Oberfläche tun: Das neue Rechercheportal bietet einen bequemen und schnellen Zugang zum altbekannten Bibliotheksverbund «Nebis». 

Oliver Thiele

Grosse Treffermengen in kurzer Zeit. In der Zentralbibliothek am Zähringerplatz (ZB) kommt der Suchende seit Neuestem sehr schnell zum Ziel. Mit dem neuen Rechercheportal gruppieren sich rund um die Treffer sogenannte «Facetten», die nach thematischen Kriterien, Dokumentsprache, Verfasser oder besitzender Bibliothek eine bequeme Verfeinerung der Treffermenge ermöglichen. Die alte Suchoberfläche wurde von vielen Nutzern als umständlich, schwerfällig und langsam beschrieben. Die Ablösung zugunsten eines intuitiv bedienbaren Systems war deshalb überfällig.

Trefferlisten nach Relevanz

Mit einem Klick lässt sich jetzt herausfinden, welche Treffer verfügbar, also nicht ausgeliehen sind, und ob es eine Online-Version des gesuchten Dokuments gibt. Ebenfalls neu ist es, dass jede Trefferliste nach Relevanz oder Erscheinungsjahr sortiert werden kann.

Grosse Treffermengen in kurzer Zeit: Das neue Rechercheportal der ZB. (Bild: PD)

Die Relevanz bemisst sich dabei aus der Häufigkeit der Suchbegriffe im Dokument und in der Datenbank und berücksichtigt, wo der Begriff im Datensatz vorkommt. Die Titel und die Schlagwortfelder werden dabei höher gewichtet als die Fussnotenzeile. Ob und wie eine solche recht simple computergenerierte «Relevanz» für die wissenschaftliche Suche nützlich ist, können die User selber entscheiden.

Erweiterung auf Handschriften und Fachdatenbanken

In Zukunft soll mit dem Rechercheportal aber nicht nur der Bibliotheksverbund durchsucht werden. Noch in diesem Jahr geplant ist die Integration der Handschriftendatenbank der ZB. Mittelfristig sollen auch die Inhalte von Fachdatenbanken dazukommen. Dadurch kann dann die verfügbare Literatur eines Fachgebiets mit einer Recherche durchsucht werden, unabhängig davon, ob es sich um ganze Bücher oder Artikel in Zeitschriften, Kongressbänden oder Festschriften handelt.

In Zukunft wird die personalisierte Suche möglich

Ebenfalls geplant ist der Ausbau des «e-shelfs». Dieses verzeichnet heute die Rechercheschritte einer Such-Session. Zudem ermöglicht es die Ablage von einzelnen Treffern, die dann ausgedruckt, per Mail verschickt oder in ein Literaturverwaltungssystem wie «Citavi» weitergeleitet werden können.

Nach der Recherche: In Ruhe die Unterlagen in den neu eingerichten Lesekabinen studieren. (Bild: PD)

Das e-shelf soll aber mehr bieten: Wer sich im Rechercheportal anmeldet, soll dieses auch personalisieren können, zum Beispiel, um wiederkehrende Suchabfragen zu speichern oder auch eigene Schlagwörter zu vergeben – das sogenannte «Tagging». Noch ist dies allerdings Zukunftsmusik.

Prinzip der Verbundbibliotheken bleibt

Das Rechercheportal kann aber nicht zaubern. Weiterhin bestehen bleibt die Aufteilung der Bibliotheken der Universität Zürich auf zwei Verbünde: Den Nebis-Verbund für ZB, ETH und einige wenige Institutsbibliotheken auf der einen Seite und den Verbund IDS Zürich Universität für die übrigen Institute.

Immerhin ermöglicht das Rechercheportal von jeder Trefferliste aus die bequeme Weitersuche im anderen Verbund. Wer unten auf der Portalseite klickt, sieht seine Recherche automatisch weitergeleitet – auf den IDS Zürich Universität, auf Swissbib für die Gesamtrecherche aller Schweizer Hochschulbibliotheken, oder auch auf Google Book Search.

Ablenkung vom konzentrierten Lernen bietet die neue Leselounge. (Bild: PD)

Wer von Anfang an beide Verbünde gemeinsam durchsuchen will, wählt mit Vorteil die Suchmaschine «Swissbib Zürich». Diese Rechercheseite – Bestandteil des gesamtschweizerischen Bibliotheksrecherche-Projekts Swissbib unter Federführung der UB Basel – entstand auf gemeinsame Initiative der Zentralbibliothek und der Hauptbibliothek Universität Zürich und kann direkt von deren beiden Websites aufgerufen werden: www.hbz.uzh.ch und www.zb.uzh.ch.

Workshops zum Kennenlernen des neuen Rechercheportals Wer mehr zum Rechercheportal der ZB erfahren will, kann dies ab November in Workshops der Bibliothek tun, die im zweiwöchentlichen Rhythmus angeboten werden. Die nächsten Termine: 9.11., 23.11., 7.12. und 21.12. jeweils 18 Uhr (Dauer 60', Anmeldung nicht erforderlich).Dies ist ein Focus.

Ebenfalls neu in der ZB: Lernkabinen und Leselounge Nicht nur im Recherchebereich hat die ZB aufgerüstet. Über den Sommer ist im Katalogsaal im Erdgeschoss eine neue Lernzone entstanden mit 75 attraktiven Einzelarbeitsplätzen, darunter neun sogenannte «Cubicles»: besonders ruhigen Lernkabinen. Damit stellt die ZB jetzt gegen 600 Studierplätze zur Verfügung. Ablenkung vom konzentrierten Lernen bietet zudem die neue Leselounge der Bibliothek, eingerichtet mit Mitteln der GFZB (Gesellschaft von Freunden der Zentralbibliothek). Bequeme Sofas laden hier zum Schmökern ein, die ZB stellt dazu ein kleines, aber feines Angebot an nationalen und internationalen Zeitungen bereit. Nur die Kaffeemaschine fehlt – denn weiterhin gilt die «water only»-Politik der Bibliothek.

Oliver Thiele, Leiter der Benutzungsabteilung der Bibliothek am Zähringerplatz (ZB)

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