CHE-Ranking 2010

Exzellent in Biologie, Wirtschaft, Politologie und Psychologie

Das deutsche Centrum für Hochschulentwicklung untersuchte die Qualität europäischer Master-Studien. Im Ranking 2010 gehört die Universität Zürich in vier Fachbereichen zur «Excellence group». Sie erhält hervorragende Noten in Biologie, Wirtschaftswissenschaften, Politische Wissenschaften und Psychologie.

Claudio Zemp1 Kommentar

Das Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) mit Sitz in Deutschland erstellt in seinem Excellence Ranking keine Rangliste. Stattdessen werden die besten Hochschulen jedes Fachs einer so genannten «Excellence Group» zugeordnet. Nachdem es 2007 das erste Mal publiziert worden war, wurde das «Excellence Ranking» nun zum zweiten Mal veröffentlicht und auf sieben Fachbereiche ausgedehnt.

Universität Zürich im CHE-Ranking: «Eine sinnvolle Evaluation ist eine grosse Herausforderung.» (Bild: Roland Gysin)

Neu untersucht das CHE die Bedingungen für Master-Studium und Promotion in Biologie, Chemie, Wirtschaftswissenschaften, Mathematik, Physik, Politologie und Psychologie. Die Teilnahme am Ranking erfolgte auf freiwilliger Basis. Der Universität Zürich (UZH) wurde jetzt auch in Biologie «Excellence» attestiert. Bereits 2009 erhielt sie diese Beurteilung in Wirtschaftswissenschaften, Politologie und Psychologie. Mit total vier Platzierungen in einer  «Excellence Group» gehört die UZH aktuell damit auch zum herausragenden vorderen Viertel der 181 bewerteten Hochschulen in Europa.

Forschungsstark und international orientiert

Michael Hengartner, Dekan der Mathematisch-naturwissenschaftlichen Fakultät der UZH, freut sich über die Auszeichnung der Fachrichtung Biologie: «Dass wir in der Top-Gruppe erwähnt werden, bestätigt die Qualität unserer Studiengänge im Fach Biologie. Besonders im Bereich Life Sciences ist die UZH mit ihrer ausgezeichneten Forschung und ihren breiten Möglichkeiten an wissenschaftlicher Vertiefung weltweit unter den besten Hochschulen.»

Hengartner weist aber auch auf die Schwierigkeit des Vergleichs hin: «Eine sinnvolle Evaluation ist eine grosse Herausforderung!» So bedingt die Evaluation für die angefragten Fachbereiche eine aufwändige Übermittlung von Daten. Und über den Sinn gewisser Bewertungskriterien lasse sich durchaus streiten.

Als Beispiel sei die Frauenquote erwähnt. Hengartner: «62 Prozent unserer Biologie-Master-Studierenden sind Frauen. Darauf sind wir stolz.» Die CHE hingegen erachtet dies offenbar als nicht wünschenswert, hat sie doch in der Sparte «Gender Balance Master Studierende» keinen Stern verliehen. Hengartner: «Dass unser Master-Programm weniger gut sein soll, weil 62 Prozent unserer Studierenden Frauen sind, scheint mir schon eine sehr gewagte Analyse.»

Ausländische Studierende als Qualitätausweis

Insgesamt wurden für das CHE-Excellence-Ranking 2010 über 4500 Forschungsgruppen aus 19 Ländern untersucht. Acht Kriterien waren für die Auswahl in die Excellence Group von Bedeutung: die Anzahl der Publikationen, die Anzahl an Zitationen, die Studierenden- und Lehrendenmobilität sowie das Vorhandensein von Erasmus-Mundus-Mastern oder Marie-Curie-Projekten.

Ebenso wurde notiert, ob Forschende der entsprechenden Fachbereiche einen ERC-Grant oder einen Nobelpreis bekommen haben. Ein hoher Anteil an internationalen Studierenden, Doktorierenden und Master-Studierenden wurde positiv bewertet. Zudem wurden in einigen Fachbereichen auch Studierende befragt, zur allgemeinen Studiensituation, Beratung, Betreuung und Infrastruktur.

Das CHE-Ranking

Das gemeinnützige Centrum für Hochschulentwicklung (CHE) ist eine unabhängige Einrichtung, die sich für Reformen im Hochschulsystem einsetzt. CHE erstellt jedes Jahr für deutsche Hochschulen das CHE-Hochschul-Ranking für Studienanfänger. Mit dem CHE Excellence Ranking ist auch ein Vergleich der besten universitären Forschungsstätten in Europa für angehende Master- oder Promotionsstudierende möglich.

Claudio Zemp ist Redaktor UZH News.

1 Leserkommentar

Andrea Pecora schrieb am Frauenanteil im Masterstudiengang Biologie Wie der Ausdruck «Gender Balance» es schon sagt, wird ein möglichst ausgeglichener Frauen und Männer-Anteil belohnt. Offensichtlich ist dies im Masterstudiengang Biologie mit 38:62 Prozent (Männer zu Frauen) nicht gegeben. Im Umgekehrten Fall (62:38 Prozent Männer zu Frauen) wäre das Resultat nicht anders ausgefallen. Ein hoher Frauenanteil wird also nicht bestraft und in keiner Weise wird irgendwo geschrieben, dass dadurch die Qualität der Lehre leiden soll. So exakt müsste Professor Hengartner in seiner Kritik schon sein.

Kommentar schreiben

Die Redaktion behält sich vor, Kommentare nicht zu publizieren. Unberücksichtigt bleiben insbesondere anonyme, ehrverletzende, rassistische, sexistische, unsachliche oder themenfremde Kommentare sowie Beiträge mit Werbeinhalten.

Anzahl verbleibender Zeichen: 1000